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WTM 7/2004
INHALT WTM 7/2004

S. Hackl, S. Wlaschitz, J. Zentek und R. van den Hoven:
Atypische Myoglobinurie der Weidepferde
Atypical myoglobinuria in horses at grass

R. Binder, W. Hagmüller, P. Hofbauer, C. Iben, U.S. Scala, C. Winckler und J. Baumgartner:
Aktuelle Aspekte der Kastration männlicher Ferkel 1. Mitteilung: tierschutzrechtliche Aspekte der Ferkelkastration sowie Verfahren zur Schmerzausschaltung bei der chirurgischen Kastration
Castration of male piglets (I): aspects of animal welfare and methods of anaesthesia

M. Flöck, D. Klein und M. Hofmann-Parisot:
Ultraschallbefunde bei Zitzenerkrankungen des Rindes
Diagnostic ultrasonography in cattle with teat disorders

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Aus dem Institut für Ernährung1, Department für öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin, und der Klinik für Interne Medizin und Seuchenkunde - Einhufer und Kleintiere2, Klinisches Department für Kleintiere und Pferde der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Atypische Myoglobinurie der Weidepferde

S. HACKL1, S. WLASCHITZ2, J. ZENTEK1 und R. van den HOVEN2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 170 - 176

Schlüsselwörter: Myopathie, Myoglobinurie, Rhabdomyolyse,
Weidepferde, Kälteeinbruch, Kreatinkinase.

Zusammenfassung
Die atypische Myoglobinurie der Weidepferde (auch Weiderhabdomyolyse genannt) ähnelt im Krankheitsbild anderen beim Pferd bekannten Myoglobinurien, hat jedoch eine bislang unbekannte Ätiologie und eine hohe Letalität. Die Erkrankung tritt zumeist im Herbst nach einem plötzlichen Kälteeinbruch auf und betrifft Pferde in Weidehaltung. Betroffene Pferde sind meist in sehr guter körperlicher Verfassung und wurden vorher nicht gearbeitet. Die Tiere zeigen plötzlich Steifheit und Muskelzittern. Der Harn ist dunkelrot bis braun verfärbt, Kreatinkinase (CK) und Aspartat-Aminotransferase (AST) im Blut sind hochgradig erhöht. Festliegen innerhalb von 24 - 48 Stunden und plötzliche Todesfälle innerhalb von 1 bis 3 Tagen sind häufig. Betroffen sind Pferde jeden Alters und jeder Rasse, doch es scheint eine Häufung bei jungen Pferden zu geben. Die Therapie ist symptomatisch und die Prognose ungünstig.

Keywords: myopathy, myoglobinuria, rhabdomyolysis,
horses at grass, cold weather, creatine kinase.

Summary
Atypical myoglobinuria of horses at grass shares clinical signs with other known myopathies in horses, but it has a different and so far unknown aetiology and a higher case fatality rate. Atypical myoglobinuria often occurs in late autumn or winter after a sudden change in weather and a drop in temperature. Affected horses are usually kept at grass with little or no extra feed supplementation. Usually they are in good body condition and have not been worked previously to the onset of the disease.They show a sudden onset of stiffness and tremors. The urine is dark red to brown. Serum creatine kinase and aspartate aminotransferase are grossly elevated. Horses often become recumbent within 24 to 48 hours and sudden deaths within one to three days are frequent. The disease has occured in all ages and all breeds of horses, but young horses seem to be more commonly affected. Symptomatic therapy is suggested, but prognosis is poor.

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Aus dem Department für Öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin1 und dem Klinischen Department für Tierzucht und Reproduktion2 der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Department für Nachhaltige Agrarsysteme der Universität für Bodenkultur Wien3 und dem Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Bundesanstalt für Alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein4

Aktuelle Aspekte der Kastration männlicher Ferkel 1. Mitteilung: tierschutzrechtliche Aspekte der Ferkelkastration sowie Verfahren zur Schmerzausschaltung bei der chirurgischen Kastration

R. BINDER1, W. HAGMÜLLER4, P. HOFBAUER1, C. IBEN1, U.S. SCALA2, C. WINCKLER3 und J. BAUMGARTNER1
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 178 - 183

Schlüsselwörter: Ferkelkastration, Ebergeruch, Tierschutz,
chirurgische Kastration, Lokalanästhesie.

Zusammenfassung
Obwohl der Geschlechtsgeruch des männlichen Schweins („Ebergeruch“) durch zahlreiche Faktoren, so z.B. auch durch die Fütterung, durch das Haltungssystem und durch genetische Faktoren beeinflußt wird, gilt die chirurgische Kastration von Ferkeln insbesondere im deutschsprachigen Raum nach wie vor als Mittel der Wahl, um die Entstehung des Ebergeruchs zu verhindern. Der Eingriff ist jedoch in hohem Maße tierschutzrelevant, da er in den meisten europäischen Ländern bis zu einem bestimmten Alterslimit ohne Schmerzausschaltung durchgeführt werden darf, obwohl er mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. Dieses Problem könnte entweder durch eine Schmerzausschaltung bei der chirurgischen Kastration oder durch den Einsatz alternativer Methoden (z.B. Immunkastration, Ebermast) gelöst werden. Im ersten Teil des Beitrags werden daher die für die chirurgische Kastration von Ferkeln maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen rechtsvergleichend dargestellt. Anschließend wird der aktuelle Forschungsstand über Verfahren zur Schmerzausschaltung (Allgemeinanästhesie durch Injektions- und Inhalationsnarkose sowie Lokalanästhesie) zusammengefaßt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß insbesondere die Lokalanästhesie eine weitgehend praxistaugliche Methode zur Schmerzausschaltung bei der chirurgischen Kastration von Ferkeln darstellt.

Keywords: castration of piglets, animal welfare, surgical
castration, local anaesthesia.

Summary
Although boar taint is influenced by various factors, such as diet, housing system and genetics, nearly all piglets are surgically castrated throughout the German speaking countries, where consumers seemingly have a strong dislike against boar taint. The procedure, however, is highly relevant for pig welfare, because it is carried out without prior anaesthesia, thus causing severe pain and distress to piglets. The article summarizes the legal framework regulating the castration of piglets within the European Community, in Norway, Switzerland, Germany, and Austria. The dilemma may be solved either by the application of anaesthesia while performing surgical castration or by using alternative methods, such as immunocastration, fattening of entire male pigs, development of a technique for detection of boar taint on the slaughter line, separation of sperm or genetic selection. The second part of this article provides a review on possible methods of general and local anaesthesia. Alternative methods substituting surgical castration, economic and ethical aspects of surgical castration and alternative methods will be dealt within the next issue.

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Aus der Klinik für Wiederkäuer1, Klinisches Department für Nutztiere und Bestandsbetreuung und dem Institut für Medizinische Physik und Biostatistik2, Department für Naturwissenschaften, Veterinärmedizinische Universität Wien

Ultraschallbefunde bei Zitzenerkrankungen des Rindes

M. FLÖCK1, D. KLEIN1 und M. HOFMANN-PARISOT2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 91 (2004), 184 - 195

Schlüsselwörter: Ultraschall, Zitzenerkrankungen, Rind.

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschreibt retrospektiv, aus einem Erfassungszeitraum von 3 Jahren, die sonographischen Befunde von 68 Rindern aus dem Patientengut der Klinik für Wiederkäuer der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Den Normalbefunden werden Krankheitsbilder wie Entzündungen des Strichkanals, der Fürstenberg´ schen Rosette, der Zitzenzisternenschleimhaut, der Zitzenwand, Stenosen im Bereich des Fürstenberg´schen Venenrings, Septen und Fisteln gegenübergestellt. Die Darstellung der Zitzenstrukturen konnte aufgrund der Verwendung einer Schallfrequenz von 13 MHz deutlich verbessert werden. Die Möglichkeiten der sonographischen Untersuchung mit und ohne Vorlaufstrecke wurden verglichen und die Ergebnisse der Befundung auf Übereinstimmungüberprüft. Das direkte Anlegen der Sonde hat sich bei der Diagnostik von Zitzenerkrankungen des Patientengutes der Klinik für Wiederkäuer bewährt. Zur Vermessung diverser Zitzenstrukturen kann auch die Verwendung einer Wasser-Vorlaufstrecke empfohlen werden, da die Meßwerte beider Methoden in der Reliabilitätsanalyse gut übereinstimmten.

Keywords: ultrasonography, teat diseases, cattle.

Summary
Introduction
Teat diseases play an important role in modern dairy farming and may lead to economic losses. Therefore an exact diagnosis and prognosis are necessary. As an additional method ultrasonographic scanning can be used.

Methods
The case records from 68 cows that were diagnosed with teat disorders at the Clinic for Ruminants of the University of Veterinary Medicine in Vienna were reviewed. The normal ultrasonographic appearance of the teat was compared with pathological findings including inflammation of the teat canal, teat sphincter (Furstenberg´s rosette), mucosa, teat wall, stenosis of the annular ring between teat sinus and gland sinus, and fistulas. Ultrasound examinations were performed using an Esaote AU5 with a 13 MHz linear transducer in horizontal and vertical planes. Sonographic examination methods of the teat with and without a stand-off device were compared and the results of the findings evaluated for conformity.

Results
In contrast to earlier studies improved visualization of teat structures was due to a higher frequency transducer (13 MHz).

Conclusion
Ultrasonographic scanning is a helpful tool for diagnosis of teat diseases. Diagnostic scans of teats carried out with a 13 MHz linear transducer without stand-off device turned out to be a very practical method.

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