INHALT WTM 12/2002
W. Künzel, S. Breit, M. Oppel:
Morphologische Besonderheiten der Nebenhöhlen brachyzephaler
Rassekatzen
und deren funktionelle Bedeutung
Morphological characteristics of the paranasal sinuses in brachycephalic
cats and their functional relevance
V. Kotsch, A. Kübber-Heiss, A. Url, C. Walzer, P. Schmidt:
Krankheiten der Zoogeparden (Acinonyx jubatus)
innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP): eine retrospektive
pathohistologische
Studie über 22 Jahre
Diseases of captive cheetahs (Acinonyx jubatus) within the European Endangered
Species Program (EEP) -
a 22-year retrospective histopathological study
A. Url, M. Leschnik, G. Romanek, M. Pichler, P. Schmidt:
Tollwut-Enzephalitis bei einem illegal nach Österreich
importierten 8 Wochen alten Hundewelpen
Rabies encephalitis in an illegally imported eight weeks old puppy in Austria
A. Wehrend, H. Bostedt:
Euterinnenhämatom beim laktierenden Rind - Behandlungsergebnisse
nach
Intensivtherapie und temporärer Trockenstellung
Intramammary haematoma in lactating cows - results of intensive care and
temporary drying-off
Aus dem Institut für Anatomie der Veterinärmedizinischen Universität
Wien
Morphologische Besonderheiten der Nebenhöhlen
brachyzephaler Rassekatzen und deren funktionelle Bedeutung
W. KÜNZEL, S. BREIT und M. OPPEL
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 334 - 340
 Schlüsselwörter:
Nebenhöhlen, Nasenhöhle, Sinus, Kopf, Katze.
Zusammenfassung
An 69 Köpfen brachy-, meso- und dolichozephaler Rassekatzen wurden die
Nebenhöhlen zur Abklärung rassespezifischer Besonderheiten präparatorisch,
röntgenologisch und computertomographisch untersucht. Dazu wurden native
Röntgenbilder angefertigt, nach deren Beurteilung die Nebenhöhlen
eröffnet, deren Wände mit einem Gemisch aus Bariumsulfat und Latex
Gummimilch bestrichen und neuerlich Röntgenaufnahmen für den Vergleich
mit den Nativaufnahmen hergestellt wurden. Computertomographische Aufnahmen
dienten der weiteren Verifizierung anatomischer Strukturen, die durch korrespondierende
Gefrierschnitte abgeklärt wurden.
Die Stirnhöhlen reichten bei brachyzephalen Tieren weiter rostral,
pneumatisierten kaudal teilweise auch die Scheitelbeine und waren mitunter
von geringer Tiefe. Die für die spezifische Kopfform charakteristische
stärkere Konvexität der Lamina externa der Kalvaria ging häufig
mit einem deutlichen Knick an der Nasenwurzel einher. Das Ektoturbinale II
füllte die Stirnhöhle partiell aus und engte dabei die Verbindungsöffnung
zur Nasenhöhle ein. Zusätzlich wurden sowohl sagittale wie auch
horizontale Kompartimentierungen der Stirnhöhlen beobachtet.
Die Keilbeinhöhle erstreckte sich fast regelmäßig in das
Basissphenoid, wurde durch ein variables Septum geteilt und der Zugang von
der Nasenhöhle zunehmend durch das Endoturbinale IV eingeengt. Sowohl
an Röntgenbildern wie auch an Schnittbildern hing das Erscheinungsbild
der Nebenhöhlen grundsätzlich von der Kopfform ab, wobei Formvarianten
häufiger bei Brachyzephalie zu beobachten waren. Die eingeengten Öffnungen
zu den Nebenhöhlen erschweren jedenfalls deren Belüftung und einen
fakultativen Sekretabfluß.
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Aus dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin der
Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Tiergarten Hellbrunn
Krankheiten der Zoogeparden (Acinonyx jubatus) innerhalb des Europäischen
Erhaltungszuchtprogramms (EEP): eine retrospektive pathohistologische Studie über
22 Jahre
V. KOTSCH, A. KÜBBER-HEISS, A. URL, C. WALZER und P. SCHMIDT
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 341 - 350

Schlüsselwörter: Gepard, Acinonyx
jubatus, EEP, bakterielle Gastritis, Myelolipome.
Zusammenfassung
Die Population der in den USA, in Südafrika und in Japan gehaltenen Zoogeparden
wird durch 3 sehr häufig auftretende Krankheiten - bakterielle Gastritis,
Glomerulosklerose und Veno-occlusive disease - bedroht, die den frühzeitigen
Tod von potentiellen Zuchttieren verursachen. Schlechte Zuchterfolge, ungeeignete
Haltungsbedingungen und eine verminderte genetische Variabilität zählen
zu weiteren großen Problemen der Zoogeparden. In der vorliegenden Arbeit
wurden die Organe von 58 vorwiegend in europäischen Zoos gehaltenen Geparden
aus dem Zeitraum von 1980 bis 2001 retrospektiv untersucht, um einen Überblick über
den Gesundheitszustand der Zoogeparden innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms
(EEP) zu erhalten. Im vorliegenden Untersuchungsmaterial standen neben Gastritiden
(55%) ebenfalls renale Veränderungen, wie Glomerulosklerose (32%), membranöse
(46%) und membranoproliferative Glomerulonephritiden (18%), sowie interstitielle
Nephritiden (32%) im Vordergrund, während im Gegensatz zu den oben genannten
Staaten keine Veno-occlusive disease festzustellen war. Ein weiterer Schwerpunkt
betraf Untersuchungen bezüglich des Auftretens von Myelolipomen, die bei
den Geparden der vorliegenden Studie zu 50% in der Milz zu finden waren. Um
die Ätiologie dieser pathologischen Veränderungen eindeutig zu klären,
sind zukünftig vor allem Untersuchungen über die Haltungsbedingungen
und die Streßbelastung der Geparden in Gefangenschaft notwendig.
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Aus dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin und
der I. Medizinischen Klinik für Einhufer und Kleintiere der Veterinärmedizinischen
Universität Wien sowie der Österreichischen Agentur für Gesundheit
und Ernährungssicherheit (AGES), Veterinärmedizinische Untersuchungen
Mödling, und der Tierklinik Meidling
Tollwut-Enzephalitis bei einem illegal nach Österreich importierten
8 Wochen alten Hundewelpen
A. Url, M. Leschnik, G. Romanek, M. Pichler, P. Schmidt
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 351 - 354

Schlüsselwörter: Tollwut, Enzephalitis,
Hund, Welpe, Österreich.
Zusammenfassung
Der Fall einer atypisch verlaufenden Tollwut bei einem 8 Wochen alten Deutschen
Schäferhundwelpen wird beschrieben. Anzeichen von Laryngitis, Enteritis
und Zystitis vergesellschaftet mit epileptiformen Anfällen, die in Seitenlage
mit Kaukrämpfen und Ruderbewegungen einhergingen, führten zur Verdachtsdiagnose
Staupe. Erst das pathohistologische Bild einer nicht-eitrigen Enzephalitis
mit für Negri-Körperchen verdächtigen intrazytoplasmatischen
Inklusionen, als auch die darauf hin eingeleitete immunhistochemische Untersuchung
zum Nachweis von Tollwutantigen führten zur Diagnose einer Tollwutenzephalitis,
die immunfluoreszenzserologisch in der AGES Mödling bestätigt wurde.
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Aus der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß-
und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-Universität
Gießen
Euterinnenhämatom beim laktierenden Rind -
Behandlungsergebnisse nach Intensivtherapie und
temporärer Trockenstellung
A. WEHREND und H. BOSTEDT
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 355 - 359

Schlüsselwörter: Rind, Euterhämatom,
Bluttransfusion, temporäres Trockenstellen.
Zusammenfassung
Im Rahmen dieser klinischen Verlaufsstudie wurde die Entwicklung von 8 Kühen
mit Euterinnenhämatom verfolgt, um Aussagen zur Prognose dieser Erkrankung
und Hinweise zur Pathogenese zu erhalten. Der Altersdurchschnitt erkrankter
Tiere betrug 6,4 Jahre und liegt damit deutlich über dem der Vergleichspopulation
(4,5 Jahre). Eine zeitliche Beziehung der Erkrankung zum Partus ließ sich
nicht nachweisen. Die Tiere wurden einer einheitlichen Therapie unterzogen,
die sich aus einer temporären Trockenstellung unter antibiotischem Schutz
und einer Bluttransfusion bei Erythrozytenkonzentrationen unter 3 T/L zusammensetzte.
7 Kühe wurden mit wiederhergestellter Melkbarkeit auf dem betroffenen Viertel
entlassen. Die durchschnittliche Dauer bis zu diesem Zeitpunkt betrug 9,7 Tage,
wobei sich eine Abhängigkeit zum Ausmaß des Blutverlustes erkennen
ließ.
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