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INHALT WTM 09+10/2009
S. NEUHAUSER, F. PALM, M.H. SELTENHAMMER, A. GRUBER, C. SIEDLER and C. AURICH
Ataxie bei einer hochträchtigen Stute, ausgelöst durch
ein Melanom nahe dem Hirnstamm
Ataxia in a late pregnant mare caused by a malignant
melanoma adjacent to the brain stem
A. THEINER, R. KRAMETTER-FRÖTSCHER, B. PREYLER, A. TICHY, K. MÖSTL und W. BAUMGARTNER
Seroepidemiologische Untersuchungen zum
Vorkommen von Pestivirus Antikörpern bei Schafen in
Vorarlberg (Österreich)
Serological investigation of pestivirus antibody prevalence
in sheep in Vorarlberg (Austria)
B. SCHWARZ und B. LITSCHAUER
Dermanyssus gallinae assoziierte Dermatitis mit
Pruritus bei einem Pferd
Dermanyssus gallinae -associated pruritic dermatitis
in a horse
S. GLEICH, K. KAMENICA, D. JANIK, V. BENETKA, K. MÖSTL, W. HERMANNS and K. HARTMANN
Infektiöse Hundehepatitis in Zentraleuropa - Infektion
eines Welpen in Deutschland mit dem Caninen Adenovirus-
1 Infectious canine hepatitis in central Europe - Canine
Adenovirus-(CAV)-1 infection in a puppy in Germany
B. PREYLER-THEINER, R. KRAMETTER-FRÖTSCHER, A. THEINER, A. TICHY,
K. MÖSTL und W. BAUMGARTNER
Seroprävalenzstudie von Pestivirusinfektionen bei
Ziegen in Vorarlberg (Österreich)
Studies on the seroprevalence of pestivirus infections
in the goat population of Vorarlberg (Austria)
S. SCHÄFER-SOMI, J. SPERGSER and C. AURICH
Bakterien und Mykoplasmen im Ejakulat von Rüden -
eine retrospektive Studie
Bacteria and mycoplasms in canine ejaculates -
a retrospective survey
S. ELICKER, E. MAYRHOFER, N. SCHERER, L. FISCHER, H. WEISSENBÖCK und W. SIPOS
Retrospektive Analyse der Ätiologie respiratorischer
Erkrankungen von Mastschweinen sowie Jung- und
Zuchtsauen aus Österreich
Retrospective analysis of the aetiology of respiratory
diseases of Austrian fattening pigs as well as gilts and
sows
From the Centre for Artificial Insemination and Embryo Transfer, Clinic for Obstetrics, Gynaecology and Andrology, the Clinic
for Surgery, Equine Biotechnology Unit, the Institute of Pathology and Forensic Veterinary Medicine, and the Clinic for
Orthopaedics, University of Veterinary Medicine, Vienna, Austria
Ataxie bei einer hochträchtigen Stute, ausgelöst durch
ein Melanom nahe dem Hirnstamm
S. NEUHAUSER, F. PALM, M.H. SELTENHAMMER, A. GRUBER, C. SIEDLER and C. AURICH
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 210 - 214

Schlüsselwörter: Ataxie, Pferd, Immunhistochemie,
Melanom, Trächtigkeit, Reverse Transkriptase PCR.
Zusammenfassung
Eine neunjährige Warmblut Schimmelstute wurde
während der Spätträchtigkeit mit einer hochgradigen Ataxie
vorgestellt. Bei der Sektion wurden angrenzend an den
Hirnstamm Melanome gefunden, es gab allerdings keine
Hinweise für ein primäres Melanom an den üblichen Lokalisationen
wie Perineum, Unterseite der Schweifrübe oder
am äußeren Genitale. Die histologische Untersuchung der
tumorösen Massen ergab Melanozyten mit zellulärem und
nukleärem Pleomorphismus. Melanozytäre Infiltrate konnten
überdies im Musculus parotidoauricularis, im Plexus
chorioideus, in den Leptomeningen und in Gefäßwänden
gefunden werden. Immunhistochemisch konnte gp100 mittels
HMB-45-Antikörperfärbung nachgewiesen werden,
und die Reverse Transcriptase PCR zeigte eine Expression
von gp75 und gp100 im Tumorgewebe.
 Keywords: ataxia, horse, immunohistochemistry, melanoma,
pregnancy, reverse transcriptase PCR.
Summary
Ataxia in a late pregnant mare caused by a malignant
melanoma adjacent to the brain stem
A 9-year-old Warmblood grey horse mare showed
severe ataxia during late pregnancy. Necropsy revealed
melanomas next to the brain stem but without evidence of
primary dermal melanoma at most common sites as perineal
region, tail or external genitalia. Histological examination
of tumorous masses revealed melanocytes with cellular
and nuclear pleomorphism. Melanocytic infiltrations
could also be detected in the musculus parotidoauricularis,
in the plexus chorioideus, in the leptomeninges and in
walls of celebral vessels. Immunohistochemical staining of
HMB-45 revealed specific labelling of tumour cells and
reverse transcriptase PCR showed expression of both,
gp75 and gp100 in the tumour tissue.
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Aus der Klinik für Wiederkäuer (Klinisches Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen), dem Institut
für Medizinische Physik und Biostatistik und der Klinischen Virologie (Department für Pathobiologie) der Veterinärmedizinischen
Universität Wien
Seroepidemiologische Untersuchungen zum
Vorkommen von Pestivirus Antikörpern bei Schafen in
Vorarlberg (Österreich)
A. THEINER, R. KRAMETTER-FRÖTSCHER, B. PREYLER, A. TICHY, K. MÖSTL und W. BAUMGARTNER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 215 - 221

Schlüsselwörter: Pestivirus, Schaf, Antikörper-ELISA.
Zusammenfassung
Im Rahmen dieser Studie wurden im Zeitraum zwischen
November 2005 und Februar 2006 im Bundesland Vorarlberg
Blutproben von 3.112 Schafen aus 185 Betrieben entnommen.
Die Untersuchung der Proben auf Pestivirusspezifische
Antikörper mittels eines indirekten Enzyme linked
Immunosorbent Assays (ELISA) ergab auf Einzeltierbasis
eine Seroprävalenz von 22,1 % und auf Herdenbasis
von 63,8 %. Ein signifikanter Zusammenhang zur Alpung
konnte sowohl auf Einzeltierbasis (29,6 % Seroreagenten
bei den gealpten Tieren gegenüber 11,9 % bei den nicht
gealpten) als auch auf Herdenbasis (77,8 % bei gealpten
Tieren gegenüber 47,7 % bei nicht gealpten Tieren) ermittelt
werden. Unter den gealpten Tieren war zusätzlich ein
signifikanter Unterschied je nach Größe der Alpe nachzuweisen.
Bei Tieren auf Großalpen (mit über 400 Schafen)
war die Seroprävalenz mit 55,8 % signifikant höher als bei
Tieren auf Kleinalpen mit 12,6 %. Auch die Prävalenz auf
Herdenbasis war auf Großalpen mit 97,6 % gegenüber
63,2 % auf Kleinalpen signifikant höher (p=0,001). Eine
signifikant höhere Seroprävalenz auf Herdenbasis konnte
weiters bei Schafen, die Kontakt zu Rindern hatten, nachgewiesen
werden (71,4 % gegenüber 40,0 % bei Schafen,
die keinen Kontakt zu Rindern hatten). Bezüglich des
Alters der Tiere zeigte sich eine signifikant höhere Prävalenz
bei über 3 Jahre alten Schafen (27,0 % Seroreagenten).
Bei Zuchtschafen konnte ein statistisch signifikant
(p=0,001) niedrigerer Prozentsatz an positiven Einzeltieren
mit 13,3 % festgestellt werden. Im Vergleich dazu wurde
bei Schafen, die keiner Zuchtkontrolle unterlagen, eine
Prävalenz auf Einzeltierbasis von 28,1 % festgestellt.
Die vorliegende Studie weist auf eine weite Verbreitung
von Pestivirusinfektionen in der Vorarlberger Schafpopulation
hin und zeigt statistisch signifikante Zusammenhänge
mit unterschiedlichen Haltungsformen sowie züchterischen
Maßnahmen auf. In Anbetracht einer möglichen
Übertragung von Pestiviren zwischen Schafen und Rindern
bedürfen die erhaltenen Ergebnisse einer kritischen
Einschätzung als mögliches Risiko für den Erfolg der BVDBekämpfung
in Österreich.
Keywords: pestivirus, sheep, antibody-ELISA.
Summary
Serological investigation of pestivirus antibody prevalence
in sheep in Vorarlberg (Austria)
Introduction
Pestivirus infections are common in all countries where
sheep and cattle breeding is of importance. Ruminant pestiviruses
can cause substantial economic losses to the
sheep and cattle industries through their impact on reproduction
and health. Previous studies in Austria revealed a
high prevalence of sheep and goats seropositive for pestivirus
specific antibodies. Especially in regions where
communal alpine pasturing is an important part of farming
pestivirus infections in sheep are frequent.
The aim of this study is (i) to estimate the prevalence of
antibodies against pestiviruses in sheep in Vorarlberg, one
of 9 Federal states of Austria, and (ii) to investigate a possible
relationship between the prevalence of antibodies
and different farming practices.
Material and methods
Blood samples from 3,112 sheep of 185 flocks were collected
in Vorarlberg from November 2005 until February
2006. Serum samples were tested for antibodies against
pestiviruses using a commercially available enzyme-linked
immunosorbent assay (Svanovir® BDV-Ab ELISA). Information
about age, breed and sex of the sheep as well as
farm practices was collected by a questionnaire.
Results
An individual prevalence of 22.1 % and a flock prevalence
of 63.8 % were detected. The individual prevalence
was significantly higher (p=0.001) in sheep younger than 1
year and in sheep older than 3 years compared to other
age groups. Sheep pastured during summertime on alpine
meadows showed a significantly higher (p=0.001) individual
and flock prevalence compared to other sheep. The
flock prevalence was significantly higher (p=0.012) in
sheep flocks with close contact to cattle. The individual
prevalence in sheep which were selected by breeding was
significantly lower (p=0.001) than in sheep with no breeding
programme.
Conclusion
High prevalence of pestivirus positive sheep and sheep
flocks were found in the whole area of Vorarlberg. Promotional
factors for infection such as Alpine pasturing, cattle
contact and the failure of selective breeding could be iden
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Aus der Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre, Klinisches Department für Kleintiere und Pferde, der Veterinärmedizinischen
Universität Wien
Dermanyssus gallinae assoziierte Dermatitis mit
Pruritus bei einem Pferd
B. SCHWARZ und B. LITSCHAUER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 222 - 226

Schlüsselwörter: Pferd, Dermatitis, Pruritus, Dermanyssus
gallinae.
Zusammenfassung
Ein 19jähriger Haflinger Wallach wurde mit hochgradigem
generalisiertem Pruritus vorgestellt. Das Pferd zeigte
am ganzen Körper unregelmäßig begrenzte, hypotrichote
bis alopeze Hautstellen mit trockenen Schuppen und Krusten
sowie Exkoriationen. Oberflächliche und tiefe Hautgeschabsel
auf Ektoparasiten waren negativ, durch die zytologische
Untersuchung der Hautveränderungen konnte
eine bakterielle Infektion nachgewiesen werden. Die Hautbiopsie
ergab eine unspezifische chronisch-aktive, hyperplastische,
perivaskuläre Dermatitis mit superfizieller Pyodermie,
welche als Ätiologie entweder Ektoparasiten oder
eine Allergie vermuten lies. Mit dem Pferd gemeinsam
gehaltene Hühner zeigten einen Befall mit der roten Vogelmilbe
(Dermanyssus gallinae). Das Pferd wurde mit Chlorhexidin-
Waschungen und Permethrin behandelt. Weiterer
Kontakt der Hühner mit dem Pferd wurde unterbunden. 2
Wochen nach Therapiebeginn zeigte das Pferd keinen
Pruritus mehr und einen Monat später waren auch die
Hautläsionen abgeheilt.
Keywords: 1horse, dermatitis, pruritus, Dermanyssus gallinae.
Summary
Dermanyssus gallinae -associated pruritic dermatitis
in a horse
Introduction
Poultry mites (Dermanyssus gallinae) have occasionally
been reported to cause pruritic dermatitis not only in
humans but also in horses. Diagnosis is based on history
and evidence of mites in the environment. Because the
mites only feed on the horse temporarily, demonstrating
the D. gallinae in skin scrapings may be impossible.
Case report
A 19 year old Haflinger gelding was presented with severe
generalised pruritus. The horse showed irregularly demarcated
hypotrichotic and alopecic areas with dry scaling and
crusting as well as excoriations all over the skin surface.
Superficial and deep skin scrapings were negative for ectoparasites,
cytologic examination of the skin lesions showed
a bacterial infection. Skin biopsy revealed a non-specific
hyperplasitic, perivascular, chronic-active dermatitis with
superficial pyoderma, which suggested ectoparasites or
allergic skin disease as aetiology. D. gallinae could be isolated
from chicken housed together with the horse. The
horse was washed with chlorhexidine solution and treated
with permethrin. Further contact of the horse with the poultry
was avoided. 2 weeks after treatment the horse’s pruritus
disappeared and 1 month later all skin lesions had
healed.
Conclusion
In cases of pruritic dermatitis suggestive of ectoparasitism
but with negative skin scraping a thorough history
should be taken with respect to other animals especially
chicken housed together with the horse. Demonstrating the
mites in the environment of the horse is important. Treatment
with permethrin in combination with avoidance of the
poultry or mite eradication is curative.
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From the Clinic of Small Animal Medicine, the Institute of Veterinary Pathology, Ludwig Maximilians University, Munich,
and the Clinical Virology (Department of Diagnostic Imaging, Infectious Diseases and Clinical Pathology), University of
Veterinary Medicine, Vienna
Infektiöse Hundehepatitis in Zentraleuropa - Infektion
eines Welpen in Deutschland mit dem Caninen Adenovirus-
1
S. GLEICH, K. KAMENICA, D. JANIK, V. BENETKA, K. MÖSTL, W. HERMANNS and K. HARTMANN
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 227 - 231

Schlüsselwörter: Hepatitis contagiosa canis, Canines
Adenovirus-1, hämorrhagische Diathese, disseminierte
intravasale Koagulopathie.
Zusammenfassung
Die infektiöse Hepatitis des Hundes wird durch Infektion
mit dem Caninen Adenovirus-1 (CAV-1) ausgelöst und
führt zu nekrotisierender Hepatitis und schweren Gerinnungsstörungen.
Durch die routinemäßige Impfung von
Hunden seit vielen Jahrzehnten ist diese Krankheit in Mitteleuropa
sehr selten geworden. Dieser Bericht beschreibt
die typischen klinischen Symptome, Laborveränderungen
und pathologischen Befunde eines Hundewelpen, der an
der caninen infektiösen Hepatitis erkrankt war, und unterstreicht
die Notwendigkeit der Impfung gegen Krankheiten,
die ausgerottet geglaubt waren.

Keywords: Infectious Canine Hepatitis, Canine Adenovirus-
1, haemorrhage, disseminated intravascular coagulation.
Summary
Infectious canine hepatitis in central Europe - Canine
Adenovirus-(CAV)-1 infection in a puppy in Germany
Infectious Canine Hepatitis is caused by Canine Adenovirus-
1 (CAV-1) infection and leads to severe necrotizing
hepatitis in dogs. Its prevalence in Central Europe has
decreased due to routine vaccination and it is thought to be
eliminated in several regions.
A 4 months old, intact male, mixed breed dog was evaluated
for a sudden onset of depression, diarrhoea, and
vomiting. On physical and ultrasonographic examination,
fever, lymphadenopathy, painful abdomen, mucosal bleeding,
ascites, gallbladder wall thickening, and a hyperechoic
liver were found. The dog was euthanized and severe
necrotizing hepatitis was diagnosed at necropsy. Numerous
intranuclear inclusion bodies were found in hepatocytes
and in endothelial cells. Electronmicroscopically, the
inclusions were suggested to be of adenoviral origin. Using
polymerase chain reaction, CAV-1-specific nucleic acid
was detected in organ pool specimens.
This report demonstrates that infectious canine hepatitis
is still prevalent in Central Europe and emphasizes the
continued need of vaccination against a disease that was
considered to be eliminated in Germany.
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Aus der Klinik für Wiederkäuer (Department für Nutztiere und Öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin),
der Abteilung für Medizinische Physik (Department für Biomedizinische Wissenschaften) und der Klinischen Virologie
(Department für Pathobiologie) der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Seroprävalenzstudie von Pestivirusinfektionen bei
Ziegen in Vorarlberg (Österreich)
B. PREYLER-THEINER, R. KRAMETTER-FRÖTSCHER, A. THEINER, A. TICHY,
K. MÖSTL und W. BAUMGARTNER
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 232 - 239

Schlüsselwörter: Pestivirus, Seroprävalenz, Ziege, ELISA,
SNT.
Zusammenfassung
In dieser Studie wurden zwischen November 2005 und
Februar 2006 im gesamten Bundesland Vorarlberg Blutproben
von 1.196 Ziegen aus 163 Herden gezogen und
die Seren mittels indirektem Enzyme linked immunosorbent
assay (ELISA) auf Antikörper gegen Pestiviren untersucht.
Die im ELISA als positiv getesteten Ziegenseren
wurden anschließend mittels Serumneutralisationstests
(SNT) auf Antikörper gegen Border Disease Virus (Stamm
MOREDUN), Bovines Virusdiarrhö Virus-1 (Stamm NADL)
und Bovines Virusdiarrhö Virus-2 (Stamm 125) getestet.
Die Seroprävalenz betrug auf Einzeltierbasis 5,6 % und
auf Herdenbasis 24,5 %. Von den 67 im ELISA positiv
bewerteten Proben wurde im SNT bei 34 Proben der
höchste Titer gegen den BDV Stamm und bei 24 gegen
den BVDV-1 Stamm festgestellt. Bei 7 Proben wurde ein
gleich hoher Titer gegen die Spezies BVDV-1 und BDV
eruiert und bei 2 Proben gegen BVDV-1 und BVDV-2.
Diese Ergebnisse wurden bezüglich der Einflussfaktoren
Region, Alter, Fertilitätsstörungen im Bestand,
gemeinsame Haltung mit BVD-verdächtigen Rindern und
Alpung untersucht. Der höchste Anteil an seropositiven
Einzeltieren wurde mit 7,8 % im Bezirk Dornbirn eruiert.
Im Bezirk Bregenz wurden mit 27,4 % die meisten seropositiven
Herden detektiert.
Der Prozentsatz der positiven Tiere war in der Altersklasse
der über dreijährigen Ziegen mit 8,7 % statistisch
signifikant höher (p < 0,001) als der Prozentsatz in den
darunterliegenden Altersgruppe. Bei Ziegenherden mit
Fertilitätsstörungen betrug die Seroprävalenz auf Herdenbasis
35,7 %, in solchen ohne Fertilitätsstörungen 20,7 %.
Der Unterschied war mit p=0,051 nicht signifikant.
Der Prozentsatz von seropositiven Ziegen mit möglichem
Kontakt zu BVD-verdächtigen Rindern war auf Einzeltierbasis
mit 17,2 % statistisch signifikant höher
(p=0,001) als bei Ziegen ohne diese Kontaktmöglichkeit
(4,2 %). Auf Herdenbasis lag der Prozentsatz der seropositiven
Ziegenherden mit möglichem Kontakt zu BVD-verdächtigen
Rindern bei 50 % und war damit statistisch signifikant
höher (p=0,003) als bei jenen Ziegenherden ohne
Kontakt (20,6 %).
In dieser Studie wurden im Bundesland Vorarlberg bei
serologischen Untersuchungen Pestivirus Antikörper positive Ziegen eruiert und statistische Signifikanzen bei Alter
und bei Aufstallung in BVD-verdächtigen Rinderbetrieben
aufgezeigt. In Anbetracht dieser Ergebnisse, sind weitere
Untersuchungen notwendig, um abschätzen zu können,
ob in Österreich in absehbarer Zeit, wenn die Rinderherden
nicht mehr durch Antikörper gegen Pestivirusinfektionen
geschützt sein werden, persistent infizierte Ziegen für
das Antikörper-negative Rind eine Infektionsrolle spielen
könnten.

Keywords: pestivirus, seroprevalence, goat, ELISA, SNT.
Summary
Studies on the seroprevalence of pestivirus infections
in the goat population of Vorarlberg (Austria)
Introduction
BDV in sheep and goats has a worldwide distribution
and is responsible for economic losses each year. In the
epidemiology of pestiviruses in goats persistently infected
cattle and sheep play a key role in the spread of the viruses.
The purpose of this study was to estimate the prevalence
of antibodies against pestiviruses in goats in Austria.
Moreover the influence of different farming practices on the
spread of pestiviruses was investigated.
Material and methods
In this study 1,196 blood samples from goats of 163
flocks were collected in Vorarlberg, one of 9 Federal states
of Austria, between November 2005 and February 2006.
The blood samples were tested by enzyme-linked
immunosorbent assay (Svanovir BDV-Ab ELISA; Svanova,
Biotech AB, Uppsala, Sweden) and virus neutralisation
tests for antibodies against BVDV- 1 (strain NADL), BVDV-
2 (strain 125) and BDV (strain MOREDUN). Informations
according breed, age and sex of the tested goats as well
as detailed facts according the farm practices were raised.
Results
A herd prevalence of 24.5 % and an individual prevalence
of 5.6 % were found in the study described here.
Among animals older than 3 years the seroprevalence was
significantly higher (p <0.001) compared to the prevalence
in younger animals. Goats with a contact to BVD affirmative
or suspected cattle herds showed an individual prevalence
of 17.2 % and a herd prevalence of 50 %. The individual
prevalence as well as the herd prevalence was significantly
higher in these animals (p=0.001; p=0.003) than
in goats and goat flocks without such contacts, respectively
(4.2 % and 20.6 %).
A significant difference between the flock prevalence in
herds with fertility problems (35.7 %) and flocks without
reproductive failures (20.7 %) was not revealed (p=0.051).
Significant differences in the prevalence rate between
different parts of Vorarlberg and different farming practices
were not revealed. Of the 67 ELISA positive samples 24
samples showed the highest titre to BVDV-1 and 34 to
BDV.
Conclusion
BDV as well as BVDV are endemic in the goat population
in Vorarlberg. Among goats having contact to cattle
herds with BVDV problems more antibody positive animals
were detected. In Austria in 2004 a BVDV eradication program
was established in cattle. If this program will be successful,
BVDV will be eradicated in cattle in Austria in the
near future. In view of the presented results and the fact
that an interspecies transmission of pestiviruses among
ruminants is possible the epidemiology of pestiviruses
among goats has to be further observed in Austria.
A persistently infected goat would be a potential risk
factor for cattle susceptible for pestiviruses especially on a
large alpine meadow, where hundreds of goats and mostly
pregnant cattle graze together during summertime.
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From the Centre for Artificial Insemination and Embryotransfer (Department for Small Animals and Horses) and the Clinic
for Bacteriology, Mycology and Hygiene (Department for Pathobiology), University of Veterinary Medicine Vienna
Bakterien und Mykoplasmen im Ejakulat von Rüden -
eine retrospektive Studie
S. SCHÄFER-SOMI, J. SPERGSER and C. AURICH
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 240 - 245

Schlüsselwörter: Hund, Samen, Bakterien, Mykoplasmen,
Tiefgefrierung, BPH.
Zusammenfassung
Im Untersuchungszeitraum wurden 90 Rüden mit unterschiedlichem
Vorbericht zur andrologischen Kontrolle vorgestellt.
Diese Fälle wurden retrospektiv in 3 Gruppen
unterteilt und die Daten ausgewertet. Gruppiert wurden
nachweislich fertile Rüden (n=28), Rüden mit beginnender
Prostatavergrößerung (BPH; n=18) und Rüden mit Infertilität
(n=42). Untersucht werden sollte, in wie vielen Fällen
je Gruppe eine Kontamination des Samens mit aeroben
Bakterien und/oder Mykoplasmen vorlag und in wie vielen
Fällen eine Keimbelastung in Kombination mit Teratozoospermie.
In der Gruppe der nachweislich fertilen Rüden
hatten 53,6 % Bakterien im Ejakulat, gegenüber 66,6 %
bei BPH und 85,7 % bei Infertilität. In den fertilen Ejakulaten
waren zu 35,7 %, bei BPH zu 61,1 % und bei Infertilität
zu 71,4 % Mykoplasmen nachweisbar. Von diesen Ejakulaten
wiederum waren 50 % bei den fertilen Rüden, 54,5 %
bei den Rüden mit BPH und 56,6 % bei den infertilen
Rüden positiv für M. canis in Reinkultur. In der fertilen
Gruppe hatten 40 % Teratozoospermie, gegenüber 50 %
bei BPH und 63,8 % bei Infertilität. Die Teratozoospermie
verschiedenen Grades bei den fertilen Rüden war offenbar
durch die Keime verursacht, da alle keimbelasteten Ejakulate
mit Hilfe einer gezielten Antibiose behandelt wurden
und die Ejakulate nach 2monatiger Wartezeit saniert
waren. Hochgradige Teratozoospermie, Azoospermie oder
Aspermie war stets mit Infertilität verbunden, und in einem
Fall von Infertilität wurden auch Chlamydien nachgewiesen.
Daraus ist zu schließen, dass bei nachweislich fertilen
Rüden deutlich weniger Keimbelastung vorliegt, diese aber
die Samenqualität mit der Zeit beeinträchtigen kann, was
z.B. eine Voruntersuchung vor einer Samentiefgefrierung
rechtfertigt. Bei vielen Rüden mit BPH sind Mykoplasmen,
vor allem M. canis in Reinkultur zu finden. Nachdem alle
Rüden Deckrüden waren, sollte auch bei beginnenden
Symptomen einer BPH eine mikrobiologische Untersuchung
des Samens durchgeführt werden.

Keywords: dog, semen, bacteria, mycoplasms, cryopreservation,
BPH.
Summary
Bacteria and mycoplasms in canine ejaculates -
a retrospective survey
In the present study, andrological examination was performed
in 90 male dogs with different histories. These
patients were retrospectively allotted to 3 groups, namely
fertile dogs without clinical symptoms (n=28), fertile dogs
with initial benign prostate gland hypertrophy (BPH, n=18)
and dogs with proven infertility (n=42). The aim of the study
was to investigate, in how many cases per group bacteria
and/or mycoplasms were detectable in normal ejaculates,
and in how many cases a positive culture coincided with
morphologically abnormal sperm. In the fertile group, the
dogs with BPH and in the infertile group, respectively,
53.6.%, 66.6 % and 85.7 % of ejaculates showed bacterial
growth. Mycoplasma (M ) species were recovered from
35.7 %, 61.1 % and 71.4 % of all ejaculates per group;
among these, M. canis was solely isolated from 50.%,
54.5.% and 56.6 % of the cases. Teratozoospermia was
assessed in 40 %, 50 % and 63.8 % of ejaculates. In the
fertile group, the teratozoospermia might have been
caused by additional factors such as prolonged sexual
rest, but all ejaculates normalized after antibiotic treatment
and a 2 month recovery time. High grade teratozoospermia,
azoospermia and aspermia always coincided with
infertility, and in one case Chlamydia spp. was detected.
We therefore conclude that in many fertile ejaculates bacteria
and/or mycoplasms are present without immediate
clinical effect, but may decrease semen quality in the
course of time. This justifies the bacteriological examination
of ejaculates before mating and cryopreservation,
respectively, especially after prolonged sexual rest. In the
majority of ejaculates from fertile dogs with beginning
BPH, mycoplasms including M. canis were cultured. Since
all these dogs were stud dogs we recommend to examining
the semen from dogs with the diagnosis beginning
BPH, both with respect to spermatology and bacteriology.
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Aus der Tierarztpraxis Bonnleiten, der Klinik für Schweine, Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen
in der Veterinärmedizin, und dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin, Department für Pathobiologie,
der Veterinärmedizinischen Universität Wien, sowie der LaboVet GmbH, Wien
Retrospektive Analyse der Ätiologie respiratorischer
Erkrankungen von Mastschweinen sowie Jung- und
Zuchtsauen aus Österreich
S. ELICKER, E. MAYRHOFER, N. SCHERER, L. FISCHER, H. WEISSENBÖCK und W. SIPOS
Wien. Tierärztl. Mschr. - Vet. Med. Austria 96 (2009), 246 - 252

Schlüsselwörter: Schwein, respiratorische Erkrankungen,
PRRSV, Actinobacillus pleuropneumoniae, Pasteurella
multocida, Hämophilus parasuis, PCV-2.
Zusammenfassung
Respiratorische Erkrankungen verursachen bedeutsame
wirtschaftliche Probleme in der intensiven Schweinehaltung.
Aus diesen und ethischen Gründen ist eine exakte
Diagnostik unverzichtbar. Ziel der vorliegenden Arbeit
war eine Aufarbeitung der respiratorischen Fälle bei Mastschweinen
sowie Jung- und Zuchtsauen (n=183), die über
einen Zeitraum von 4 Jahren (2004 - 2007) an die Klinik für
Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien
eingeliefert worden waren. In 59 % der Fälle gelang ein
spezifischer Erregernachweis aus den Lungen. Bei den
positiven Fällen wurde bei 50,5 % eine Monoinfektion, bei
32,1 % eine Doppelinfektion und bei 17,4 % eine Infektion
mit 3 oder mehreren Erregern festgestellt. Als häufigstes
Lungenpathogen konnte bei 50,5 % der Tiere mit positivem
Erregernachweis das Porcine Reproduktive und Respiratorische
Syndromvirus nachgewiesen werden. An zweiter
Stelle der häufigsten Pneumonieerreger stand Actinobacillus
pleuropneumoniae (31,1 %), an dritter Stelle Pasteurella
multocida (26,6 %). Im Rahmen der pathomorphologischen
Untersuchung wurde ein hoher Anteil an interstitiellen
Pneumonien (68,9 %, bezogen auf alle Fälle) beobachtet.
Dies deutet auf eine virale Ätiologie hin und macht
deutlich, daß zukünftig noch größeres Gewicht auf eine
umfassende Diagnostik, die auch die Untersuchung auf
Porcines Circovirus Typ 2 einschließt, gelegt werden sollte.

Keywords: pig, respiratory diseases, PRRSV, Actinobacillus
pleuropneumoniae, Pasteurella multocida, Haemophilus
parasuis, PCV-2.
Summary
Retrospective analysis of the aetiology of respiratory
diseases of Austrian fattening pigs as well as gilts and
sows
Introduction
Respiratory diseases cause important economic losses
in pig industry. Therefore, an exact diagnostic procedure is
a major concern. Aim of this work was to retrospectively
analyse the respiratory cases of fattening and breeding
pigs from Austria, which had been submitted to the Clinic
for Swine of the University of Veterinary Medicine Vienna
between 2004 and 2007.
Materials and methods
151 fattening pigs as well as 11 gilts and 21 sows
derived from 103 farms in total were submitted for routine
diagnosis of respiratory disease. The median of submitted
pigs per farm was one animal. Either blood samples or lung
specimens obtained in the course of necropsy were collected
for serological or microbiological/molecular analyses.
Results
Specific pathogens could be identified in 59 % of cases.
In these cases, a monoinfection could be found in 50.5 %,
a dual infection in 32.1 %, and an infection with 3 or more
pathogens in 17.4 %. The most frequent pathogen was the
porcine reproductive and respiratory syndrome virus
(PRRSV; 50.5 %), followed by Actinobacillus pleuropneumoniae
(31.1 %) and Pasteurella multocida (26.6 %).
Necropsy revealed an impressing number of interstitial
pneumonias (68.9 % of all cases). In 38.3 % of cases an
emphysema and in 21.9 % a fibrinous bronchopneumonia
were diagnosed.
Discussion
In conclusion, PRRSV seems to be the most relevant
pathogen implicated in respiratory diseases in the industrialized
pig population. But there is also evidence, that viral
pathogens other than PRRSV act as causative agents of
respiratory distress, as in many cases interstitial pneumonias
could be diagnosed without the finding of PRRSV.
This suggests that in future diagnostic procedures additional
virological analyses, such as for porcine circovirus
type 2, are warranted.
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