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INHALT WTM 11+12/2011

R. WINKELMAYER und P. PAULSEN
Lebensmittelhygienisch relevante Parasiten bei frei lebendem Wild und deren Detektierbarkeit
Parasites in free-living wild game: relevance for meat hygiene and possibilities of detection

H. AUER
Jagdbares Wild als parasitäre Infektionsquelle für den Menschen in Österreich
Parasites of huntable game dangerous for people in Austria

G. DUSCHER
Der Dunckersche Muskelegel - Alaria alata beim Rotfuchs in Österreich in Relation zum Vorkommen von Wildschweinen
"Duncker´s muscle fluke" - Alaria alata in red foxes from Austria in relation to the occurrence of wild boars Introduction

S. REHBEIN, M. VISSER, C. MESSNER und A.WOHLTMANN
Massiver Befall mit Larven von Kepkatrombicula desaleri (Acari: Trombiculidae) bei einem Gamskitz aus Tirol
Mass infestation of Kepkatrombicula desaleri (Acari: Trombiculidae) larvae in a chamois kid from Tyrol, Austria

C. HÖRWEG, H. PROSL, W. WILLE-PIAZZAI, A. JOACHIM and H. SATTMANN
Prevalence of Fascioloides magna in Galba truncatula in the Danube backwater area east of Vienna, Austria
Prävalenz von Fascioloides magna in Galba truncatula in den Donauauen östlich von Wien, Österreich

C. SILAGHI, D. HAMEL, K. PFISTER and S. REHBEIN
Babesia species and co-infection with Anaplasma phagocytophilum in free-ranging ungulates from Tyrol (Austria)
Babesia Spezies und Koinfektionen mit Anaplasma phagocytophilum in Wildwiederkäuern aus Tirol (Österreich)

J. URSPRUNG und H. PROSL
Vorkommen und Bekämpfung des Amerikanischen Riesenleberegels (Fascioloides magna) in den österreichischen Donauauen östlich von Wien 2000 - 2010
The American Giant Liver Fluke (Fascioloides magna) in the Danube floodplain forests east of Vienna, Austria. Occurrence and control 2000 - 2010

L. SCHWARZ, M. FRENA, M. SKALICKY und H. PROSL
Endoparasitenbefall von Rehen in einem Revier in Niederösterreich
Endoparasite infestation of roe deer from a hunting ground in Lower Austria

E. MEYER-KAYSER, L. HOFFMANN, C. SILAGHI, L. PASSOS, M. MAHLING und K. PFISTER
Zeckenbefall bei Füchsen in Thüringen unter besonderer Berücksichtigung von Füchsen mit Räude
Tick infestation of foxes in Thuringia with special focus on foxes with scabies


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Aus dem Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Bezirkshauptmannschaft Bruck/Leitha und dem Institut für Fleischhygiene, Fleischtechnologie und Lebensmittelwissenschaft, Department für Nutztiere und Öffentliches Gesundheitswesen der Veterinärmedizin der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Lebensmittelhygienisch relevante Parasiten bei frei lebendem Wild und deren Detektierbarkeit



R. WINKELMAYER und P. PAULSEN
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 239 - 244

Schlüsselwörter: EU-Recht, frei lebendes Wild, Wildfleischuntersuchung, kundige Person, Parasiten.

Zusammenfassung
Die Erkennung von Parasiten und parasitären Veränderungen im Rahmen der gesetzlich normierten Wildfleischuntersuchung weist prinzipiell die selben Einschränkungen bzw. Möglichkeiten wie die visuelle Schlachttier- und Fleischuntersuchung auf. Routinemäßig sind nur zur Untersuchung auf Trichinella sp. besondere Methoden vorgesehen. Die erste - und im Falle der Direktvermarktung auch finale - Untersuchung sowohl der äußeren Haut als auch der sichtbaren Muskulatur, des Brust- und Bauchfells und der inneren Organe erfolgt im Regelfall zuerst durch Jäger und "kundige Personen", und nur bei - gesetzlich definierten - bedenklichen Veränderungen durch den amtlichen Tierarzt. Im Fall der Vermarktung des Wildes über Wildbearbeitungsbetriebe wird die Endbeurteilung vom amtlichen Tierarzt vorgenommen. Die Anpassung der Wildfleischuntersuchung an "neue" bzw. neu bewertete Parasiten erfolgt gegebenenfalls über entsprechende rechtliche Änderungen.

Keywords: EU legislation, free living wild game, game meat examination, trained person, parasites.

Summary
Parasites in free-living wild game: relevance for meat hygiene and possibilities of detection
The detection of parasites and associated lesions or symptoms has generally the same possibilities and limitations as visual meat inspection of slaughter animals. On a routine basis, laboratory methods are only implemented for the testing for Trichinella sp. The first examination of skin, visible surfaces of muscles and inner organs is usually performed by hunters and "trained persons" and only in case of - pre-defined - characteristics "indicating that the meat presents a health risk" the official veterinarian conducts the examination. In case of game marketed via game handling establishments, the official veterinarian makes the final decision. Emerging parasites or re-assessment of known parasites have to be addressed by changes in legislation.

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Aus der Abteilung für Medizinische Parasitologie, Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der Medizinischen Universität Wien

Jagdbares Wild als parasitäre Infektionsquelle für den Menschen in Österreich

H. AUER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 245 - 250

Schlüsselwörter: Toxoplasma gondii, Echinococcus multilocularis, Toxocara canis, Alaria alata, Ascaris suum, Trichinella spp., Baylisascaris procyonis.

Zusammenfassung
Das Spektrum jener Parasiten, die in Mitteleuropa in jagdbarem Wild vorkommen, ist zwar sehr breit und umfasst sowohl Einzeller als auch Würmer und Gliederfüßer (z. B. Milben), allerdings ist die Anzahl jener Parasiten, die entweder häufig und/oder gefährliche Krankheitserreger für den Menschen darstellen, ziemlich gering (Echinococcus multilocularis, Toxocara canis, Alaria alata, Ascaris suum, Trichinella spp., Baylisascaris procyonis). Auch das Spektrum jener Wildtiere, die für den Menschen Gefahrenquellen sein können, ist bescheiden (Fuchs, Wildschwein, Waschbär). Im Folgenden soll kurz auf die Epidemiologie und die Nosologie der genannten Parasitenspezies eingegangen werden.

Keywords: Toxoplasma gondii, Echinococcus multilocularis, Toxocara canis, Alaria alata, Ascaris suum, Trichinella spp., Baylisascaris procyonis.

Summary
Parasites of huntable game dangerous for people in Austria
Although the spectrum of parasites living in huntable game in Central Europe is broad and encompasses protozoa as well as helminths and arthropods (e.g. mites) only a very few parasite species represent abundant and/or dangerous ones (i.e. Echinococcus multilocularis, Toxocara canis, Alaria alata, Ascaris suum, Trichinella spp., Baylisascaris procyonis). Also the spectrum of those wild animals which may pose as sources of parasitic infections is rather poor (red fox, wild boar and racoon). The following report represents a short synopsis about the epidemiology and nosology of those important zoonotic parasites.


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Aus dem Institut für Parasitologie, Department für Pathobiologie, der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Der Dunckersche Muskelegel - Alaria alata beim Rotfuchs in Österreich in Relation zum Vorkommen von Wildschweinen


G. DUSCHER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 251 - 254

Schlüsselwörter: Alaria alata, Distomum musculorum suis, Dunckerscher Muskelegel, Rotfuchs, Tichinenuntersuchung.

Zusammenfassung
Der Trematode Alaria alata lebt als adulter Egel im Dünndarm von Karnivoren (z.B. Füchsen). Die mit dem Kot ausgeschiedenen Eier des Egels entwickeln sich im Wasser weiter und gelangen über 2 obligate Zwischenwirte (erster Zwischenwirt: Süßwasserschnecke, zweiter Zwischenwirt: Amphibien) wieder in den Endwirt. Zusätzlich können die Mesozerkarien (Stadien im zweiten Zwischenwirt) durch phagäre Aufnahme an paratenische Wirte weitergegeben werden. Dafür kommen z. B. Schlangen, Marder, Wildschweine oder ähnliche in Frage. In diesen Wirten werden die Mesozerkarien gestapelt und bleiben infektiös. Bei einer Untersuchung von Füchsen aus Österreich konnten Prävalenzen von 0,16 - 22,06 % ermittelt werden. Dabei zeigten sich vor allem im Osten Österreichs vermehrt A. alata-positive Füchse. Gerade in diesen Gebieten werden auch vermehrt Wildschweine erlegt. Hier kommt es daher zu einer Überschneidung von höheren Prävalenzen in Füchsen und von größeren Wildschweindichten. Über den Verzehr von unzureichend erhitztem Wildschweinfleisch besteht zudem ein Risikopotenzial für den Menschen, da dieser sich ebenfalls mit Mesozerkarien infiziert und auch an Alariose erkranken kann. Die für die Trichinenuntersuchung eingesetzte Methode ist zur Untersuchung von Wildschweinfleisch auf A. alata nur bedingt geeignet. In der Literatur wird daher ein Auswanderverfahren zur Detektion von Mesozerkarien in Wildschweinfleisch empfohlen.

Keywords: Alaria alata, Distomum musculorum suis, red fox, Trichinella inspection method.

Summary
"Duncker´s muscle fluke" - Alaria alata in red foxes from Austria in relation to the occurrence of wild boars


Introduction
The trematode Alaria alata is parasiting in the intestines of carnivores (e.g. red foxes) as final hosts. During their life cycle 2 obligatory intermediate hosts are used (snail and amphibians). The mesocercarial stage (also known as Distomum musculorum suis) is found in the second intermediate hosts (amhibians) and can be transmitted on due to oral consumption of the intermediate hosts to paratenic hosts such as snakes, martens or wild boars. The mesocercariae remain infectious in the paratenic hosts and can accumlate.
Material and methods
Intestines of 1980 red foxes sampled from 1992 to 2004 in Austria for the projekt "EchinoRisk" (QLRT-2000-01995) and for other fox tapeworm projects were examined for A. alata by using the "shaking in a vessel" technique.
Results
The A. alata prevalences in red foxes ranged between 0.16 and 22.06 % in the different areas of the country with higher the prevalences found in the eastern parts of Austria.
Conclusion
The higher prevalence of A. alata positive foxes in the eastern parts overlaps with areas showing a higher proportion of wild boars in the national hunting bag. This indicates that these areas pose a potential risk for wild boars to become infected with mesocercariae. Furthermore, these wild boars may act as transmitters of the mesocercariae to humans who eat undercooked wild boar meat. The inspection method for Trichinella is not reliable for the detection of A. alata mesocercariae. Therefore the migration method is recommended in the literature.

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Aus dem Kathrinenhof Research Center der Merial GmbH, der Tierarztpraxis C. Messner und der Universität Bremen

Massiver Befall mit Larven von Kepkatrombicula desaleri (Acari: Trombiculidae) bei einem Gamskitz aus Tirol

S. REHBEIN, M. VISSER, C. MESSNER und A.WOHLTMANN
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 255 - 260

Schlüsselwörter: Herbstgrasmilben, Trombikulidose, Rupicapra r. rupicapra.

Zusammenfassung
Bei einem Gamskitz (Rupicapra r. rupicapra), das im Dezember 2009 als sehr schwaches Stück in den Zillertaler Alpen in Tirol erlegt worden war, wurde ein massiver Befall mit orangeroten Trombikuliden-Larven, Kepkatrombicula desaleri, festgestellt. Die Infestation mit den Milben- Larven betraf vor allem die wenig behaarten Bereiche des Hauptes (Umgebung von Äser und Lichtern; Ohrmuschel), auffällige Veränderungen der Haut selbst waren nicht feststellbar. Die schlechte Kondition des Gamskitzes war aber vor allem auf den hochgradigen Helminthenbefall des Gastrointestinaltraktes und die Protostrongyliden-Infektion der Lunge zurückzuführen.

Keywords: trombidiosis, chiggers, Rupicapra r. rupicapra.

Summary
Mass infestation of Kepkatrombicula desaleri (Acari: Trombiculidae) larvae in a chamois kid from Tyrol, Austria

Introduction
A massive infestation of orange-red chiggers, larvae of Kepkatrombicula desaleri, was diagnosed in a chamois kid (Rupicapra r. rupicapra) which was harvested in bad physical condition in December 2009 in the Zillertal Alps in Tyrol, Austria. The chiggers were predominately infesting the head accumulating in the areas around the mouth and eyes, and in the pinnae; however, gross skin lesions were not observed. The poor condition of the kid, however, was caused by the heavy helminth burden of the gastrointestinal tract and the protostrongylid lungworm infection.

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From the Museum of Natural History Vienna, 3. Zoology (Invertebrates) and the Institute of Parasitology, Department for Pathobiology, University of Veterinary Medicine, Vienna

Prevalence of Fascioloides magna in Galba truncatula in the Danube backwater area east of Vienna, Austria

C. HÖRWEG, H. PROSL, W. WILLE-PIAZZAI, A. JOACHIM and H. SATTMANN
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 261 - 267

Keywords: Galba truncatula, Fascioloides magna, Fasciola hepatica, digenea, Danube backwater area, Austria.

Summary
Fascioloides magna is a digenean parasite of various wild ruminants. It was originally introduced to Europe from North America in the 19th century and first recorded in the wild in Austria in 2000 at Fischamend, southeast of Vienna. Later, several cases were detected in the Danube backwater region between Vienna and Bratislava. The lymnaeid snail Galba truncatula is known to act as natural intermediate host of F. magna in Europe.
In this study prevalence and distribution of the parasite in the snail host were investigated between August 2004 and September 2005. Snails were dissected, digeneans roughly determined by light microscopy. Species determination of rediae and cercariae with fasciolid appearance was carried out by PCR and DNA sequencing. A total of 109 locations in this region were investigated.
Galba truncatula was recorded at 38 locations, usually with high frequency at swampy embankments of slow running water, near the water line. A total of 10,059 individuals of Galba truncatula were examined, of which 244 were infected (prevalence of 2.43 %) with different digeneans. The findings included stages of F. magna, Fasciola hepatica, Paramphistomum sp., Haplometra cylindracea, Tylodelphis sp., Notocotylus sp. and of Echinostomatidae as well. Some stages remained unidentified. F. magna was recorded only 3 times (prevalence of 0.03 %). All findings originated from one locality at the northern bank of the river Fischa. Another finding records F. hepatica, from a locality nearby.
Further monitoring of final hosts and mapping of intermediate snail hosts are recommended to estimate the epidemiology of the parasite and dispersal risk onto other regions and hosts.

Schlüsselwörter: Galba truncatula, Fascioloides magna, Fasciola hepatica, Digenea, Donauauen, Österreich.

Zusammenfassung
Prävalenz von Fascioloides magna in Galba truncatula in den Donauauen östlich von Wien, Österreich

Einleitung
Der amerikanische Riesenleberegel, Fascioloides magna, ist ein digener Trematode, der in der Leber verschiedener Wiederkäuer lebt. Der Parasit wurde im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppt. In Österreich wurde der Leberegel in freier Wildbahn erstmals im Jahr 2000 in Fischamend, südöstlich von Wien, in Rothirschen (Cervus elaphus) und ab 2001 in Rehen (Capreolus capreolus) nachgewiesen. Galba truncatula, eine amphibisch lebende Schnecke aus der Familie Lymnaeidae, ist in Europa der wichtigste Zwischenwirt dieses Leberegels (Abb. 1). In der vorliegenden Studie wurden die Donau- Auen zwischen Wien und Bratislava, sowie Auen am Unterlauf der March einerseits auf das Vorkommen der Überträgerschnecken, andererseits auf die Infektion mit Stadien von digenen Trematoden, insbesondere Fascioloides magna, untersucht.
Material und Methode
Im Zeitraum von Juli 2004 bis September 2005 wurden im Gebiet des Nationalpark Donau-Auen sowie bei Fischamend, Hainburg, Markthof und Marchegg insgesamt 109 Standorte - zum Teil mehrmals - beprobt (Abb. 2). Gefundene Schnecken wurden seziert und im Lichtmikroskop auf Stadien digener Trematoden hin untersucht. Redien und Zerkarien mit Fasciolidae-artiger Morphologie wurden mittels molekularer Methoden bestimmt.
Ergebnisse
Die Leberegelschnecke Galba truncatula wurde an 38 (von 109 untersuchten) Standorten (Abb. 2), in meist großer Dichte, gefunden. Die Art ist im untersuchten Gebiet sehr verbreitet. In erster Linie wurden dichte Populationen an den schlammigen, flachen Ufern langsam fließender Gewässer gefunden. Alleine an den Standorten um Fischamend (Fischa) und Orth (Große und Kleine Binn) konnten an die 8.000 Individuen gesammelt werden (Tab. 1). Insgesamt wurden 10.059 Galba truncatula untersucht. 244 Schnecken waren mit digenen Trematoden befallen, was einer Gesamtprävalenz von 2,43 % entspricht. Gefunden wurden Fascioloides magna, Fasciola hepatica, Paramphistomum sp., Haplometra cylindracea, Tylodelphis sp., Notocotylus sp. und Echinostomatidae (Abb. 3). Fascioloides magna wurde lediglich in Fischamend am Nordufer der Fischa im Sommer gefunden. Die Prävalenz von F. magna im Untersuchungsgebiet war mit 0,03 % außerordentlich niedrig. Des Weiteren gelang ein Fund einer mit Redien von Fasciola hepatica, dem heimischen Großen Leberegel, infestierten Schnecke - ebenfalls am Nordufer der Fischa (Abb. 4).
Diskussion
Die Daten belegen, dass ein autochthoner Zyklus des eingeschleppten Parasiten etabliert ist. Hohe Schneckendichten, unmittelbar hinter dem Ufer liegende Überschwemmungswiesen, die dem Wild als Weiden dienen, sowie nahe gelegene Fütterungsplätze lassen diesen Fundort an der Fischa ideal für die Übertragung erscheinen. Zwar ist die Prävalenz des Parasiten in den Überträgerschnecken sehr gering, doch kann dies auf die vorangegangene Medikation des Wildes zurückgeführt werden. Überdies kann mit stark schwankenden Prävalenzen aufgrund von jährlich unterschiedlichen Umweltbedingungen, wie Hochwasser und Temperatur, gerechnet werden. Der Fund des einheimischen Leberegels Fasciola hepatica im gleichen Gebiet ist von human- und veterinärmedizinischem Interesse. Als wichtigste unmittelbare Maßnahmen erscheinen die gezielte Lenkung des Wildes durch Verlegung der Fütterungsstellen an Plätze mit geringem Infektionsrisiko, sowie das ausreichende Lagern des Heus von Überschwemmungswiesen aus Risikogebieten, geeignet.
Weiteres Monitoring des Wildes scheint angebracht, um die Dynamik der Infektion im untersuchten Gebiet im Auge zu behalten und die Risiken einer Ausbreitung besser abschätzen zu können. Auch eine Einschätzung der Gefährdung von Weidevieh sollte vorgenommen werden. Eine Kartierung potenzieller Vektorschnecken der Familie Lymnaeidae (mit den Genera Galba, Stagnicola, Radix u.a.) entlang von vermuteten Ausbreitungswegen ist dringend zu empfehlen.

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From the Comparative Tropical Medicine and Parasitology (Department of Veterinary Sciences) of the Faculty of Veterinary Medicine, Ludwig-Maximilians-Universität München, and the Kathrinenhof Research Center of the Merial GmbH

Babesia species and co-infection with Anaplasma phagocytophilum in free-ranging ungulates from Tyrol (Austria)

C. SILAGHI, D. HAMEL, K. PFISTER and S. REHBEIN
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 268 - 274

Keywords: Babesia capreoli, Babesia divergens, Babesia odocoilei-like, Babesia sp. EU1, Anaplasma phagocytophilum, mountain ungulates, Austria.

Summary
The occurrence of the tick-transmitted pathogens Babesia spp. and co-infections with Anaplasma phagocytophilum were studied in wild ungulates from the northern and central eastern Alps in Tyrol, Austria. Spleen (n=77) or liver (n=1) samples were collected from 78 animals during the hunting seasons 2008-2010 (19 roe deer, Capreolus capreolus; 12 red deer, Cervus elaphus; 23 Alpine chamois, Rupicapra r. rupicapra; 18 Alpine ibex, Capra i. ibex; 6 European mouflons, Ovis orientalis musimon) and analysed by molecular methods. DNAextracts were screened with a conventional PCR targeting the 18S rRNA gene for detection of Babesia-DNA followed by sequencing and by using a real-time PCR for A. phagocytophilum. 14 of the 78 animals (17.9 %) tested positive for babesias, and 30 (38.5 %) were A. phagocytophilum-positive. Sequencing of the PCRproducts of Babesia spp. revealed the presence of Babesia capreoli in roe deer and chamois, B. divergens in the ibex, B. odocoilei-like species in red deer and Babesia sp. EU1 in chamois. 12 of the 14 Babesia-positive animals were also infected with A. phagocytophilum which was statistically significant (p<0.0001). This study is the first report of the detection of DNA of B. divergens in the Alpine ibex, Babesia sp. EU1 in the Alpine chamois, and B. odocoilei-like species in red deer in Austria. Furthermore, co-infections of babesias and A. phagocytophilum are reported for the first time in wild ruminants in Austria. The results of this study show that these tick-borne pathogens are prevalent in free-ranging cervid and caprine ungulates in Austria. The potential impact of infection on their health requires further studies.

Schlüsselwörter: Babesia capreoli, Babesia divergens, Babesia odocoilei-like, Babesia sp. EU1, Anaplasma phagocytophilum, Wildwiederkäuer, Österreich.

Zusammenfassung
Babesia Spezies und Koinfektionen mit Anaplasma phagocytophilum in Wildwiederkäuern aus Tirol (Österreich)

Einleitung
Das Vorkommen der durch Zecken übertragenen Krankheitserreger Babesia spp. und Koinfektionen mit Anaplasma phagocytophilum ist bei Wildwiederkäuern aus den nördlichen und östlichen Zentralalpen in Tirol, Österreich, untersucht worden.
Material und Methode
Milz- (n=77) bzw. Leberproben (n=1) von insgesamt 78 Tieren (19 Rehe, Capreolus capreolus; 12 Rothirsche, Cervus elaphus; 23 Gämsen, Rupicapra r. rupicapra; 18 Alpensteinböcke, Capra i. ibex ; 6 Europäische Mufflons, Ovis orientalis musimon) wurden während der Jagdsaison der Jahre 2008-2010 gesammelt und mit molekularbiologischen Methoden analysiert. DNS-Extrakte wurden mittels einer konventionellen PCR mit dem Zielgen 18S rRNA und anschließender Sequenzierung auf Babesien-DNS bzw. mittels einer real-time PCR auf DNS von A. phagocytophilum untersucht.
Ergebnisse
Insgesamt 14 der 78 Tiere (17,9 %) waren Babesienpositiv und 30 (38,5 %) waren A. phagocytophilum-positiv. Die Sequenzierung der Babesien-PCR-Produkte ergab den Nachweis von Babesia capreoli in Reh und Gämse, von B. divergens im Alpensteinbock, von B. odocoilei-like- Spezies im Rotwild und von Babesia sp. EU1 in einer Gämse. 12 der 14 Babesien-positiven Tiere waren mit A. phagocytophilum koinfiziert, was sich als statistisch signifikant erwies (p<0,0001).
Diskussion
Dies ist der erste Nachweis von DNS von B. divergens beim Alpensteinbock, von Babesia sp. EU1 bei der Gämse und von B. odocoilei-like-Spezies bei österreichischen Rothirschen. Gleichzeitig wurden Koinfektionen von Babesien und A. phagocytophilum bei Wildwiederkäuern in Österreich zum ersten Mal nachgewiesen. Die Ergebnisse dieser Studie machen deutlich, dass diese durch Zecken übertragenen Erreger bei Wildwiederkäuern in Österreich weit verbreitet sind. Weitere Untersuchungen sind nötig, um den Einfluss der Infektion auf den Gesundheitszustand des Schalenwildes zu charakterisieren.

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Aus der Tierarztpraxis Josef Ursprung und dem Institut für Parasitologie, Department für Pathobiologie, der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Vorkommen und Bekämpfung des Amerikanischen Riesenleberegels (Fascioloides magna) in den österreichischen Donauauen östlich von Wien 2000 - 2010


J. URSPRUNG und H. PROSL
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 275 - 284

Schlüsselwörter: Fascioloides magna, Cervus elaphus, Capreolus capreolus, Prävalenz, Bekämpfung, Triclabendazol, Donauauen, Österreich.

Zusammenfassung
Der Amerikanische Riesenlebergel Fascioloides magna, ein mit importiertem Wild nach Europa eingeschleppter Parasit, wird seit dem Jahr 2000 in den österreichischen Donauauen östlich von Wien nachgewiesen. Wegen seiner jagdwirtschaftlichen Schadwirkung und der Gefahr der Ansteckung von Haustieren besteht seit 2001 ein Projekt zur Überwachung und Kontrolle des Parasiten. Dabei werden neben Losungen die Lebern von Rothirschen und Rehen, die erlegt oder als Fallwild aufgefunden wurden, untersucht. Seit Februar 2001 wird das Rotwild mit Triclabendazol-mediziniertem Futter behandelt.
Von 2001 bis 2005 konnte die Prävalenz und Befallsintensität im Raum Fischamend, südlich der Donau, wo sich das Vorkommen zu dieser Zeit konzentrierte, deutlich abgesenkt werden. Die Prävalenz ging von 100 % auf 13.% zurück, die Befallsintensität von 47,3 Egel/Leber (Min.: 2, Max.: 107) auf 2,3 Egel/Leber (Min.: 1, Max.: 3). Im Jahre 2006 gab es wieder einen Anstieg der Prävalenz auf 72,7 %, die danach nur mehr langsam zurückging und 2010 46,7 % betrug. Daneben verlagerte sich der Schwerpunkt des Leberegelvorkommens ab 2007 immer mehr auf das Gebiet nördlich der Donau, von wo bis dahin nur vereinzelte Funde kamen. Seit 2008 werden auch dort Behandlungen durchgeführt, doch ist dies nur an wenigen Stellen außerhalb des Nationalparks möglich. Ob damit eine effiziente Kontrolle des Parasiten und Abwendung jagdwirtschaftlicher Schäden möglich ist, ist fraglich.

Keywords: Fascioloides magna, Cervus elaphus, Capreolus capreolus, prevalence, control, triclabendazole, Danube floodplain forests, Austria.

Summary
The American Giant Liver Fluke (Fascioloides magna) in the Danube floodplain forests east of Vienna, Austria. Occurrence and control 2000 - 2010


Introduction
The American Giant Liver Fluke (Fascioloides magna) was imported to Europe several times with wapitis and white-tailed-deer back in the 19th and 20th century. This liver fluke mainly parasitizes ruminants, particularly various cervid species (Cervidae). In America a broad spectrum of host species has been recorded, including cattle.
In Austria the parasite was first recorded in the wild in 2000 in the Danube floodplain forests east of Vienna (Fig. 1) in red deer and one year later in roe deer. Pathogenity in red deer can be expressed in body mass loss, trophy impairment and serious general health problems in the case of heavy infestation. In roe deer, even few flukes can be fatal. In Europe the lymnaeid snail Galba truncatula has proved to act as the main intermediate host.
Material and methods
In 2000 a monitoring project was started to assess the impact on hunting economy and to examine hygienic consequences for game and cattle management. Since February 2001 red deer have been treated in one hunting area on the south side of Danube. No treatments were conducted within the national park (NP) but some northern sites outside the NP were included as of 2008. The treatment involved mixing Triclabendazol into the winter feed.
The hunting area Fischamend south of Danube was monitored throughout 10 years (2001 - 2010). The livers from red deer from all individuals that had been shot or found dead were dissected. Additionally faeces of red deer were collected at regular intervals and scanned for fluke eggs. From the areas of the national park at both sides of the Danube river, only livers with diseased appearance were examined.
Results
After treatment, between 2001 and 2005, prevalence and intensity decreased markedly in the Fischamend area. Prevalence decreased from 100 % to 13 %, intensity decreased from 47 (Min. 2, Max. 107) to 2 (Min. 1; Max. 3) individuals per liver. In the northern area only single records of positive deer had been recorded until that time. In 2006, however, the prevalence in the southern area (Fischamend) increased again up to 72 %, then and decreased slowly until 2010 to 46 %. Also the number of eggs in faeces followed the pattern of fluke prevalence, decreasing considerably after 2000 but increasing in 2006 and persisting up to 2010. The focus of the infection apparently shifted to the northern areas from 2007 on, marked by increasing intensities. The latter data set allows no estimate of prevalence.
Conclusion
Clearly, the parasite has successfully settled the studied environment. Medical treatment has markedly reduced the parasite's prevalence and intensities, but was inadequate to eradicate the fluke. Further monitoring will be indispensable in order to evaluate the risks of dispersion and to determine the potential success of medication and other measures to combat the pathogen.

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Aus dem Institut für Parasitologie, Department für Pathobiologie, und dem Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik, Abteilung Pathophysiologie, Department für biomedizinische Wissenschaften, der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Endoparasitenbefall von Rehen in einem Revier in Niederösterreich


L. SCHWARZ1, M. FRENA, M. SKALICKY und H. PROSL
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 285 - 291

Schlüsselwörter: Reh, Magen-Darm-Strongyliden, Eimeria spp., Dictyocaulus capreolus.

Zusammenfassung
40 Magen-Darmtrakte und Lebern sowie 44 Lungen von Rehen aus einem niederösterreichischen Revier wurden parasitologisch untersucht. Zum einen sollte die Befallsintensität von Kitzen mit Eimeria spp., Lungenwürmern und Magen-Darmnematoden zum Zeitpunkt des Abschusses mit den Werten von Geißen verglichen werden und zum anderen sollte die taxonomische Stellung der bei Rehen vorkommenden Dictyocaulus-Art molekularbiologisch abgeklärt werden. Das Material stammte von 19 Geißen, 11 Geißkitzen und 10 Bockkitzen, die an je einem festgelegten Wochenende im Oktober 2006 (20 Tiere) und 2007 (20 Tiere) erlegt wurden. Zusätzlich standen für die taxonomische Abklärung je 2 mit Dictyocaulus spec. befallene Lungen aus 2 weiteren Revieren zur Verfügung.
Folgende Parasiten konnten nachgewiesen werden: aus dem Labmagen: Haemonchus contortus (25 %), Ostertagia leptospicularis (90 %), Rinadia mathevossiani (7,5 %), Skrjabinagia kolchida (67,5 %), Spiculopteragia boehmi (52,5 %), Trichostrongylus axei (52,5 %); aus dem Dünndarm: Trichostrongylus capricola (42,5 %), Trichostrongylus colubriformis (5 %), Nematodirus europaeus (25 %); aus dem Blind- und Dickdarm: Trichuris capreoli (50 %), Chabertia ovina (45 %), Oesophagostomum venulosum (22,5 %); aus dem Kot: Eimeria capreoli (35 %), Eimeria panda (10 %), Eimeria ponderosa (10 %), Eimeria rotunda (10 %), Eimeria superba (17,5 %) und aus der Lunge: Dictyocaulus spec. (35 %), Vareostrongylus capreoli (35 %). Kitze waren signifikant stärker mit Eimeria spp., H. contortus, O. leptospicularis und Tr. capreoli infiziert als Geißen. Sowohl die Oozysten- als auch die Eiausscheidung waren bei den Kitzen höher. Die Untersuchung der großen Lungenwürmer mittels ITS2-PCR und anschließender Sequenzierung ergab, dass es sich zumindest bei den untersuchten Exemplaren um Dictyocaulus capreolus handelte.

Keywords: roe deer, helminths, Eimeria spp., Dictyocaulus capreolus.

Summary
Endoparasite infestation of roe deer from a hunting ground in Lower Austria


Introduction
Infections with endoparasites are very common in roe deer populations and can cause reduced body mass, disease and even death. Therefore it is of great importance for hunters to minimize the parasite burden in their hunting grounds. It is known that fawns are more prone to parasite infections and their consequences than adult animals. Infected fawns frequently excrete parasites, thus contaminating the environment. The aim of this study was to examine 40 intestinal tracts and 44 lungs from roe deer for endoparasites and to determine the parasite species found. Furthermore the species of lungworm found in Austrian roe deer was to be defined.
Material and methods
Samples were collected once in October 2006 (n=20) and once in October 2007 (n=20). In total, 19 does, 11 female fawns and 10 male fawns were available. Additionally, lungs were available from 2 other hunting grounds for lungworm identification. Faecal samples were examined for parasite stages by flotation and the number of oocysts and eggs per gramme of faeces was counted by the McMaster technique. Intestinal tracts were examined for occurrence and infestation degree of nematodes.
The lungs were dissected and recovered adult lungworms were characterised by ITS2-PCR and sequencing.
Statistical analysis was done by using the program SPSS 13.0.
Results
All 5 Eimeria species described in Austria were identified after faecal flotation. In total 14 nematode species were found: Ostertagia leptospicularis with the highest prevalence (90 %) and Trichostrongylus colubriformis with the lowest prevalence (5 %).
Statistical analysis showed that fawns excreted significantly more oocysts of coccidia and nematode eggs than does. In the same way fawns were significantly higher infected with H. contortus, O. leptospicularis und Tr. capreoli. Furthermore, fawns were significantly more infected with Dictyocaulus spec. than does. There was no correlation between body mass and parasite infestation.
Biomolecular characterization of the found specimens of lungworms with ITS2-PCR followed by sequencing showed that the investigated examples at least are Dictyocaulus capreolus.
Conclusion
Endoparasites such as coccidia, lungworms and nematodes can cause severe infections in roe deer, especially in fawns. So, high parasite burdens can indicate bad environmental conditions, too high population density or lack of food. Thus for hunters parasite infestations should be a sign for intervention, e.g. population control.
The Eimeria species of roe deer are host specific and E. ponderosa is considered to be most pathogenic under roe deer coccidia. Furthermore these pathogenic species could be found predominantly in fawns, possibly because young animals are more susceptible to infections due to the need to undergo primary infection for the development of protective immunity.
Fawns were more intensely and more frequently infected with some nematodes and coccidia than does. Furthermore excretion of nematode eggs was significantly higher in fawns than in adult roe deer. Consequently infected fawns facilitate environmental contamination.
The taxonomic classification of Dictyocaulus from roe deer has previously led to different descriptions in literature. Latest biomolecular investigations identified D. capreolus as a new species and genetic sequencing showed that in animals of this study also D. capreolus was found.
Summing up, fawns infected with endoparasites are contaminating their habitat. Therefore recognition and hunting of infected animals has to be justified for a healthy and stable population. Hence hunters play a main role in maintaining health of their wildlife stock.

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Aus dem Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (TLLV), Bad Langensalza, dem Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie und dem Statistischen Beratungslabor, Institut für Statistik, Ludwig- Maximilians-Universität München

Zeckenbefall bei Füchsen in Thüringen unter besonderer Berücksichtigung von Füchsen mit Räude


E. MEYER-KAYSER, L. HOFFMANN, C. SILAGHI, L. PASSOS, M. MAHLING und K. PFISTER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 98 (2011), 292 - 296

Schlüsselwörter: Rotfuchs, Zeckenbefall, Räude, Ixodes ricinus, I. hexagonus, I. canisuga, Dermacentor reticulatus.

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Studie war es, einige Informationen zum natürlichen Zeckenbefall der Füchse in Thüringen vorzustellen, mit Schwerpunkt auf den Zeckenbefall bei Füchsen mit klinisch manifester Räude.
Im Zeitraum vom 1.1.2009 - 31.12.2009 wurden im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz 1.286 Rotfüchse (Vulpes vulpes) auf das Vorhandensein von Zecken untersucht und dabei insgesamt 13.227 Exemplare (4.513 Adulte, 2.358 Nymphen und 6.356 Larven) abgesammelt.
Die eingesammelten Zecken wurden mit Ausnahme der Larven nach Art, Entwicklungsstadium und Geschlecht differenziert. Das Spektrum umfasste die Spezies Ixodes ricinus, I. hexagonus, I. canisuga und Dermacentor reticulatus.
Unter den zur Untersuchung angelieferten Füchsen waren regelmäßig Tiere mit klinisch manifester Räude (92 Exemplare; 7,2 %), weitergehende Untersuchungen zur Räude waren jedoch nicht möglich. Bereits während der laufenden Untersuchung, insbesondere jedoch während der Quantifizierung und Artendifferenzierung der Zecken fiel auf, dass bei räudigen Füchsen die Intensität und Zusammensetzung des Zeckenbefalls auffällig stärker auftrat als bei klinisch unauffälligen Tieren.
Der Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass Füchse mit Räude häufiger mit Zecken befallen waren als unauffällige Füchse (82,6 % bzw. 76,5 %). Ebenso war der durchschnittliche Zeckenbefall/Fuchs mit Räude signifikant höher als bei klinisch unauffälligen Tieren (33,4 bzw. 11,7 Zecken pro Fuchs).
Bezüglich des Spektrums ist festzuhalten, dass Füchse mit Räude signifikant häufiger und intensiver mit den endophilen Zecken I. hexagonus und I. canisuga befallen waren. Hingegen war die Befallsrate mit I. ricinus-Zecken tendenziell höher bei klinisch unauffälligen Füchsen, während die I. ricinus-Befallsintensität bei räudigen Tieren ebenfalls höher war. Die Auwaldzecke D. reticulatus trat nur bei 7 klinisch unauffälligen Füchsen auf.
Mischinfestationen waren signifikant häufiger bei Füchsen mit klinisch manifester Räude.
Die Rolle der Füchse, einschließlich der räudigen Füchse, als wichtige Wirte für endophile und exophile Zecken, muss in Bezug auf durch Zecken übertragbare Krankheiten und deren Lebenszyklus in Zukunft weiter erforscht werden.

Keywords: red fox, tick infestation, scabies, Ixodes ricinus, I. hexagonus, I. canisuga, Dermacentor reticulatus.

Summary
Tick infestation of foxes in Thuringia with special focus on foxes with scabies


Introduction
The objective of the present study was to present some data on the natural tick infestations of foxes in the region of Thuringia, with emphasis on the tick infestation in foxes with clinical manifest scabies.
Material and methods
From 1st of January to 31st of December 2009, 1,268 red foxes (Vulpes vulpes) were examined for the presence of ticks in the diagnostic laboratory for food safety and consumer protection of Thuringia (Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz-TLLV). A total of 13,227 ticks were collected from foxes (4,513 adults, 2,358 nymphs and 6,356 larvae).
The ticks were differentiated according to their developmental stage, gender and tick species, except for larvae. The spectrum included Ixodes ricinus, I. hexagonus, I. canisuga and Dermacentor reticulatus.
Results
Regularly scabies was observed and macroscopically diagnosed amongst the foxes that were sent to the laboratory (92; 7.2 %). Further laboratory examinations for the diagnosis of scabies were not realized. During the tick collection and especially during the quantification and differentiation of the ticks, it became evident that foxes with manifest clinical scabies had a conspicuously stronger infestation intensity and often a different tick population than clinically unapparent foxes.
The comparison of the results showed that foxes with scabies were more often infested with ticks than clinically unapparent foxes (82.6 % and 76.5 %, respectively) and that the intensity of infestation was also higher than in clinically unapparent foxes, with an average of 33.4 (2,540/76) ticks per fox.
Discussion
With regard to the tick spectrum, foxes with scabies were infested significantly higher and more intensive with the endophilic ticks I. hexagonus and I. canisuga. In contrast, the infestation rate with I. ricinus seemed higher in clinically unapparent foxes, but the infestation intensity was also higher in foxes with macroscopically scabies. D. reticulatus was only found on 7 clinically unapparent foxes.
Mixed infestations were significantly more frequent in foxes with manifest clinical scabies.
The role of foxes, including foxes with scabies, as important hosts for endophilic and exophilic ticks, needs to be further characterized in terms of tick-borne disease agents and their life cycle.

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