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WTM 12/2004
INHALT WTM 12/2004

E. Licek, R. Moosbeckhofer and H. Pechhacker:
Varroa destructor, a parasitic mite of the honeybee (Apis mellifera)- a survey of biology and control strategies
Varroa destructor, eine parasitische Milbe der Honigbiene (Apis mellifera) - Übersicht über Biologie und Behandlungsstrategien

Ch. Stanek, R. Rautschka und Ch. Mache:
Die Militärveterinärmedizin in Österreich-Ungarn zu Ausbruch des Ersten Weltkrieges
The military veterinary medicine of the Austrian-Hungarian monarchy at the outbreak of world war I

E. Peterhans, C. Bachofen, T.W. Jungi und M. Schweizer:
BVD-Virus: wie man das Immunsystem weniger Tiereüberlistet und damit in der Wirtspopulation weltweit erfolgreich ist
BVD-virus: how to outwit the immune system of a few individuals to be successful in the host population worldwide

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From the ’’Klinik für Geflügel, Ziervögel, Reptilien und Fische, Klinisches Department für Nutztiere und Bestandsbetreuung’’ der Veterinärmedizinischen Universität Wien1 and the ’’Institut für Bienenkunde der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH’’2

Varroa destructor, a parasitic mite of the honeybee (Apis mellifera)- a survey of biology and control strategies1

E. LICEK1, R. MOOSBECKHOFER2 and H. PECHHACKER2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 311 - 316

Keywords: Varroa destructor, epidemiology, symptoms, control strategies.

Abstract
The biology of the mite Varroa destructor, the social structure and seasonal changes of the bee colony, where the mite spends its whole life cycle are described. Epidemiology and symptoms of this parasitosis are given. The most usual measures in bee management and medical and chemical products approved or permitted for mite control in Austria are listed and some reasons of therapeutic failure are described.

Schlüsselwörter: Varroa destructor, Epidemiologie, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten.

Zusammenfassung
Die Biologie der Milbe Varroa destructor und die Sozialstruktur sowie die saisonalen Änderungen des Bienenvolkes, in dem die Milbe ihren gesamten Lebenszyklus durchläuft, werden beschrieben. Epidemiologie und Symptomatik dieser Parasitose sind kurz dargestellt. Die gängigsten imkerlichen Maßnahmen und die in Österreich zugelassenen bzw. genehmigten Mittel zur Bekämpfung werden aufgelistet und die häufigsten Ursachen von Behandlungsmißerfolgen aufgezeigt.

1 Herrn em. o. Univ.Prof. Dr.Dr.h.c. Franz Bürki mit den besten Wünschen zum 80. Geburtstag gewidmet

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Aus der Klinik für Orthopädie, Klinisches Department für Kleintiere und Pferde, der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Die Militärveterinärmedizin in Österreich-Ungarn zu Ausbruch des Ersten Weltkrieges1

Ch. STANEK, R. RAUTSCHKA und Ch. MACHE
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 317 - 326

Schlüsselwörter: Veterinärgeschichte, Militär, Pferd, Hufbeschlag, Österreich, Ungarn.

Zusammenfassung
Das Militärveterinärwesen spielte in der Organisation des k.u.k. Heeres eine untergeordnete Rolle, die Ausrüstung war ungenügend. Die im Frieden etwa 290 Militärtierärzte gehörten den Militärbeamten an, waren besoldungsmäßig benachteiligt und in der Rangordnung nieder eingestuft. In den ersten Kriegsmonaten wurde der Stand auf etwa 350 bis 400 angehoben, die Tierärzte versahen Dienst in der Kavallerie, der reitenden Artillerie und beim Train. Etwa 220.000 ausrückende Pferde mußten neben den im Lande ausgehobenen Tieren betreut werden. Hauptprobleme waren zunächst Tod durch Erschöpfung und Verwundungen, weniger der Hufbeschlag. Räude und Brustseuche wurden erst im Stellungskrieg ein Problem. Zahlreiche tierärztliche Erfahrungsberichte aus 1914 liegen vor.

Keywords: veterinary history, military service, horse, horseshoeing, Austria, Hungary.

Summary
Veterinary medicine played a minor role in the Austro- Hungarian Imperial Army. The 290 veterinarian on peacetime duty belonged to relatively low ranks and were poorly paid. In the first months of the war, the number of veterinarians rose to 350 - 400, serving in the cavalry, the mounted artillery or the wagon train. Veterinary care was needed for the approximately 220,000 horses of the regular troups as well as the horses that were recruited in the combat area for the train. Death due to fatigue and bullet wounds were the major problems in the first months along with, to a lesser extent, farriery. Mange and infectious pleuropneumonia became a problem during trench warefare. A number of veterinary field reports from 1914 are available.

1 Herrn em. o. Univ.Prof. Dr.Dr.h.c. Franz Bürki mit den besten Wünschen zum 80. Geburtstag gewidmet

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Aus dem Institut für Veterinär-Virologie der Universität Bern

BVD-Virus: wie man das Immunsystem weniger Tiereüberlistet und damit in der Wirtspopulation weltweit erfolgreich ist1

E. PETERHANS, C. BACHOFEN, T.W. JUNGI und M. SCHWEIZER
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 327 - 335

Schlüsselwörter: BVD-Virus, Pathogenese, natives Immunsystem, adaptives Immunsystem, Immuntoleranz.

Zusammenfassung
Das Bovine Virusdiarrhö-Virus (BVD-Virus) zählt zum Genus Pestivirus der Familie der Flaviviridae. Seinen weltweiten Erfolg verdankt es einer Kombination von transienter und persistenter Infektion. Ohne Kontrollmaßnahmen sind ca. 1 % der Rinder persistent infiziert und 60- 80.% sind Antikörper-positiv (und Virus-frei) aufgrund einer transienten Infektion. Die persistente Infektion durch das BVD-Virus unterscheidet sich grundlegend von persistenten Infektionen durch andere Viren, wie z.B. Lentiviren. Während der Wirt bei letzteren eine starke Immunantwort gegen das Virus entwickelt, welche das Virus aber nicht eliminiert, ist bei der persistenten Infektion mit dem BVD-Virus eine spezifische Immuntoleranz gegen den infizierenden Virusstamm zu beobachten. Diese in ihrer Art einmalige Umgehung einer Immunantwort wird durch den Befall des Foetus in der Frühphase seiner Entwicklung ermöglicht, zu einer Zeit, in welcher das Immunsystem noch unreif ist. Infizierte Foeten können sich normal entwickeln, bleiben aber lebenslang infiziert. Aufgrund ihres Verhaltens in Zellkulturen werden BVD-Viren in zytopathogene (zp) und nicht-zytopathogene (nzp) Biotypen eingeteilt. Von diesen verursacht nur der nzp Biotyp eine persistente Infektion, und dies nur in einem Zeitraum zwischen ungefähr dem 40. bis 120. Tag post conceptionem. Kürzliche Forschungsarbeiten haben gezeigt, daß die Fähigkeit zur persistenten Infektion nicht nur mit der nzp Eigenschaft eines BVD-Virus korreliert, sondern auch mit dem Verhalten hinsichtlich Typ I-Interferon-Induktion. Die Typ I Interferone stellen die erste Linie der antiviralen Abwehr dar. Alle bisher untersuchten zp BVD-Viren induzieren Interferon, währenddem die nzp Biotypen diesen antiviralen Abwehrmechanismus des nativen Immunsystems nicht aktivieren. Zudem sind persistent mit nzp BVD-Virus infizierte Zellen gegenüber der Interferon- Induktion durch doppelsträngige RNA (dsRNA) resistent und schützen ihre Wirtszellen vor deren toxischem Effekt. Für die Zellen stellt die dsRNA das wichtigste Alarmsignal für eine Virusinfektion dar. Die dsRNA gehört zur Gruppe der sogenannten „Pathogen-assoziierten molekularen Muster“ (engl. „Pathogen-associated molecular patterns“, PAMPs), welche nicht nur für die Aktivierung von Abwehreinrichtungen des nativen Immunsystems wichtig sind, sondern auch für die Aktivierung der spezifischen Immunantwort (Antikörper, zytotoxischen T Zellen). Da die meisten persistent infizierten Tiere keine deutlichen Anzeichen der Infektion zeigen, stellt die persistente Infektion die wichtigste Voraussetzung der BVD-Viren in der Rinderpopulation dar. Da aber die Entfernung dieser Tiere die Infektionskette unterbricht, stellt diese Art der Infektion gleichzeitig auch die Achillesferse der Viruspersistenz dar. Deshalb stellt die Entdeckung und Entfernung der persistent infizierten Tiere den Kernpunkt der BVDEradikation dar, welche in verschiedenen Ländern Europas im Gang ist, so auch in Österreich. Die vor dem Abschluß stehende Kampagne in Skandinavien zeigt, daß eine Eradikation möglich ist.

Keywords: BVD-virus, pathogenesis, innate immune system, adaptive immune response, immunotolerance.

Summary
Bovine viral diarrhea virus, a pestivirus of the flaviviridae family, is highly successful in the cattle population worldwide. This success is based on a combination of transient and persistent infection. In the absence of control measures, some 1 % of the animals are persistently infected and 60 to 80 % are seropositive, indicating that these animals have undergone a transient infection. The persistent infection caused by BVD virus differs fundamentally from persistent infections caused by other viruses, e.g. the lentiviruses. The latter are characterized by a vigorous immune response that, however, fails to eliminate the virus from the host whereas immunotolerance to the infecting viral strain is a typical feature of persistent infection with BVD virus. This unique evasion from the immune response is made possible by invasion of the fetus at a stage where its immune system is still immature. Infected fetuses may develop normally but remain persistently infected for life. BVD viruses are either noncytopathic (ncp) or cytopathic (cp), as defined by their effect in cultured cells. Of these two biotypes, only ncp BVD viruses are capable of persisting in their host, and this is the case only when a fetus is infected between approximately days 40 to 120 of intrauterine development. Recent work showed that the difference between ncp and cp BVD viruses to establish persistent infection correlates not only with the killing of cultured cells but also with the induction of type I interferon. These cytokines are known as a first line of antiviral defense. Only cp, but not ncp, BVD virus induces the formation of interferon in cultured cells, and it was recently shown that cp BVD viruses induce interferon in the early fetus whereas ncp BVD viruses do not activate this defense mechanism of the innate immune system. Moreover, cells persistently infected with ncp BVD viral strains are resistant to the interferon- and apoptosis-inducing effects of double-stranded RNA which is know as a the primary signal by which cells sense viral infection. Signals such as double-stranded RNA are part of the array of “pathogen-associated molecular patterns” which trigger not only effector mechanisms of the innate immune system but which are increasingly appreciated as essential in activating the adaptive immune response which consists primarily of antibodies and cytotoxic T cells. Since most persistently infected animals do not show clear signs of infection, the strategy of persistently infecting very few animals is key to the success of BVD virus in persisting in the cattle population. It may, however, also be viewed as an Achilles heel, as the removal of such animals breaks the chain of infection. Consequently, detection and elimination of persistently infected animals form the basis of BVD eradication programs that have been initiated in several countries in Europe, among them also in Austria. The success of BVD eradication in Scandinavia illustrates that eradication is feasible.

1 Herrn em. o. Univ.Prof. Dr.Dr.h.c. Franz Bürki mit den besten Wünschen zum 80. Geburtstag gewidmet

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