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INHALT WTM 90 Jahre/2004
I. Schmerold, J. Dichtl und A. Dadak:
Tierarzneimittel und Konsumentenschutz
Veterinary drugs and consumer protection
R. Kainz, F. Smulders, W. Luf und M.J.B.M. Weijtens:
Lebensmittelrecht und -kontrolle im Umbruch
Teil A: rechtliche Grundlagen
Fundamental changes in food legislation
Part A: legal basis
E. Mayrhofer, S. Franz, R. Hirt, K. Riedelberger, R. Palme, E. Möstl, A. Joachim und K. Möstl:
Diagnostische Untersuchungen in der Veterinärmedizin
im Wandel der Zeit - dargestellt an ausgewählten Beispielen
Diagnostic procedures in Veterinary Medicine in the
course of time - some examples
R. Binder, R. Palme, I. Sommerfeld-Stur, J. Baumgartner, K. Niebuhr,
K. Zaludik, H. Bartussek, S.Waiblinger, M. Reifinger, A. Kübber-Heiss,
A. Rabitsch, M. Gneist und J. Troxler:
Tierschutz in Österreich: Grundkonzepte der Tierethik,
rechtliche Rahmenbedingungen und ausgewählte
Schwerpunkte der Tierschutzforschung
Animal welfare in Austria: basic concepts of animal
ethics, legal framework and animal welfare-related
research
Aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien1 und dem Bundesministerium
für Gesundheit und Frauen2
Tierarzneimittel und Konsumentenschutz
I. SCHMEROLD1,a, J. DICHTL2 und A. DADAK1
eingelangt am 11.8.2003
angenommen am 27.11.2003

Schlüsselwörter:
Tierarzneimittel, Tierarzneimittelrückstände,
Konsumentenschutz, Lebensmittel liefernde Tiere,
Clenbuterol, β-Agonist, Lebensmittelvergiftung.
Zusammenfassung
In der Europäischen Union (EU) gelten für Arzneimittel
zur Behandlung von Lebensmittel liefernden Tieren besondere
Rechtsnormen zum Schutz des Verbrauchers vor
Rückständen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Seit
1. Jänner 2000 dürfen solche Arzneispezialitäten nur mehr
Wirkstoffe mit amtlich festgelegten, EU-weit gültigen Rückstandshöchstmengen
in eßbaren Geweben und tierischen
Produkten enthalten; aus Gründen des Konsumentenschutzes
ist eine Reihe von pharmakologischen Wirkstoffen
während der letzten Jahre explizit für die Anwendung
am Lebensmittel liefernden Tier verboten worden.
Die
Anzahl wissenschaftlicher Publikationen über nachgewiesene
gesundheitliche Beeinträchtigungen von Konsumenten
durch Aufnahme von rückstandshaltigen Lebensmitteln
tierischen Ursprunges ist gering; die veröffentlichten Fälle
betreffen vor allem akute Vergiftungen, die durch unzulässig
hohe Rückstandskonzentrationen des ß-Agonisten
Clenbuterol in eßbarem Gewebe vom Rind ausgelöst worden
sind. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Bestimmungen
des seit 1.4. 2002 gültigen Tierarzneimittelkontrollgesetzes
und der Tierarzneimittel-Anwendungsverordnung
2002 künftig in Österreich zur Erhöhung der Rechtssicherheit
im Umgang mit und der Anwendung von Tierarzneimitteln
an Lebensmittel liefernden Tieren beitragen werden.
Keywords: Veterinary medicinal products, veterinary drug
residues, consumer protection, food producing animals,
clenbuterol, β-agonist, food poisoning.
Summary
Introduction
In the European Union (EU) the use of veterinary drugs
for use in food producing animals is distinctively regulated
in order to ensure consumer protection against drug residues
in animal derived food. Since January 1st, 2000, in the
EU veterinary drugs for food animals may only contain
pharmacologically active substances for which maximum
residue limits have been established in edible tissues and
animal products. For reasons of consumer protection
numerous substances were explicitly forbidden for application
to food producing animals. There is only a limited number
of publications on damage to health of consumers following
uptake of food contaminated with drug residues;
these cases mainly concern acute intoxications by illicitly
high concentrations of the ß-agonist clenbuterol in bovine
meat.
It remains to be seen whether the new Austrian act
on the control of veterinary medicinal products (Tierarzneimittelkontrollgesetz)
which came into force on April 1st
2002, and the new Austrian regulation on the use of veterinary
medicinal products (Tierarzneimittel-Anwendungsverordnung
2002) will significantly contribute to the lawful
handling and legal application of veterinary drugs to food
producing species.
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Aus dem Department für Öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin der Veterinärmedizinischen Universität
Wien und DG Sanco, Brüssel
Lebensmittelrecht und -kontrolle im Umbruch
Teil A: rechtliche Grundlagen
R. KAINZ, F. SMULDERS, W. LUF und M.J.B.M. WEIJTENS
eingelangt am 18.8.2003
angenommen am 6.11.2003

Schlüsselwörter: Lebensmittelrecht, amtliche Überwachung,
amtlicher Tierarzt.
Zusammenfassung
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat
eine grundlegende Neuordnung des Gemeinschaftsrechts
für Lebensmittel vorgeschlagen. EU-einheitliche Grundsätze
und Anforderungen im Lebensmittelrecht und in der
Lebensmittelkontrolle werden sowohl die Lebensmittelunternehmer
als auch die Kontrollorgane vor neue und große
Herausforderungen stellen. Anhand von drei ausgewählten
Rechtstexten wird das Anforderungs- und Qualifikationsprofil
für die amtliche Überwachung der Zukunft dargestellt.
Keywords: food law, official control, official veterinarian.
Summary
The Commission of the European Communities has
proposed fundamental changes in the structure of Community
food legislation. EU-uniform basic principles stipulated
in this food law and applied in food control, imply that
both food industry and the competent authority are challenged
with new and wide-ranging tasks. On the basis of
three selected law texts, the legal demands on-, and the
associated future qualifications of the official veterinarian
are discussed.
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Aus der Universitätsklinik für Röntgenologie1, der II. Medizinischen Universitätsklinik für Klauentiere2, der I. Medizinischen
Universitätsklinik für Einhufer und Kleintiere3, dem Institut für Biochemie4, dem Institut für Parasitologie und Zoologie5 und
dem Institut für Virologie (Arbeitsgruppe Klinische Virologie)6 der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Diagnostische Untersuchungen in der Veterinärmedizin
im Wandel der Zeit - dargestellt an ausgewählten Beispielen
E. MAYRHOFER1, S. FRANZ2, R. HIRT3, K. RIEDELBERGER3, R. PALME4, E. MÖSTL4, A. JOACHIM5 und K. MÖSTL6
eingelangt am 13. 10. 2003
angenommen am 1. 12. 2003

Schlüsselwörter: Diagnostik, Röntgenologie, Ultraschall,
Computertomographie, Magnetresonanztomographie,
Endoskopie, Steroidbestimmungen, Parasitologie, Echinococcus
multilocularis, Cryptosporidium parvum, Risikoabschätzung,
Virologie.
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit Aspekten der
Entwicklung von ausgewählten veterinärdiagnostischen
Methoden. Aus dem sehr großen Repertoir zur Verfügung
stehender Verfahren werden beispielhaft von den apparativen
Möglichkeiten die bildgebenden Verfahren behandelt.
Aus dem Bereich der Labordiagnostik wird anhand von
Steroidbestimmungen an nicht-invasiv entnommenen Proben
die Entwicklung dieser Methodik für den Einsatz in der
Reproduktionsmedizin und der Streßerfassung dargelegt.
Der dritte Bereich befaßt sich mit der Infektionsdiagnostik:
Unter parasitären, exogenen Stadien werden Echinococcus
multilocularis und Cryptosporidium parvum angeführt,
denen als Zoonoseerreger besondere Bedeutung
zukommt und für deren Risikoabschätzung moderne computergesteuerte
Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Ein
kurzer Abriß der diagnostischen Möglichkeiten für Virusinfektionen
von der ersten Sichtbarmachung durch das Elektronenmikroskop
bis zu den Verfahren der molekularen
Epidemiologie stellt den Abschluß dar.
Keywords: diagnostic procedures, X-ray, ultrasonography,
computed tomography, magnetic resonance imaging,
endoscopy, steroids, parasitology, Echinococcus multilocularis,
Cryptosporidium parvum, risk assessment, virology.
Summary
Introduction
This review deals with aspects of the development of
special diagnostic procedures in veterinary medicine.
Some examples are presented. Diagnostic imaging with its
various methods ranging from X-ray to computed tomography,
magnetic resonance imaging and endoscopy offers an
increasing field of diagnostic possibilities. Non-invasive
determination of steroid concentrations is not only used for
analysis of reproductive parameters, but actually also for
evaluating stressful situations. The third part deals with the
diagnosis of infectious diseases. Echinococcus multilocularis and
Cryptosporidium parvumare listed as examples
for zoonotic parasites with exogenous stages that can be
monitored using modern computer-based technology for
risk assessment. Finally a short overview is given about
the development in virological diagnostic methods from the
visualisation of viruses by electron microscopy to modern
molecular methods.
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Aus den Instituten für Tierhaltung und Tierschutz1, Biochemie2, Tierzucht und Genetik3 sowie Pathologie und Gerichtliche
Veterinärmedizin4 der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Bundesanstalt für Alpenländische Landwirtschaft
Gumpenstein5 und der Tierarztpraxis Rabitsch6
Tierschutz in Österreich: Grundkonzepte der Tierethik,
rechtliche Rahmenbedingungen und ausgewählte
Schwerpunkte der Tierschutzforschung
R. BINDER1, R. PALME2, I. SOMMERFELD-STUR3, J. BAUMGARTNER1, K. NIEBUHR1,
K. ZALUDIK1, H. BARTUSSEK5, S.WAIBLINGER1, M. REIFINGER4, A. KÜBBER-HEISS4,
A. RABITSCH6, M. GNEIST1 und J. TROXLER1
eingelangt am 7.8.2003
angenommen am 1.12.2003

Schlüsselwörter: Tierethik, Tierschutz, Tierrechte, Tierschutzrecht,
Glukokortikoidmetaboliten, Qualzucht, Verhalten,
tiergerechte Haltungssysteme, Federpicken, Kannibalismus,
Legehennen, Tiergerechtheitsindex (TGI), Mensch-
Tier-Beziehung, Exoten, Reptilien, Schildkröten, Tiertransporte,
Schlachtung, Österreich.
Zusammenfassung
Im folgenden Beitrag werden anhand einiger wichtiger
Themenbereiche des Tierschutzes (Tierhaltung, Qualzucht,
Tiertransport und Schlachtung) schwerpunktmäßig
ausgewählte Beispiele aus der Tierschutzforschung vorgestellt.
Eine kurze Darstellung wichtiger Konzepte der Tierschutzethik
und des österreichischen Tierschutzrechts soll
einen Überblick über die philosophischen und normativen
Grundlagen des Tierschutzes vermitteln. Die fachwissenschaftlichen
Teile des Beitrags befassen sich mit ausgewählten
Beispielen der Tierschutzforschung, wobei versucht
wurde, ein möglichst breites Spektrum des Themas
abzudecken. Zunächst wird eine neue, an der Veterinärmedizinischen
Universität Wien entwickelte Methode zur
nicht invasiven Bestimmung der Kortisolmetaboliten im Kot
vorgestellt, die es ermöglicht, die erhöhte Belastung von
Tieren auf endokrinologischer Ebene nachzuweisen und
damit tierschutzrelevante Problemfelder zu identifizieren.
Sodann wird das - sowohl für Nutz- als auch für Heimtiere
bedeutsame - Tierschutzproblem der „Qualzucht“ behandelt.
Die folgenden Abschnitte beleuchten verschiedene
Aspekte der tiergerechten Haltung landwirtschaftlicher
Nutztiere. Hier stehen das Verhalten als Grundlage für die
Entwicklung tiergerechter Haltungssysteme, ein laufendes
Forschungsprojekt über die Verhaltensstörungen Federpicken
und Kannibalismus bei Legehennen in alternativen
Haltungssystemen und die Bedeutung der Mensch-Tier-
Beziehung im Mittelpunkt des Interesses.Weiters wird das
System des Tiergerechtheitsindex (TGI) als eine Methode
zur Beurteilung der Tiergerechtheit von Haltungssystemen
vorgestellt. Aus dem Bereich der Heimtierhaltung werden
Tierschutzprobleme im Zusammenhang mit Exoten, insbesondere
mit Schildkröten, behandelt. Den Abschluß bilden
die Ergebnisse der amtlichen Kontrolle von Tiertransporten
in den Jahren 1998 bis 2003 im Bundesland Kärnten sowie
ein auf niederösterreichischen Schlachtbetrieben durchgeunmißverführtes
Forschungsprojekt über Tierschutzprobleme und
Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierschutzes bei der
Schlachtung und Tötung von Tieren.
Die Bestandsaufnahme zum Tierschutz in Österreich
zeigt, daß in vielen Bereichen Handlungsbedarf besteht.
Die tierschutzbezogene Forschung sollte daher intensiviert
und der Wissenstransfer gefördert werden. Nicht
zuletzt bedarf es aber auch einer Verbesserung der rechtlichen
Rahmenbedingungen.
Keywords: animal ethics, animal welfare, animal rights,
animal protection legislation, faecal cortisol metabolites,
excessive breeding leading to suffering in animals, behaviour,
housing systems, feather pecking, cannibalism, laying
hens, Housing Condition Score, human-animal relationship,
exotic animals, reptiles, turtles, transport, slaughter,
Austria.
Summary
The first part of the following article summarizes basic
concepts of animal ethics and provides a short survey of
the framework of the Austrian animal protection legislation,
paying regard to the historical development and to the status
quo as well as to a forthcoming reform, which aims at
replacing the different animal protection laws of the nine
federal provinces by a national Act on Animal Protection.
The following parts are dedicated to current animal welfare-
related research in veterinary medicine and ethology,
the topics being a new non-invasive method for assessing
stress in animals by measuring cortisol metabolites in faeces,
excessive breeding leading to suffering in animals,
animal behaviour as basis for the development and modification
of housing systems for livestock, a research programme
to further investigate feather pecking and cannibalism
in laying hens, and - last but not least - the impact
of the human-animal relationship on the well-being of farm
animals. The Housing Condition Score is presented as a
method of welfare assessment at farm level. In the field of
pet animals various welfare problems connected with the
keeping of exotic animals, especially of turtles, by private
owners are described. Finally, the article deals with the
control of animal welfare during transport in Carinthia and
summarizes a current research project investigating conditions
in slaughterhouses in Lower Austria.
The contributions to this article on animal welfare in
Austria show that there are multiple tasks to tackle. In order
to solve problems it is necessary to stimulate animal welfare
research and to promote transfer of knowledge, but
also to improve animal protection legislation.
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