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INHALT WTM 4/2003

G. Pfeifer, I.Walde und I. Stur:
Erblich bedingte Augenerkrankungen beim Rottweiler in Österreich unter besonderer Berücksichtigung der Katarakt
Hereditary eye diseases in the Rottweiler in Austria with special regard to the cataract

P. Paulsen, R. Winkelmayer, M. Gneist, C. Riedl, A. Gansterer, C. Gabler und F.J.M. Smulders:
Die Etablierung eines Ringversuches zum Trichinennachweis in Österreich. 1. Mitteilung: Vorstudie, betreffend die Untersuchung von Wildschweinfleisch mittels Kompressoriumsmethode durch besonders geschulte Jäger in Niederösterreich
Establishing a Trichinella proficiency testing scheme in Austria. First communication: a preliminary study on Trichinella inspection of wild boar meat in Lower Austria by authorized trained hunters employing the compression method

Th. Hain, G. Falkinger, J. Zentek und W. Baumgartner:
Selengehalte im Blutserum von Milchkühen
Serum selenium concentrations in dairy cows

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Aus der Universitätsklinik für Chirurgie und Augenheilkunde1 und dem Institut für Tierzucht und Genetik2 der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Erblich bedingte Augenerkrankungen beim Rottweiler in Österreich unter besonderer Berücksichtigung der Katarakt

G. PFEIFER1, I.WALDE1 und I. STUR2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 82 - 90

Schlüsselwörter: Hund, Rottweiler, erbliche Augenerkrankungen, Katarakt, Prävalenz.

Zusammenfassung
In den Jahren 1997 bis 2000 wurden 115 Rottweiler auf erblich bedingte Augenerkrankungen untersucht. Dabei konnte eine Morbidität von 36,5 % (n = 42) festgestellt werden.

Für folgende Erkrankungen wurden Prävalenzen (P), Genfrequenzen (qa für rezessiven Erbgang) sowie Anteile genetisch belasteter Tiere (pHG) ermittelt: Entropium hereditare (P = 4,4 %, qa = 0,21, pHG = 0,35), Distichiasis (P = 0,9 %, qa = 0,09, pHG = 0,17), komplizierter Mikrophthalmus (P = 1,7 %, qa = 0,13, pHG = 0,23), Pupillarmembranreste (P = 12,2 %, qa = 0,35, pHG = 0,52), Iriszysten / Ziliarkörperzysten (P = 1,7 %, qa = 0,13, pHG = 0,23) und Cataracta corticalis posterior (P = 20,9 %, qa = 0,46, pHG = 0,63). Letztere trat bei 24 Hunden (50 % der Erkrankungsfälle) als aufrecht-dreieckige Trübung des hinteren subkapsulären Kortex am Zusammentreffen der Nahtlinien auf. Sie war zu 83,3 % (n = 20) bilateral und betraf Hunde ab der 11. Lebenswoche. Bei einem Rottweiler konnte auch eine vermutlich erblich bedingte ringförmige Linsentrübung am Übergang Nukleus / hinterer Kortex gefunden werden.

Im Rahmen einer Nachuntersuchung konnte bei einem Tier eine Progression der Cataracta corticalis posterior und bei einem anderen Hund, der bei der Erstuntersuchung gesund war, eine bilateral auftretende Cataracta corticalis posterior gefunden werden.

Ektropium, PRA und Retinadysplasie konnten nicht beobachtet werden.

Es wird empfohlen, in der untersuchten Population insbesondere die Cataracta corticalis posterior und das Entropium bei der Zuchtwahl zu berücksichtigen.

Keywords: dog, Rottweiler, hereditary eye diseases, cataract, prevalence level.

Summary
Between the years 1997 and 2000 115 Rottweilers have been examined for hereditary eye diseases. Thereby a morbidity of 36.5 % (n = 42) could be determined.

For the following diseases prevalence levels (P), gene frequencies (qa for recessive inheritance) as well as share of carriers (pHG) have been established: hereditary entropion (P = 4.4 %, qa = 0.21, pHG = 0.35), distichiasis (P = 0.9 %, qa = 0.09, pHG = 0.17), complicated microphthalmos (P = 1.7 %, qa = 0.13, pHG = 0.23), persistent pupillary membranes (P = 12.2 %, qa = 0.35, pHG = 0.52), iris cysts / ciliary body cysts (P = 1.7 %, qa = 0.13, pHG = 0.23), and posterior cortical cataract (P = 20.9 %, qa = 0.46, pHG = 0.63). The latter has been observed in 24 dogs (50 % of the illnesses) as an upright-triangular opacity within the posterior subcapsular cortex where the suture lines of the lens fibers meet. The cataract occurred in 83.3 % (n = 20) of all cases bilaterally and the youngest dogs affected were 11 weeks old. In one Rottweiler a probably inherited ring-shaped opacity of the lens, located on the border nucleus / posterior cortex could be diagnosed.

In a control examination a previously not affected dog showed a bilateral posterior cortical cataract. Another bitch showed a progression of the cataract.

Ectropion, PRA und retinal dysplasia have not been observed.

It's recommended to consider posterior cortical cataract as well as hereditary entropion when selecting dogs for breeding.

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Aus dem Institut für Fleischhygiene, Fleischtechnologie und Lebensmittelwissenschaft1und dem Institut für Ernährung4der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Amt der Niederösterreichischen Landesregierung2 und dem Niederösterreichischen Landesjagdverband3

Die Etablierung eines Ringversuches zum Trichinennachweis in Österreich. 1. Mitteilung: Vorstudie, betreffend die Untersuchung von Wildschweinfleisch mittels Kompressoriumsmethode durch besonders geschulte Jäger in Niederösterreich

P. PAULSEN1, R. WINKELMAYER2, M. GNEIST2, C. RIEDL2, A. GANSTERER3, C. GABLER4 und F.J.M. SMULDERS1
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 91 - 97

Schlüsselwörter: Kompressoriumsmethode, Trichinella, Wildschwein, Niederösterreich, Ringversuch.

Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt eine Pilotstudie zur Etablierung eines Ringtests zum Nachweis von Trichinen im Rahmen der Fleischuntersuchung. An dieser Studie nahmen geschulte Jäger teil, die für die Untersuchung von Wildschweinen mittels Kompressoriumsmethode in Niederösterreich amtlich bestellt waren. Die spezifischen Rechtsgrundlagen der Trichinenuntersuchung von Wildschweinen in Niederösterreich durch besonders geschulte Jäger, die Qualitätssicherung der trichinenhaltigen Referenzproben und Verbesserungsmöglichkeiten im Studiendesign werden erläutert.

Keywords: compression method, Trichinella, wild boar, Lower Austria, proficiency test.

Summary
This paper presents a pilot study for establishing a Trichinella testing profiency scheme. Hunters, which are trained and authorized to perform trichinelloscopy of wild boars meat in Lower Austria, participated in this study. The specific legal aspects of Trichinella testing of wild boar's meat by trained hunters in Lower Austria, the assurance of the quality of the positive reference samples and further improvements of the study design are discussed.

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Aus der Tierarztpraxis Schenkenfelden1 sowie der II. Medizinischen Universitätsklinik für Klauentiere2 und dem Institut für Ernährung3 der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Selengehalte im Blutserum von Milchkühen

Th. HAIN1, G. FALKINGER1, J. ZENTEK3 und W. BAUMGARTNER2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 98 - 108

Schlüsselwörter: Milchkühe, Selen, Spurenelemente, Fruchtbarkeit, Serum.

Zusammenfassung
Bei 340 Kühen in 14 oberösterreichischen Milchbetrieben wurde jeweils zweimal der Selengehalt im Serum bestimmt: Das erste Mal in der Trockenstehperiode (4 - 2 Wochen a.p.), das zweite Mal am Beginn der Hochlaktation (4 - 6 Wochen p.p.). Zusätzlich wurde von allen Kühen nach positiver Trächtigkeitsuntersuchung die erwartete Zwischenkalbezeit zur Beurteilung der Fruchtbarkeit berechnet. Dabei sollte abgeklärt werden, wie die Versorgungslage der Milchkühe mit Selen ist, ob es jahreszeitliche Schwankungen der Serumselengehalte gibt und ob ein Zusammenhang zwischen dem Selengehalt im Serum und der erwarteten Zwischenkalbezeit besteht.

Die Selengehalte waren in der Trockenstehzeit im Durchschnitt um ein Drittel niedriger als in der Laktation. Vor der Abkalbung hatten 267 Kühe (79 %) einen Selengehalt im Serum unter 40 µg/l, 68 (20 %) lagen im Bereich von 40 - 70 µg/l und 5 (1 %) hatten Werte über 70 µg/l. Nach der Abkalbung zeigten 150 Kühe (44 %) Werte unter 40 µg/l, 150 (44 %) waren im Bereich von 40 - 70 µg/l und 40 (12 %) zeigten Werte über 70 µg/l. Die vor der Abkalbung erhobenen Selengehalte wiesen im Oktober höhere Werte auf als in den übrigen Monaten. Nach der Abkalbung konnte kein saisonaler Trend gefunden werden. Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der erwarteten Zwischenkalbezeit und den Selengehalten vor oder nach der Abkalbung festgestellt werden.

Der Anstieg der Selenwerte nach der Abkalbung wird auf die Beifütterung von selenhältigen Mineralfuttermitteln, welche teilweise im Kraftfutter eingemengt sind, zurückgeführt. Das vorgefundene niedrige Niveau der Selengehalte im Serum der Kühe deckt sich mit anderen Untersuchungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Da die Tiere trotz schlechter Selenversorgung ausreichende Fruchtbarkeit und Milchleistung sowie kein vermehrtes Auftreten anderer Erkrankungen aufweisen, wird die Gültigkeit allgemein gebräuchlicher Arbeitswerte für Selen im Blutserum in Frage gestellt.

Keywords: dairy cows, selenium, trace elements, fertility,
serum.

Summary
In this field study serum selenium concentrations of 340 cows on 14 dairy farms in Upper Austria were determined. Therefore serum samples were taken twice from each cow: first during dry period (4 - 2 weeks a.p.) and a second time during lactation (4 - 6 weeks p.p.). The projected intercalving interval was used as fertility parameter for cows diagnosed pregnant. Aim of this investigation was to evaluate selenium status of dairy cows, to get information on seasonal variations in serum selenium contents and to find out, if there are correlations between projected intercalving interval and selenium status.

Mean selenium concentrations before calving were about one third lower than after calving. During the dry period serum selenium contents of 267 cows (79 %) were below 40 µg/l, 68 (20 %) were between 40 and 70 µg/l and 5 (1 %) were higher than 70 µg/l. In stage of lactation 150 cows (44 %) had concentrations below 40 µg/l, 150 (44 %) lay between 40 and 70 µg/l and 40 (12 %) were higher than 70 µg/l. Highest selenium contents before calving were found in October, while there were no seasonal variations in selenium after calving. Correlations between projected intercalving interval and selenium status could not be found.

The rise of selenium concentrations after calving is explained by concentrates enriched in selenium, which are mostly given during lactation. The rather low selenium status found in this study is confirmed by other investigations of Austria, Germany and Switzerland. In spite of the very low selenium concentrations the cows show satisfactory fertility and milk production and no increased incidence of other disorders. Standard values of blood selenium concentrations found in literature are considered to be too high for the specific situation in Austria.

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