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INHALT WTM 05+06/2007

L. Slotta-Bachmayr and F. Schwarzenberger
Faecal cortisol metabolites as indicators of stress during training and search missions in avalanche dogs
Kortisolmetaboliten im Kot von Lawinenhunden als Indikatoren für Stress während Training und Sucheinsatz

G. Gradner, K.M. Hittmair, A. Kübber-Heiss, N. Affenzeller und G. Dupre
Spontan auftretendes Magenulkus bei einem Dackel - Stress induziertes Ulkus beim Hund?
Acute bleeding gastric ulcer in a Dachshund - stress induced ulcer in a dog?

K. Volmer and W. Hecht
Amino acid compositions of claws from wild sheep (Ovis gmelini musimonPALLAS 1811) and roe deer ( Capreolus capreolus) and their relationships to claw diseases
Aminosäurenzusammensetzung der Klauen von Wildschafen ( Ovis gmelini musimon PALLAS 1811) und Rehwild ( Capreolus capreolus) und Zusammenhänge zu Klauenerkrankungen

F. Forterre, A. Tomek, C. Pingen und M. Konar
Okzipitale Missbildung und hochzervikale kompressive Myelopathie beim Hund: ein Fallbericht
Occipital malformation and cranial cervical compressive myelopathy in a dog: case report Introduction

F. Schwarzenberger, P. A. Burger, M. Reimers und C.Walzer
Die Bedeutung von referierten Publikationen - Internetsuche, Beurteilung und Nutzung der Flut an wissenschaftlichen Informationen unter Praxisbedingungen
The importance of refereed scientific publications, and how to conduct a search for sound standing information in a veterinary practice

F. Zeugswetter, Th. Benesch und M. Pagitz
Validierung des tragbaren Blutzuckermessgerätes FreeStyle FreedomTM bei Katzen
Validation of the portable blood glucose meter FreeStyle FreedomTM for the use in cats

R. Schoenberg, A. Probst, C. Hinterhofer, M.-C. Sora, P. Böck, K.-D. Budras, R. Macher und H.E. König
Zur Anatomie der Hufknorpel des Pferdes
Amendments to the anatomy of the cartilages of the equine distal phalanx

 

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From the “Tiergarten Wels”1 and the Department of Natural Sciences, Institute of Biochemistry, University of Veterinary Medicine Vienna



Faecal cortisol metabolites as indicators of stress during training and search missions in avalanche dogs



L. SLOTTA-BACHMAYR and F. SCHWARZENBERGER
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 110 - 117

Keywords: avalanche dog, stress, training, search mission, personality, cortisol.

Summary
Avalanche dogs are specially trained to use their sensitive sense of smell to find buried people in avalanches. Emotional and physical stress factors before and during a search, as well as nervousness felt by the dog handler, negatively influence the efficiency of search dogs. To improve the performance of avalanche dogs and to enable the dogs to operate over longer time periods, a better understanding of the physiological consequences of possible arousal, disturbance and stress occurring during a search mission are needed. In this study faecal glucocorticoid metabolites were analysed. Faecal samples from privately owned avalanche dogs (n = 11) of different breed and age before, during and after 2 separate training camps, each 1 week in length, were collected and the results combined. An enzymeimmunoassay to analyse faecal cortisol metabolites was used to evaluate the stress response during training and search. Compared to baseline concentrations (measured during the weeks before and after the training camp, when dogs were at home), cortisol metabolites increased when dogs were in the training camp. The type of activity in the training camp influenced stress hormone levels significantly (Friedman test, p < 0.001). In descending order, helicopter flights, actual training and the days of arrival/departure caused levels to rise, but there was no significant difference between basal cortisol metabolite concentrations and resting days in the camp. In a real emergency, an experienced dog did show a 2.5 times increase in cortisol metabolite concentration, but 12 h later levels had returned to normal. Age, temperament in terms of being prone to stress, as well as previous experience with training camps were considered to be important factors influencing cortisol metabolite concentrations. Basal hormone levels were significantly and positively correlated with a temperament more prone to stress (r = 0.817, p = 0.002). The number of previously attended training courses affected mean cortisol metabolite concentrations during training, but the observed negative correlation was statistically not significant. A questionnaire was used to investigate whether the dog handlers could realistically estimate the arousal and amount of stress the dogs were exposed to. However, no correlation was found between faecal cortisol metabolites and the estimated stress, indicating that handlers overestimated the amount of stress for the dogs most of the time. In summary results of this study indicate that experience and training are the primary factors in reducing stress during search missions in avalanche dogs.

Schlüsselwörter: Lawinenhunde, Stress, Training, Sucheinsatz, Persönlichkeit, Kortisol.

Zusammenfassung
Kortisolmetaboliten im Kot von Lawinenhunden als Indikatoren für Stress während Training und Sucheinsatz


Lawinenhunde werden speziell ausgebildet, um Personen unter Lawinen zu lokalisieren. Sie schaffen das mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn. Die Belastung vor und während der Suche sowie ein nervöser, menschlicher Partner können die Suche negativ beeinflussen. Um den Einsatz zu optimieren ist es nötig, dass die Hundeführer die verschiedenen Faktoren verstehen, die die Hunde während der Suche belasten. Mit diesem Wissen wird es für die Hundeführer möglich, die Suchbelastung der Hunde zu reduzieren, beziehungsweise die Suchdauer zu verlängern. Für die Untersuchung wurden von in Privathaushalten lebenden Lawinenhunden (n=11) Kotproben eine Woche vor, während und eine Woche nach einem Trainingskurs gesammelt. Die Ergebnisse von 2 Trainingskursen in aufeinanderfolgenden Jahren wurden miteinander kombiniert. Mit Hilfe eines Enzym-Immunoassays wurden Kortisolmetaboliten aus dem Kot analysiert, um den Stress der Lawinenhunde während des Trainings und eines Sucheinsatzes zu quantifizieren. Die Konzentration der Kortisolmetaboliten war während des Trainings im Vergleich zu den Werten von zuhause deutlich erhöht. Die Art der Belastung beeinflusste die Konzentration der Kortisolmetaboliten signifikant (Friedman Test, p < 0,001). Am höchsten war die Konzentration an Tagen mit Hubschrauberflug, gefolgt von Trainingstagen, beziehungsweise An- und Abreise. Es gab allerdings keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Basiswert der Kortisolmetaboliten zuhause und den Werten während des Ruhetags im Trainingslager. Während eines Echteinsatzes zeigte ein erfahrener Lawinenhund eine ca. 2,5-fach erhöhte Konzentration der Kortisolmetaboliten im Kot, nach 12 Stunden war der Basiswert allerdings wieder erreicht. Alter, Temperament ausgedrückt als Stressanfälligkeit der Hunde, sowie Erfahrung in Form der Anzahl bereits absolvierter Trainingskurse zeigten einen deutlichen Einfluss auf die Konzentration der Kortisolmetaboliten. Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Basalwert und der Stressanfälligkeit der Hunde (r = 0,817, p = 0,002). Die Anzahl bereits absolvierter Trainingskurse beeinflusste die mittlere Konzentration der Kortisolmetaboliten während des Trainings. Die festgestellte negative Korrelation zeigt einen deutlichen Trend, war allerdings statistisch nicht signifikant. Mit Hilfe eines Fragebogens wurde untersucht, ob die Hundeführer die Stressbelastung der Hunde realistisch einschätzen können. Es konnte allerdings kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Konzentration der Kortisolmetaboliten im Kot der Lawinenhunde und der durch die Hundeführer geschätzten Stressbelastung festgestellt werden. Dabei zeichnete sich ab, dass die Hundeführer die Belastung meist überschätzten. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass Erfahrung und Training die wichtigsten Faktoren für das Ausmaß der Stressbelastung von Lawinenhunden im Einsatz sind. Mit entsprechendem Training kann diese Belastung reduziert und somit der Sucheinsatz der Hunde entsprechend optimiert werden.

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Aus dem Department für Kleintiere und Pferde (Klinik für Chirurgie und Augenheilkunde, Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre), dem Department für Bildgebende Diagnostik, Infektions- und Laboratoriumsmedizin (Klinik für Bildgebende Diagnostik) und dem Department für Pathobiologie (Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin) der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Spontan auftretendes Magenulkus bei einem Dackel - Stress induziertes Ulkus beim Hund?

G. GRADNER, K.M. HITTMAIR, A. KÜBBER-HEISS, N. AFFENZELLER und G. DUPRE
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 118 - 124

Schlüsselwörter: Magenulkus, Gastritis, Hämatemesis.

Zusammenfassung:
Ein 10 Jahre alter, männlicher Dackel wurde an der Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre in Wien mit der Anamnese blutigen Erbrechens, Inappetenz und Melaena vorgestellt. Die Verdachtsdiagnose eines akut blutenden Magenulkus wurde mittels Ultraschalldiagnose bestätigt. Als Nebenbefund wurde ein hypoechogener Herd in der Milz erhoben. Nach einer Bluttransfusion wurde eine mediane Zoeliotomie mit anschließender Teilresektion des Magens ventral an der großen Kurvatur durchgeführt. Die pathohistologische Untersuchung zeigte eine lympho- plasmazelluläre Infiltration der Magenwand. Ein Protonenpumpenhemmer wurde für 8 Wochen nach der Operation verabreicht. Es wurden keine weiteren klinischen Symptome eines Magenulkus mehr festgestellt.

Keywords: gastric ulcer, gastritis, hematemesis.

Summary
Acute bleeding gastric ulcer in a Dachshund - stress induced ulcer in a dog?

Case report
A 10 year old, male Dachshund was presented at the University of Veterinary Medicine, Vienna, with a history of hematemesis, loss of appetite, and melaena. The clinical symptoms started one week prior to presentation when the dog was on a boat trip with the owner in The Netherlands.

Diagnostic procedures
The clinical examination revealed pale mucous membranes with a moderate pulse quality of 154 bpm. Hematology indicated a hematokrit of 10.2 % (n.r.: 37.00-55.00), MCV 81 fl (n.r.: 60-77), MCH 24.6 pg (n.r.: 19-24.5), MCHC 30.4 g/dl (n.r.: 31-34), leucocytes 38,700/µl (n.r.: 6,000 - 15,000) with an elevated number of segmented granulocytes and lymphocytes. Total protein was 3.82 g/dl (n.r.: 6.00-7.50). Activated thromboplastin time, prothrombin time and thrombin clotting time, as well as liver and renal enzyme activity, were within normal limits. Gastritis with focal gastric ulcerations was diagnosed ultrasonographically. Additional findings included a 2.4 cm round mass located on the tail of the spleen.

Surgical intervention
After blood transfusions a median celiotomy was performed. Exploration of the abdominal cavity confirmed the ultrasonographic findings. Gastrectomy with resection of the gastric ulcers on the ventral part at the greater curvature of the stomach wall was performed. A partial splenectomy followed the gastrectomy. Pathohistology confirmed the diagnosis of gastric ulcers and the splenic mass was shown to be a benign hemangioendothelioma. A proton pump inhibitor (omeprazole) therapy was continued for 8 weeks and no recurrence of the clinical signs was detected.

Conclusion
Immediate diagnostic and surgical intervention for the acute anemia and post-operative intensive care were responsible for the succesful recovery of the patient.

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Aus dem Arbeitskreis Wildbiologie und dem Institut für Veterinärpathologie der Justus-Liebig-Universität Giessen

Amino acid compositions of claws from wild sheep (Ovis gmelini musimonPALLAS 1811) and roe deer ( Capreolus capreolus) and their relationships to claw diseases

K. VOLMER and W. HECHT
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 125 - 128

accepted for publication January 11, 2007

Keywords: amino acids, horn shoes, wild ruminants, claw diseases.

Summary
Amino acid compositions of the claws of wild sheep and roe deer were analyzed under aspects of species specific differences and in correlation to common claw diseases of wild ruminants like foot rot, deficiency claws with poor horn quality and genuine horn hyperplasia. Distributions of 18 amino acids were analyzed. 11 of them display significant differences between roe deer and mouflon. 7 amino acids are differentially represented in pathologically altered claws of mouflons.

Schlüsselwörter: Aminosäuren, Klauen, Wildwiederkäuer, Klauenkrankheiten.

Zusammenfassung
Aminosäurenzusammensetzung der Klauen von Wildschafen (Ovis gmelini musimon PALLAS 1811) und Rehwild (Capreolus capreolus) und Zusammenhänge zu Klauenerkrankungen


Die Aminosäurenzusammensetzung des Klauenhorns wurde bei Wildschafen und Rehwild in Bezug auf speziesspezifische Unterschiede sowie Zusammenhänge mit häufigen Klauenkrankheiten wie Moderhinke, mangelnde Hornqualität und Hornhyperplasie analysiert. Bei 11 der 18 untersuchten Aminosäuren konnten signifikante Unterschiede zwischen Rehwild und Mufflons nachgewiesen werden. 7 Aminosäuren sind in pathologisch veränderten Klauen von Mufflons unterschiedlich vertreten.

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Aus der Klinik für kleine Haustiere, Universität Bern, Abteilungen für Chirurgie, Neurologie, Radiologie und der Tierärztlichen Praxis Gut Bergerhof

Okzipitale Missbildung und hochzervikale kompressive Myelopathie beim Hund: ein Fallbericht

F. FORTERRE, A. TOMEK, C. PINGEN und M. KONAR
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 129 - 132

Schlüsselwörter: okzipitale Dysplasie, Hund, Syringohydromyelie, Kompression.

Zusammenfassung
Eine 14 Monate alte Pyrenäenhündin wurde wegen progressiver chronischer therapieresistenter Schmerzen und Tetraparese vorgestellt. Anhand der klinisch-neurologischen Untersuchung wurde eine Läsion des Rückenmarks zwischen erstem und fünftem Halswirbel (C1-C5) vermutet. Die Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule zeigten knöcherne Veränderungen des atlantookzipitalen Gelenkes. Eine kernspintomographische Untersuchung des kraniozervikalen Übergangs ergab eine massive Kompression des Myelons durch knöcherne Zubildung der atlantookzipitalen Kondylen. Die Hündin wurde über 2 Zugänge von dorsal und ventral mittels einer partiellen Kondylektomie behandelt. Der Erhalt der wichtigsten stabilisierenden Strukturen ermöglichte den Verzicht auf weitere stabilisierende Verfahren. Die knöcherne Kompression konnte behoben werden. Die Rekonvaleszenzzeit verlief komplikationslos. 20 Monate nach dem Eingriff ist die Hündin beschwerdefrei.

Keywords: occipital dysplasia, dog, syringohydromyelia, compression.

Summary
Occipital malformation and cranial cervical compressive myelopathy in a dog: case report Introduction


Introduction
To our knowledge malformation of the occipital condyles with secondary myelopathy has only been described in horses and sheep and this report is the first describing this pathology in a dog.

Case report
A 14-month-old Pyrenean Mountain dog presented with progressive chronic pain that was unresponsive to analgesic medication and tetraparesis. The clinical and neurological signs were indicative of a spinal cord lesion between the first and fifth cervical vertebra (C1-C5). Radiography of the cervical spine revealed bony abnormalities affecting the atlantooccipital joints. Magnetic resonance imaging of the craniocervical region showed compression of the cervical cord by a malformation of the occipital condyles. The dog was treated by a partial condylectomy via consecutive dorsal and ventral approaches. Preservation of the main stabilizing structures precluded the need for further stabilisation. The bony compression could be releaved. The recovery was uneventful. 20 months after surgery the dog was clinically normal.

Conclusion
Malformation of the occipital condyle is a rare condition that may elicit myelopathy in dogs. A rapid diagnosis and surgical treatment of the condition may lead to a good prognosis.

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Aus dem Institut für Biochemie, Department für Naturwissenschaften, und dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Die Bedeutung von referierten Publikationen - Internetsuche, Beurteilung und Nutzung der Flut an wissenschaftlichen Informationen unter Praxisbedingungen

F. SCHWARZENBERGER, P. A. BURGER, M. REIMERS und C.WALZER
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 133 - 142

Schlüsselwörter: wissenschaftliche Literatur, wissenschaftlicher Zitierungsindex, Impact Faktor, evidenzbasierte Veterinärmedizin; PubMed, Scirus, Google Scholar, Scopus, Webspirs, ISI Web of Knowledge, IVIS, Wikipedia.

Zusammenfassung
In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Medien mit wissenschaftlichem Inhalt diskutiert. Es werden Vorschläge zur Anwendung ausgewählter Informationsdatenträger, wissenschaftlicher Datenbanken und Internetsuchmaschinen (PubMed, Scirus, Google Scholar, Scopus, Webspirs, ISI Web of Knowledge, IVISInternational Veterinary Information Service und Wikipedia) gebracht. Des weiteren wird die Relevanz von rezensierten wissenschaftlichen Publikationen, sowie deren Evaluierung mittels des wissenschaftlichen Zitierungsindexes und des „Impact Faktors“ dargestellt. Ausgehend von verschiedenen Themen, welche eine breite Abdeckung in den täglichen Medien erfahren (z.B. Antibiotikaresistenz, Klimawandel, Influenzavirus H5N1, Prionenerkrankungen) wird gezeigt, wie umfangreiche wissenschaftliche Literatur effizient gesucht und genutzt werden kann. Da es allerdings keine allumfassende, auf alle Situationen passende Datenbank gibt, und alle Datenbanken etwas unterschiedliche Ergebnisse erbringen, wird die Verwendung mehrerer Datenbanken empfohlen. Weiters wird das Konzept der Evidenz basierten Medizin (EbM) bzw. Veterinärmedizin diskutiert; diese propagiert einen problemorientierten Ansatz der Informationssuche, sowie die klinische Umsetzung nach einer kritischen Beurteilung und Bewertung wissenschaftlich abgesicherter Fakten, welche in referierten Publikationen veröffentlicht sind.

Keywords: scientific literature, Science Citation Index, Impact Factor, Google Scholar, PubMed, Scopus, Scirus, Webspirs, ISI Web of Knowledge, IVIS-International Veterinary Information Service, Wikipedia, Evidence-based Veterinary Medicine.

Summary
The importance of refereed scientific publications, and how to conduct a search for sound standing information in a veterinary practice

The amount of scientific literature is increasing at an unprecedented rate. One benefit of the “information age“ is the wide spread availability and distribution of scientific news through the general media, but this type of information is usually too superficial for professional use. The purpose of this paper is to help the veterinary professional to search current, accurate scientific information and to access original scientific publications. The importance of refereed scientific literature, its evaluation by the Science Citation Index and the Impact Factor are explained and debated. We describe how to locate refereed scientific publications via the internet within reasonable time and at low costs and how to make a critical assessment of such information. We discuss the advantages and disadvantages of certain information channels, scientific databases and internet search engines like PubMed, Scirus, Google Scholar, Scopus, Webspirs, ISI Web of Knowledge, IVISInternational Veterinary Information Service and Wikipedia.We give suggestions for their use and we present examples of recent topics (antibiotics resistance, climate change, influenzavirus H5N1, prion disease) taken from the general media.We conclude that none of the listed information channels is the universal tool, and depending on the need and extent of required information, the combination of several information channels is recommended in order to expand beyond professional textbook knowledge. Furthermore we discuss the concept of evidence- based medicine, for which critical reading and appraising of the scientific literature and other sources of information is key, and which propagates knowledge transfer of evidence gained from the scientific literature into medical and veterinary practice.

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Aus der Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre, Klinisches Department für Kleintiere und Pferde der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Institut für Medizinische Statistik der Medizinischen Universität Wien

Validierung des tragbaren Blutzuckermessgerätes FreeStyle FreedomTM bei Katzen


F. ZEUGSWETTER, Th. BENESCH und M. PAGITZ
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 143 - 148

Schlüsselwörter: portables Glukometer, Diabetes mellitus, Katzen, FreeStyle FreedomTM, kapilläres Blut.

Zusammenfassung:
Das tragbare Blutglukosemessgerät (Glukometer) Free- Style FreedomTM mit dem geringen Blutbedarf von 0,3 µl Blut wurde hinsichtlich seiner Verwendbarkeit bei der Katze validiert. Die Intra- und Interassay-Präzision zur Überprüfung der Reproduzierbarkeit wurde bestimmt und die Richtigkeit durch Parallelmessungen mit der Hexokinase- Referenzmethode überprüft. Mögliche Zusammenhänge zwischen dem Hämatokrit, dem Totalprotein, der Triglyceridkonzentration, sowie dem Zusatz zweier Antikoagulantien und den Messabweichungen zwischen Referenzmethode und Glukometer wurden untersucht. Neben der statistischen Auswertung erfolgte die subjektive Beurteilung der Bedienerfreundlichkeit und Anwendbarkeit bei der Katze. Das Messgerät war einfach zu bedienen, und es war fast immer möglich, alleine, ohne zusätzliche personelle Unterstützung Blutzuckermessungen durchzuführen. Bei sehr guter Reproduzierbarkeit wurde eine deutliche Messabweichung von der Referenzmethode mit durchschnittlich -16 % (SD ± 12 %) festgestellt. Niedere Blutzuckerwerte wurden sicher erkannt, wodurch bei Insulintherapie Überdosierungen verlässlich verhindert worden wären. Der Hämatokrit, das Totalprotein, die Triglyceride oder der Zusatz von Antikoagulantien hatten keinen Einfluss auf die Messungen. Aufgrund der geringen benötigten Blutmenge von 0,3 µl und der einfachen Handhabung empfehlen wir dieses Glukometer besonders bei unruhigen oder unwilligen Tieren. Aufgrund der zum Teil starken Abweichungen vom wahren Wert sollten Entscheidungen zur Veränderung der Insulindosierung niemals aufgrund einzelner Messungen getroffen werden.

Keywords: portable blood glucose meter, diabetes mellitus, cats, FreeStyle FreedomTM, capillary blood.

Summary
Validation of the portable blood glucose meter FreeStyle FreedomTM for the use in cats

Introduction

Blood glucose measurements by the owner at home are an important part of the long term management of diabetic cats. Blood glucose curves give information about the effectivity of the insulin used and help to identify hypoglycemic events. Difficulties arise in agitated patients, as the glucometers traditionally used in cats need 3 µl of blood. To alleviate the generation of glucose curves in problem cats and to reduce the duration of measurements, the glucometer FreeStyle FreedomTM needing only 0.3 µl of blood was validated. The objective of our study was to compare capillary and whole blood glucose concentrations with concentrations obtained using the hexokinase reference method.

Material and methods
Capillary blood was collected from 26 diabetic cats using the “vaculance method” as described by WESS and REUSCH (2000b). The results were then compared with measurements of whole blood collected randomly before and after capillary measurements. To assess intraclass precision and accuracy 53 venous whole blood measurements of 26 diabetic cats and 27 other patients with various diseases were repeated 3 times and then compared with the hexokinase reference method using Pearson’s correlation, Wilcoxon’s paired test and the Bland and Altman plot. Additionally, measurements of 6 cats with low, normal and high blood glucose values were repeated 10 times. Interclass correlation was determined by measuring the 2 manufacturers aqueous control solutions in duplicate over 20 consecutive days. The influence of hematocrit, total protein, triglycerides and 2 anticoagulants (lithiumheparin, EDTA plus fluoride) was also investigated. The percentage of times the clinical decision would have been different or potentially dangerous when using the glucometer instead of the reference method was calculated.

Results
The glucometer was very easy to use and measurements were possible in all cats. In most cats one person was sufficient to perform the blood glucose measurement. We found no significant difference between capillary and whole blood values. Hematocrit, total protein, triglycerides or anticoagulants did not influence the results. Although statistical analysis of accuracy revealed a high degree of correlation (r > 0.982, p < 0.001) the results differed significantly (p < 0.001). The values measured with the glucometer were by average 16 % lower than the values of the reference method. This would have resulted in clinical incorrect decisions in 13 % of cases, even if the negative bias would have been taken into account. In most of them the insulin dosage required for treatment would have been higher when reference values were used.

Conclusion
In conclusion, the new glucometer FreeStyle FreedomTM gives reproducible results, but clearly underestimates the true blood glucose values. Combined with the “vaculance method”, blood glucose measurements can easily be performed and are fast and cheap. Despite taking into account the negative bias of 16 %, the reliance on the glucometer glucose measurement would have resulted in 13 % incorrect clinical decisions. Treatment decisions should therefore never be based on a single measurement. Due to the very good sensitivity to detect hypoglycemia the glucometer gives good information about the glycemic control and helps to avoid dangerous insulin overdosage.

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Aus dem Department für Pathobiologie (Institut für Anatomie und Institut für Histologie) und dem Klinischen Department für Kleintiere und Pferde (Klinik für Orthopädie bei Huf- und Klauentieren) der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Institut für Anatomie der Medizinischen Universität Wien und dem Institut für Veterinäranatomie der Freien Universität Berlin

Zur Anatomie der Hufknorpel des Pferdes

R. SCHOENBERG, A. PROBST, C. HINTERHOFER, M.-C. SORA, P. BÖCK, K.-D. BUDRAS, R. MACHER und H.E. KÖNIG
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 94 (2007), 149 - 156

Schlüsselwörter: Hufknorpel, Verknöcherung, Pferd, Anatomie, Histologie.

Zusammenfassung
Zur Untersuchung gelangten 44 Zehenendorgane von 0,5 bis 25 Jahre alten Pferden, die keine sichtbaren Erkrankungen zeigten. Die Hufknorpel wurden makroskopisch und mikroskopisch untersucht. Vor allem dem Übergang zwischen dem knöchernen Hufbeinast und dem Hufknorpel wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Hufknorpel sind paarige Strukturen. Sie sitzen mit ihrem distalen Rand zur Hälfte den Hufbeinästen auf. Die palmare/plantare Hälfte des der Fußungsfläche zugekehrten Randes ist zur Zehenachse hin gebogen. Der Hufknorpel ragt in diesem Bereich in eine kräftige Bindegewebsplatte hinein, die ähnlich einer Schuhsohle unter dem Hufkissen zu liegen kommt. In dem Raum zwischen den Hufknorpeln und der an der Fußungsfläche befindlichen bindegewebigen Platte liegen das Hufkissen, die Endsehne des tiefen Zehenbeugers und die Strukturen der Hufrolle. Der Übergang zwischen dem knöchernen Hufbeinast und dem aus Faserknorpel bestehenden Hufknorpel ist beim Fohlen, beim adulten Pferd und bei Pferden mit Hufknorpelverknöcherung ähnlich aufgebaut. An allen Oberflächen der Hufknorpel gehen die derben, durchflochtenen Faserbündel des Knorpels kontinuierlich in die Faserbündel des angrenzenden Bindegewebes über, so dass die Hufknorpel als modifizierte Unterhaut zu verstehen sind. In dem Bereich, wo der Hufknorpel am Hufbeinast befestigt ist, setzt sich dieses derbe Bindegewebe kontinuierlich in die bindegewebige Umhüllung des Hufbeins fort. Der Hufknorpel ist dort dem Spongiosageflecht des Hufbeins breit aufgesetzt. Diese Verbindung ist ähnlich der des Faserknorpels des Strahlbeins mit dem darunterliegenden Knochengewebe an der Facies flexoria. Bei Präparaten mit Hufknorpelverknöcherung ging diese regelmäßig vom Hufbeinast proximal und palmar/plantar aus. Es treten vermehrt Asbestfaserungen (demaskierte Kollagenfasern) als Zeichen morphologischer degenerativer Veränderung auf. Zudem wurden unterschiedlich große Areale evident, in denen die saure Grundsubstanz stark reduziert war oder gänzlich fehlte. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Mineralisierungsherde handelt. Hufknorpelverknöcherungen sind im allgemeinen nicht Ursache für Lahmheiten. Bei einer Ankaufsuntersuchung sollten festgestellte Hufknorpelverknöcherungen allerdings dokumentiert werden.

Keywords: collateral cartilages, ossification, equine hoof, anatomy, histology.

Summary
Amendments to the anatomy of the cartilages of the equine distal phalanx

Introduction
The medial and lateral cartilages are roughly rhomboid in shape and support the equine toe as collateral structures. Their distal edges rest partially on the processes of the coffin bone, the distal palmar/plantar corners bend towards the axis of the toe. In this region the cartilages continue as strong fibrous connective plate supporting the digital cushion. Between the two cartilages lie the digital cushion and the palmar/plantar structures of the coffin joint and the podotrochlea.

Material and methods
Cartilages of 44 equine hoof specimens were investigated macroscopically. The subsequent microscopic exploration concentrated on the transition between the palmar/ plantar processes of the coffin bone and the cartilages.

Results
The transition between the bony processes and the fibrocartilages of the juvenile and adult horse is similar in sound animals and animals with ossifications in the cartilages, so-called sidebones. On all surfaces of the cartilages their fibrous bundles continue in the adjacent connective tissues. At the transition to the bony processes this strong connective tissue continues as the connective outer layer of the bone and the cartilages meet the spongiosa of the processes in a wide basis. This connection may be compared to the way the fibrous cartilage of the distal sesamoid bone is bonded to the bone at the facies flexoria. In specimens with ossifications more often occur collagenous fibres forming a fine network, which is flexible and slightly elastic as pathological sign of degenerative alterations. Ossifications usually originated at the palmar/ plantar processes. Additionally, regions with varying size occur, where the acid substance is reduced or even missing.We tend to address them as ossifications.

Conclusion
The collateral cartilages of the equine hoof do not only take part in the hoof mechanism and the blood supply of the inner hoof structures, but they are also firmly linked to a connecting fibrous plate via cartilage processes. This linfibre- arrangement additionally supports and protects the sensitive and soft inner structures of the hoof. In contrast to other specific literature the tissues of thecartilages were found fibrous cartilage also in juvenile animals. Ossification of the cartilage substance was found to start in the regions of the cartilages close to the bony processes.

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