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INHALT WTM 07+08/2006
R. Chizzola und M. Brandstätter
Fallbericht: mögliche Kausalität zwischen Aufnahme
von Kanadischer Goldrute und Koliksymptomen mit
tödlichem Ausgang bei Pferden
Case report: possible causality between ingested
canadian golden rod and colic signs and successive
mortality in horses
K. Grösslinger, D. Lorinson1, B. Bockstahler, D. Malleczek,
A. Tichy und G. Windischabuer
Postoperative Untersuchung von Skapulahalsfrakturen
bei 4 Katzen mittels Goniometrie und Kraftmessplattenanalyse
Postoperative examination of scapular neck fractures in
4 cats with goniometry and force plate analysis
D. Schoder, V. Benetka, I. Sommerfeld-Stur, N. Kopf,
E. Weissenbacher, C. Pallan†, K.Walk und K. Möstl
Untersuchungen zum Antikörper-Status gegen Hundestaupe-
Virus und Canines Parvovirus-2 bei Hunden in
Niederösterreich und Wien nach unterschiedlichen
Impfintervallen
Study on the immune status against Canine Distemper
Virus and Canine Parvovirus-2 in vaccinated dogs in
Lower Austria and Vienna
S. Steiner, S. Chvala, R. Krametter - Förtscher und W. Henninger
Caprine Arthritis-Enzephalitis (CAE), ein Fallbericht:
Abklärung mittels Magnetresonanztomographie
Caprine Arthritis-Encephalitis, a case report: diagnostic
investigation by means of magnetic resonance imaging
D. Klein und I. Schmerold
Arzneimittel für kleine Wiederkäuer in Österreich
(Teil 1):
Bestandsaufnahme und Therapielücken
Medicinal products for small ruminants in Austria (part 1):
availability and shortfall of medicines
D. Klein und I. Schmerold
Arzneimittel für kleine Wiederkäuer in Österreich
(Teil 2):
Umwidmung und Einfuhr von Arzneispezialitäten
Medicinal products for small ruminants in Austria (part 2):
off label use and import of medicines
A. Rabitsch
Zur Problematik der Änderung beim Wochenendfahrverbot
auf Autobahnen zugunsten einer Fahrterlaubnis
für Lebendtiertransporte
To the problem of the change in the driving ban on
motorways on weekends in favour of a travel permission
for transports of livestock
Aus dem Department für Öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin,
Institut für Angewandte Botanik1, der
Veterinärmedizinischen Universität Wien und aus der Tierarztpraxis
Dr. Brandstätter2
Fallbericht: mögliche Kausalität zwischen Aufnahme
von Kanadischer Goldrute und Koliksymptomen mit
tödlichem Ausgang bei Pferden
R. CHIZZOLA1 und M. BRANDSTÄTTER2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 166 - 169

Schlüsselwörter: Kanadische Goldrute, Heuqualität,
Pferd, Pflanzenvergiftung, Solidago.
Zusammenfassung:
Die Verfütterung von Heuballen, die große Mengen an
Kanadischer Goldrute (Solidago canadensis) enthielten,
wurde in einem Reitstall mit 60 Pferden mit Koliksymptomen
einer Ponystute und eines Warmblutwallachs assoziiert.
Für das Pony war der Verlauf tödlich. Die Sektion
ergab einen hochgradig hyperämisierten Magen und
Darm, teilweise mit Diatheseblutungen. Das Herz war dilatiert,
Leber und Lunge waren hochgradig gestaut. Die in
der Goldrute vorhandenen Saponine könnten die Schädigungen
im Magen-Darmtrakt verursacht haben. Der Wallach
zeigte Koliksymptome, von denen er sich nach symptomatischer
Behandlung wieder erholte. Die Goldrute giltüblicher Weise nicht als Giftpflanze, der beschriebene
Schadensfall kam dadurch zustande, dass die betroffenen
Pferde große Mengen dieser Pflanze aufgenommen hatten.
Die Goldrute ist eine invasive Art, die an gestörten
Wiesenrändern dichte Bestände bilden kann und bei
unachtsamer Heuwerbung in größeren Mengen in das Futter
gelangen kann.
 Keywords: golden
rod, horse, intoxication, quality of hay,
Solidago.
Summary
Case report: possible causality between ingested
canadian golden rod and colic signs and successive
mortality in horses
The feeding of hay containing large amounts of Canadian
golden rod (Solidago canadensis) was associated with
colic symptoms in a pony and a warmblood gelding of a riding
stable with about 60 horses. The pony eventually died.
The necropsy showed highly hyperaemic stomach and
intestine, partly with haemorrhagic diathesis. The heart was
dilated, liver and lungs were congested. The saponins present
in golden rod might be the cause of observed changes
in the gastrointestinal tract.
The gelding displayd colic symptoms, but recovered after
a symptomatic treatment. The golden rod is not regarded as
a toxic plant, but the fact that the horses ate excessive
amounts of it likely was the cause of the observed problems.
The golden rod is an invasive plant species in Central
Europe that may easily establish dense populations in proximity
of grassland. By a careless way of hay production large
amounts of this plant may be introduced into the forage.
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Aus dem Chirurgischen Zentrum für Kleintiere Dr. Lorinson1, der Klinik
für Chirurgie und Augenheilkunde (Klinisches
Department für Kleintiere und Pferde)2, der Klinik für Bildgebende
Diagnostik (Klinisches Department für Bildgebende Diagnostik,
Infektions- und Laboratoriumsmedizin)3 und dem Institut für Medizinische
Physik und Biostatistik (Department für
Naturwissenschaften)4 der Veterinärmedizinischen Universität WienUK3
Postoperative Untersuchung von Skapulahalsfrakturen
bei 4 Katzen mittels Goniometrie und Kraftmessplattenanalyse
K. GRÖSSLINGER1,2, D. LORINSON1, B. BOCKSTAHLER2, D. MALLECZEK3, A.
TICHY4 und G. WINDISCHBAUER4
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 170 - 175

Schlüsselwörter: Skapulahalsfraktur, Goniometrie, Bodenreaktionskräfte,
Katze.
Zusammenfassung:
Skapulahalsfrakturen führen aufgrund ihrer zumeist
auftretenden Instabilität zu hochgradiger Lahmheit und
Störungen der Funktionalität der betroffenen Vorderextremität,
was eine chirurgische Intervention notwendig macht.
In dieser Studie wurden 4 Katzen mit Skapulahalsfrakturen
in einem Zeitraum zwischen 6 und 44 Monaten nach chirurgischer
Versorgung klinisch und radiologisch nachkontrolliert.
An den 4 klinischen Patienten und an 4 Kontrollkatzen
wurden zusätzlich goniometrische Messungen und
Kraftmessplattenanalysen vorgenommen. Die orthopädische
Untersuchung ergab bei 3 Katzen einen lahmheitsfreien
Gang, Katze 3 zeigte eine geringgradige Lahmheit.
Alle Skapulahalsfrakturen waren mit geringen degenerativen
Gelenksveränderungen radiologisch verheilt. Die mittlere
Beweglichkeit (range of motion, ROM) betrug 94° bei
Patient 1, 100° bei Patient 2, 40° bei Patient 3 und 83,3° bei Patient 4. In der Kontrollgruppe lag die mittlere ROM
zwischen 140 und 143,3°. Die statistische Analyse ergab
signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen
(p = 0,02). In der Patientengruppe lag die errechnete normierte
Bodenreaktionskraft der Vorderextremitäten zwischen
3,1 und 4,2 N/kg KM. In der Kontrollgruppe betrugen
die Werte zwischen 4,1 und 5,8 N/kg KM. Bei den gesunden
Katzen zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen
den Vorderextremitäten. Der Vergleich der operierten
Extremität mit einer Vorderextremität der gesunden
Katzen ergab eine signifikant höhere Belastung bei den
Kontrollkatzen (p = 0,04). Die Goniometrie und die Kraftmessplattenanalyse
erwiesen sich als praktikable Methoden,
um Unterschiede an orthopädisch gesunden und
kranken Katzen zu evaluieren.
Keywords: scapular neck fracture, goniometry, ground
reaction force, cat.
Summary
Postoperative examination of scapular neck fractures in
4 cats with goniometry and force plate analysis
Introduction
Scapular neck fractures are mostly considered as instable
fractures that result in severe non-weightbearing lameness
and dysfunction of the front limb recommending surgical
therapy.
Material and methods
4 cats with scapular neck fractures were reviewed clinically
and radiographically throughout the postoperative
period. At the time of long-term re-evaluation between 6
and 44 months after surgery, additional goniometry and
force-plate analysis were performed in the 4 clinical
patients and in 4 cats serving as a control group.
Results
Clinical examination revealed no lameness in 3 of the
patients whereas cat no. 3 showed a grade 1 lameness. All
4 scapular neck fractures were radiographically healed
with minimal degenerative joint disease. In the patient
group, mean range of motion (ROM) calculated was 94° in
cat 1, 100° in cat 2, 40° in cat 3 and 83.3° in cat 4. In the
control group, mean ROM ranged from 140 to 143.3°. Statistical
analysis resulted in significant differences between
clinical patients and control group (p = 0.02). In the patient
group, normalized vertical force ranged from 3.1 to 4.2
N/kg BM. In the control group, data ranged from 4.1 to 5.8
N/kg BM. No significant difference between the frontlegs
was calculated in these cats. Comparison of the operated
frontleg to the left frontleg of the control cats revealed significantly
higher values for the controls (p = 0.04).
Clinical relevance and conclusion
Goniometry and force plate analysis are practicable
methods to detect differences between orthopedically
injured and sound cats.
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Aus der Klinischen Virologie1 (Klinisches Department für Bildgebende
Diagnostik, Infektions- und Laboratoriumsmedizin),
dem Institut für Tierzucht und Genetik2 (Klinisches Department für
Tierzucht und Reproduktion) der Veterinärmedizinischen
Universität Wien, der Kleintierklinik Breitensee3 und der Kleintierordination
Dr.Weißenbacher4
Untersuchungen zum Antikörper-Status gegen Hundestaupe-
Virus und Canines Parvovirus-2 bei Hunden in
Niederösterreich und Wien nach unterschiedlichen
Impfintervallen D. SCHODER1,3, V. BENETKA1, I. SOMMERFELD-STUR2,
N. KOPF3, E. WEISSENBACHER4, C. PALLAN1†, K.WALK1 und K. MÖSTL1
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 176 - 182

Schlüsselwörter: Antikörper-Titer,
Canine Distemper Virus, Hundestaupe, Canines Parvovirus-2, Impfung, Hund.
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Studie wurden die Seren von 147
geimpften Hunden auf das Vorhandensein von Antikörpern
gegen das Canine Distemper Virus (CDV) und das Canine
Parvovirus-2 (CPV-2) untersucht. Die untersuchten Tiere
hatten zumindest eine abgeschlossene Grundimmunisierung
bestehend aus wenigstens 2 Impfungen im ersten
Lebensjahr und eine erste Boosterung nach 1 Jahr. Der zeitliche
Abstand zwischen der Blutentnahme und der letzten
Auffrischungsimpfung variierte zwischen 1 und 98 Monaten.
Bei allen Hunden wurde eine dokumentierte Impfanamnese
erhoben. Als Grenztiter, welche einen Hinweis auf Schutzzustand
geben (oft als protektive Titer bezeichnet), wurden
für CDV > 1:80 (indirekter Immunofluoreszenztest) und für
CPV-2 > 1:80 (Hämagglutinationsinhibitionstest) festgelegt.
Bei insgesamt 89,1 % der Tiere konnte ein protektiver Antikörper-
Titer gegen CDV gefunden werden, bei CPV-2
betrug dieser Anteil 99,3 %. Die geometrischen Mitteltiter
(GMT) nahmen mit zunehmendem Zeitabstand zur letzten
Impfung gegen beide Erreger ab, waren aber bei CPV-2
auch bei den Hunden mit den längsten Intervallen zur letzten
Impfung, mit Ausnahme eines einzigen Hundes, im protektiven
Bereich. Für die CDV-Antikörpertiter konnte hingegen
ab einem Abstand von mehr als 18 Monaten zur letzten
Impfung in 29 % der untersuchten Seren kein protektiver
Titer nachgewiesen werden. Eine Risikoschätzung ergab,
dass Hunde, bei denen die letzte CDV-Impfung länger als 24
Monate zurücklag, eine fast fünfmal so hohe Chance haben,
einen nicht protektiven CDV-Antikörpertiter zu haben im Vergleich
zu Tieren, deren Impfintervall unter 24 Monate betrug.
Anhand dieser Studie konnte gezeigt werden, dass in unserer
Hundepopulation mit regelmäßig durchgeführten Impfungen
die ermittelten Antikörpertiter auf einen guten Infektionsschutz
gegen CPV-2 hinweisen und das Impfintervall
gegen dieses Virus verlängert werden kann. Es wird zudem
weiters deutlich, dass die Situation für CDV-Boosterungen
differenzierter zu sehen ist. Die Ergebnisse unterstreichen
die Bedeutung einer individuellen Vorgangsweise bei den
jährlichen Vorsorgeuntersuchungs- und Impfterminen,
wobei serologische Kontrolluntersuchungen einen Hinweis
auf den bestehenden Immunstatus geben und somit eine
Hilfestellung bieten können.
Keywords: antibody titre, Canine Distemper Virus, Canine
Parvovirus-2, vaccination, dog.
Summary
Study on the immune status against Canine Distemper
Virus and Canine Parvovirus-2 in vaccinated dogs in
Lower Austria and Vienna
Introduction
Despite of intensive vaccination programs, infections
caused by Canine Distemper Virus (CDV) and Canine Parvovirus-
2 (CPV-2) are reported regularly, even in vaccinated
dogs. On the other hand, the duration of vaccine
induced immunity and the need for annual revaccinations
are in discussion. The aim of this study was to get more
information about the antibody status against CDV and
CPV-2 in Austrian dogs with a regular basic immunisation
and a varying number and interval of booster vaccinations.
All animals were ambulatory patients of veterinary clinics
in Vienna and Lower Austria presented for routine health
check or revaccination.
Material and methods
Antibody titres against Canine Distemper Virus and
Canine Parvovirus-2 were determined in 147 dogs. All animals
had completed their basic vaccination consisting of at
least 2 vaccinations in their first year of life and the first
booster vaccination after one year. The time interval
between antibody measurement and last vaccination varied
from 1 to 98 months. Vaccination histories were available
of every dog. Antibody titres of > 1:80 for CDV
(immunofluorescent test) and > 1:80 for CPV-2 (haemagglutination
inhibition test) were considered as indicative of
protection.
The statistical evaluation was performed by use of statistics
software SPSS for Windows Version 11.5.1 and MS
Excel. The log2-transformed titres were evaluated by non
parametric tests as Mann Whitney-U-test, Kruskall-Wallis test
and Spearman rank correlation. The risk estimation was done
by calculating the Odds-ratios by a logistic regression model.
Results
Protective antibody titres against CDV were found in
89.1 % of the animals and in 99.3 % against CPV-2. The
geometric mean titres (GMT) decreased with increasing
time interval between testing and the last vaccination
against both viruses.Whereas for CPV-2 all dogs with only Zusammenone
exception were still in the protective range, CDV antibody
titres of dogs with a vaccination interval longer than
18 months were < 1:80 in 29 % of the cases. Statistical
evaluation of risk showed that dogs, not vaccinated
against CDV for longer than 24 months, had a nearly 5
times higher risk for a non-protective CDV antibody titre
compared with those dogs, which had received their last
CDV vaccination within a 2 year interval.
Conclusion
It could be shown that most of the dogs with a regular
basic immunisation and at least the first annual booster vaccination
exhibited antibody titres against CDV and CPV-2
indicative of protection. However, our results point to different
situations for revaccinations.Whereas a prolonged interval
for booster vaccinations against CPV-2 can be recommended,
it becomes obvious that booster vaccinations
against CDV have to be considered individually, underlining
the importance of an individual approach to preventive
health care and annual vaccinations. Serologic testing may
offer an orientation about the immune status of the individual
animal.
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Aus der Klinik für Wiederkäuer1, Department für Nutztiere
und Bestandsbetreuung, dem Institut für Pathologie und
Gerichtliche Veterinärmedizin2, Department für Pathobiologie, und
der Klinik für Röntgenologie3, Department für Bildgebende
Diagnostik, Infektions- und Laboratoriumsmedizin, der Veterinärmedizinischen
Universität Wien
Caprine Arthritis-Enzephalitis (CAE), ein Fallbericht:
Abklärung mittels Magnetresonanztomographie
S. STEINER1, S. CHVALA2, R. KRAMETTER-FRÖTSCHER1 und W. HENNINGER3
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 183 - 188

Schlüsselwörter: Caprine Arthritis-Enzephalitis,
CAE, Ziege, Diagnose, Magnetresonanztomographie.
Zusammenfassung:
Eine 5 Monate alte Bunte Deutsche Edelziege, die an
einer Caprinen Arthritis Encephalitis Virus (CAEV) - Infektion
erkrankte, zeigte Symptome wie Ataxie, Lähmungen
der Hinterextremitäten und hundesitzige Stellung. Die Verdachtsdiagnose
stellte sich aus dem Vorbericht, der klinischen
und hämatologischen Untersuchung, der Analyse
des Liquor cerebrospinalis und den positiven Resultaten
der serologischen Untersuchung auf Antikörper gegen
CAEV. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) wurden
deutliche Rückenmarksläsionen nachgewiesen, die die
Verdachtsdiagnose bestätigten. Die anschließende pathohistologische
Untersuchung zeigte für CAE typische Veränderungen.
In der vorliegenden Arbeit wird auf die im Nutztierbereich
selten angewendete MRT eingegangen, die in diesem
Fall als eine weitere Untersuchungsmethode zur Absicherung
der Diagnose diente.

Keywords: Caprine Arthritis-Encephalitis, Caprine
Leukoencephalomyelitis- Arthritis, CAE, goat, diagnosis, magnetic
resonance imaging.
Summary
Caprine Arthritis-Encephalitis, a case report: diagnostic
investigation by means of magnetic resonance imaging
Introduction
Caprine arthritis-encephalitis virus (CAEV) infection is a
persistent lentiviral infection of goats and is cause of several
progressive, debilitating diseases of goats.
Although most goats infected with CAEV do not develop
clinical signs, the caprine arthritis-encephalitis (CAE)
syndrom is currently thought to encompass 4 clinical conditions:
arthritis, encephalomyelitis, interstitial pneumonia,
and indurative mastitis. The encephalomyelitis component
is generally seen in kids 2 to 6 months old. Affected kids
may initially show lameness, ataxia, and hind limb placing
deficits. Eventually sings progress to paraparesis or tetraparesis
and paralysis.
Caprine arthritis-encephalitis virus infection is prevalent
worldwide. Seroprevalence with CAEV ranging from 1 % to
2 % has been reported for Austrian goat herds.
The purpose of this report is to describe the clinical features
and diagnostic facilities of the neurologic form of the
CAE, which never has been described in Austria before.
Case report
A 5 month old male German Improved Fawn with a history
of weakness, posterior paresis, ataxia and unaltered
mental status was admitted to the Clinic for Ruminants in
August 2004.
On clinical examination the mental status of the kid was
normal. The animal was bright, alert, and responsive to stimuli.
The gait was short and choppy. If it was forced to
walk, paresis of the hindlimbs became obvious. Depressed
flexor and patellar reflexes could be observed. The withdrawl
reflexes in all limbs and the perception of pain were
intact.
Radiographic examination of the vertebral column,
skull, and limbs did not reveal any abnormalities.
Based on case history and clinical examination the tentative
diagnosis Caprine Arthritis-Encephalitis (CAE) was
made. Findings of haematologic and cerebrospinal fluid
analyses and positive results on a serological test evidenced
of CAEV infection, too.
Magnetic resonance imaging (MRI) was performed to
confirm the unfavourable prognosis. An inflammable
process accentuated to the left side was detected in theregion of Th13 and
L1.
The goat was euthanatized. A necropsy was carried out.
In the spinal cord characteristic lesions of the neurologic
form of CAE were identified. Perivenous demyelinisation
and massive accumulation of lymphoreticular cells in the
white as well as in the grey matter were detected.
Discussion
The diagnosis of CAE can be suspected on the basis of
history and results of physical examination. Cerebrospinal
fluid analysis is a useful but not conclusive diagnostic aid.
Serological tests are availabel for the detection of CAE
virus antibody. A positive serologic test result indicates presence
of virus in the herd but is diagnostically vague due
to the high prevalence of subclinical infection. The definitive
diagnosis of CAE must be based on the finding of the
characteristic microscopic lesions in the CNS. For owners
keeping goats as pets, the suspected diagnosis CAE
(based on clinical examination, analysis of cerebrospinal
fluid and serological tests) is not satisfactorily enough to
euthanatize the animals. Magnetic resonance imaging
(MRI) provides an opportunity to affirm the suspected diagnosis
and prognosis.
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Aus der Klinik für Wiederkäuer1, Department für Nutztiere
und Bestandsbetreuung, und dem Institut für Pharmakologie
und Toxikologie2, Department für Naturwissenschaften, der Veterinärmedizinischen
Universität Wien
Arzneimittel für kleine Wiederkäuer in Österreich (Teil 1):
Bestandsaufnahme und Therapielücken
D. KLEIN1 und I. SCHMEROLD2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 189 - 197

Schlüsselwörter: Schaf, Ziege, kleiner Wiederkäuer,
Tierarzneimittel, Therapienotstand, minor food producing species,
Kaskadenregel.
Zusammenfassung:
In dieser ersten Mitteilung der insgesamt zweiteiligenÜbersichtsarbeit zur Verfügbarkeit von Arzneimitteln zur
Behandlung von Schaf und Ziege in Österreich werden einÜberblick über zugelassene Arzneispezialitäten gegeben
und bestehende Therapielücken aufgezeigt. Kleine Wiederkäuer
(ausgenommen Fleischschafe) werden zu den„minor food producing species“ gezählt, einer Zieltiergruppe,
für die ein spürbarer Mangel an zugelassenen Arzneimitteln
besteht. Therapielücken machen sich insbesondere
bei der antiparasitären Behandlung von Ziegen sowie für
beide Spezies im Bereich der Lokal- und Allgemeinanästhesie,
der Sedierung und der antiphlogistischen
Therapie bemerkbar. Ebenso fehlen Präparate zur
Behandlung von Herz/Kreislauferkrankungen und Pilzinfektionen.
Mit 29.12.2005 ist die jüngste Änderung des Tierarzneimittelkontrollgesetzes
(TAKG, 2002) in Kraft getreten, mit
welcher nunmehr die nach europäischem Recht vorgeschriebene
dreistufige Kaskadenregel in nationales Recht
umgesetzt worden ist. Die Kaskadenregel ermöglicht dem
Tierarzt in der definierten Situation des so genannten Therapienotstandes,
d.h. einer Situation, in welcher kein
geeignetes national oder zentral zugelassenes Tierarzneimittel
verfügbar ist, Tierarzneimittel, die im In- oder Ausland
für andere Indikationen oder Tierarten zugelassen
sind sowie in Österreich zugelassene Humanarzneispezialitäten
oder magistral zubereitete Arzneimittel anzuwenden.
Zur Schließung wesentlicher Therapielücken bei der
Behandlung von Schaf und Ziege sollen in der zweiten Mitteilung
konkrete Umwidmungsoptionen von Tier- und
Humanarzneispezialitäten unter Anwendung der neuen
Umwidmungsregeln erläutert werden.

Keywords: sheep, goat, small ruminants, veterinary
medicinal product, shortfall of medicines, minor food producing
species, cascade principle.
Summary
Medicinal products for small ruminants in Austria (part 1):
availability and shortfall of medicines
In the first part of this two-part review on the availability
of medicinal products for treatment of sheep and goats a
survey is given on the drugs authorized in Austria for treatment
of these species; deficits of drugs existing on the
national market are identified.
In the European Union (EU), food producing animal
species are categorized as major food producing animals or
minor food producing animals based on animal numbers
and other factors (e.g. consumption data). Minor food producing
animals, among others, comprise horses, rabbits, fin
fish species (except Salmonidae), goats, and dairy sheep.
There is a noticeable shortfall of registered products for
treatment of small ruminants as minor food producing
species. This deficit emerges primarily from the great
efforts in research and high costs for the development
required for a veterinary drug to be put on the market
which, in the case of minor species, is accompanied by an
uncertain commercial success.
In Austria, an almost complete lack of therapeutics is
evident for antiparasitic treatment of goats and, concerning
both species, for local and general anaesthesia, sedation
as well as for anti-inflammatory and antifungal treatment.
Shortfalls exist also for the medication of small ruminants
with cardiovascular disturbances.
Regarding antibiotics no veterinary medicinal products
containing cephalosporins, fluoqinolones, and florfenicol
are authorized for treatment of small ruminants.
A recent amendment of the Austrian Act on the Control
of Veterinary Medicinal Products, which came into force on
29.12.2005, implements a three stage cascade principle in
accordance with European legislation. This principle recognizes
that where there is no authorized veterinary
medicinal product available for the treatment of a condition
in a particular species and where it is necessary to avoid
causing unnecessary pain or suffering, a veterinary surgeon
is permitted to use a veterinary medicine authorized
in Austria or in an EU member state (i.e. import) for another
condition in the same or for another species. In situations
where there is no such veterinary medicine, he may
use a medicinal product authorized for humans or a medicine
prepared extemporaneously. Practical solutions with regard to existing pharmacotherapeutical
problems for the treatment of sheep and
goat applying the new cascade provisions for extra label
use of veterinary and human products are given in the
second part of this paper.
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Aus der Klinik für Wiederkäuer1, Department für Nutztiere
und Bestandsbetreuung, und dem Institut für Pharmakologie
und Toxikologie2, Department für Naturwissenschaften, der Veterinärmedizinischen
Universität Wien
Arzneimittel für kleine Wiederkäuer in Österreich (Teil
2):
Umwidmung und Einfuhr von Arzneispezialitäten
D. KLEIN1 und I. SCHMEROLD2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 198 - 206

Schlüsselwörter: Schaf, Ziege, kleiner Wiederkäuer, Arzneimittel,
Umwidmung, Kaskadenregel, Tierarzneimittelkontrollgesetz.
Zusammenfassung:
Im ersten Teil dieser zweiteiligen Mitteilung wurden inÖsterreich zugelassene Spezialitäten für kleine Wiederkäuer
vorgestellt und bestehende pharmakotherapeutische
Engpässe bei wesentlichen Indikationen identifiziert.
Der vorliegende zweite Teil informiert anhand konkreter
Beispiele und unter Verwendung der neuen Vorschriften
des novellierten Tierarzneimittelkontrollgesetzes über
Optionen der Umwidmung von Arzneimitteln für andere
Zieltierarten und Humanarzneispezialitäten sowie der im
Arzneiwareneinfuhrgesetz 2002 festgelegten Möglichkeit
der Einfuhr von geeigneten, im Ausland zugelassenen
Tierarzneispezialitäten durch den Tierarzt. Durch Umwidmung
und Einfuhr sind bestehende Engpässe im Bereich
der Lokalanästhesie, antiinflammatorischen und antiparasitären
Behandlung sowie der Antibiose und der nierenwirksamen
Präparate bei Schaf und Ziege weitgehend
kompensierbar. Auf dem Gebiet der Allgemeinanästhesie
und bei der Behandlung des Herz/Kreislaufsystems bleiben
jedoch pharmakotherapeutische Mängel bestehen.
Unbefriedigend ist der Umstand, dass für eine Reihe von
pharmakologischen Wirkstoffen Rückstandshöchstmengen
für Wiederkäuer, einschließlich Schaf und Ziege,
festgelegt worden sind, ohne dass entsprechende Arzneispezialitäten
in Österreich auf dem Markt sind. Dies betrifft
beispielsweise Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine
und Fluochinolone.

Keywords: sheep, goat, small ruminant, medicinal
product, off label use, cascade principle, act on the control of
veterinary medicinal products (Tierarzneimittelkontrollgesetz).
Summary
Medicinal products for small ruminants in Austria (part 2):
off label use and import of medicines
In the first part of this two part communication, medicinal
products authorized in Austria for treatment of small
ruminants were presented and pharmacotherapeutical
shortfalls identified. This second part covers the options for
off label use of veterinary and human medicines and the
import of veterinary medicinal products according to the“Austrian Act on the Control of Veterinary Medicinal Products”
and the “Austrian Act on Import of Medicinal Products
2002” as recently amended.
By off label use and import of medicines most of the
deficits regarding local anesthesia, anti-inflammatory and
antiparasitic treatment as well as antimicrobial medication
and treatment of renal failures can be compensated for.
However, in respect to general anesthesia and regarding
disorders of the cardiovascular system pharmacotherapeutical
gaps remain existent.
For a number of substances including cephalosporins
and fluoquinolones MRLs for sheep and goat have been
fixed. Even so, no products containing such compounds
are registered for treatment of these species in Austria.
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Aus dem Amt der Kärntner Landesregierung, Abt. 10 V (Veterinär)
und Abt. 7 (Infrastruktur), Klagenfurt
Zur Problematik der Änderung beim Wochenendfahrverbot
auf Autobahnen zugunsten einer Fahrterlaubnis
für Lebendtiertransporte
A. RABITSCH
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 93 (2006), 207 - 212

Schlüsselwörter: Lebendtiertransporte, Autobahn, Wochenende,
Tiertransport-Richtlinie, Tierschutz.
Zusammenfassung:
Die 21. Novelle zur Straßenverkehrsordnung ermöglicht
unter anderem, Schlacht- und Stechvieh auch an Wochenenden
auf Autobahnen zu transportieren.
Diese Erlaubnis ist aber auf Lastkraftwagen oder Sattelkraftfahrzeuge
beschränkt.
Die Erlaubnis gilt nicht für schwere Gespanne (Zugfahrzeug
und Anhänger) und auch nicht für Zucht- und Nutztiertransporte.
Der größere Teil internationaler Schlachttiertransporte
auf Fernstrecken sind Gespanne.
Die Liberalisierung des Schlacht- und Stechviehtransportes
mit Lastkraftwagen (ohne Anhänger) oder Sattelkraftfahrzeugen
auf Autobahnen dient zwar in erster Linie
lokalen Transporteuren. Die Liberalisierung auch für den
Langstreckentransport steht aber teleologisch im Widerspruch
sowohl zur neuen Europäischen Tiertransportverordnung
(VO [EG] 1/2005) als auch zur derzeit gültigen
Europäischen Tiertransport-Richtlinie (RL 95/29/EG), in
deren Präambel es schon heißt: „Aus Gründen der angemessenen
Behandlung der Tiere sollte der Ferntransport
von Tieren, einschließlich Schlachttieren, so weit wie möglich
eingeschränkt werden.“ Die neue „Tiertransportverordnung“ der Europäischen
Union verpflichtet die Mitgliedstaaten zu Tiertransportkontrollen,
die bisher aber kaum durchgeführt wurden.

Keywords: live animal transport, highway, weekend,
animal transport directive (EC), animal welfare.
Summary
To the problem of the change in the driving ban on
motorways on weekends in favour of a travel permission
for transports of livestock
The 21st amendment of the Austrian law of road traffic
regulations makes it possible to transport animals on highways
even on weekends and legal holidays. The permission
is limited to trucks only and to semitrailers, but not
granted to trucks plus trailers, and it is limited to the transport
of animals designated for slaughter. Though this liberalisation
is useful above all to local transporters it will be
used by international companies. Thus Austria´s allowance
to transport animals designated for slaughter on highways
even on weekends and legal holidays is in strict contradiction
to the preambles of the Council Directive 95/29/EC
and the Council regulation (EC) 1/2005, according to
which “for reasons of animal welfare the transport over
long distances of animals, including animals for slaughter,
should be reduced as far as possible“.
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