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INHALT WTM 2/2003

B. Dietrich, J. Thalhammer und H. Nohl:
Antioxidative Kontrolle der Pathogenese des Diabetes mellitus beim Hund
Pathogenesis and therapy of the canine diabetes mellitus regarding the antioxidative status

W. Glawischnig, F. Allerberger, C. Messner, M. Schönbauer und W. M. Prodinger:
Tuberkulose-Endemie bei freilebendem Rotwild ( Cervus elaphus hippelaphus) in den nördlichen Kalkalpen
Tuberculosis in free-living red deer ( Cervus elaphus hippelaphus) in the northern Alps

M. Polgar, A. Probst, M.-C. Sora und H.E. König:
Plastinierte Körperfeinschnitte als neues Hilfsmittel zur Darstellung der Schnittanatomie am Beispiel der Brusthöhle des Hundes
Plastination of whole-body slices: a new aid in crosssectional anatomy, demonstrated for thoracic organs in dogs

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Aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie1 und der I. Medizinischen Universitätsklinik2 der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Antioxidative Kontrolle der Pathogenese des Diabetes mellitus beim Hund

B. DIETRICH1, J. THALHAMMER2 und H. NOHL1
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 30 - 37

Schlüsselwörter: Diabetes mellitus, Hund, Pathogenese,
Therapie, antioxidativ.

Zusammenfassung
Diabetes mellitus (DM) ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen beim Menschen und ebenso bei Hund und Katze. Das klinische Erscheinungsbild ist beim Menschen durch Vasopathien geprägt, welche als Folge einer intravasalen Radikalbildung über Abbauprodukte glykierter Plasmaproteine entstehen. Dieser pathogenetische Prozeß bedingt einen hohen Verbrauch an Plasma-Antioxidantien, deren Supplementierung daher Standard der modernen DM-Therapie geworden ist.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es herauszufinden, ob auch beim diabetischen Hund erniedrigte Antioxidantienspiegel im Blutplasma vorliegen, welche auf eine dem Menschen ähnliche Pathogenese schließen lassen und eine Rechtfertigung einer antioxidativen Therapie darstellen können.

Es kamen 48 Hunde zur Untersuchung, welche in die Kontrollgruppe, die Gruppe der neudiagnostizierten, nicht behandelten und in die Gruppe Insulin-behandelter Tiere aufgeteilt wurden. Die Diagnosestellung des DM erfolgte durch die Bestimmung des Blutglukosegehaltes und des HbA1c-Wertes. Außerdem wurde der allgemeine Gesundheitszustand der Tiere analysiert, organspezifische Blutparameter für Pankreas, Leber und Niere bestimmt und klinisch interpretiert sowie der Gehalt an nichtenzymatischen Antioxidantien im Blutplasma mittels Photochemilumineszenz ermittelt.

Die Plasmaanalysen führten zu einem unerwarteten Ergebnis. Im Gegensatz zu den humanmedizinischen Befunden korrelieren die Antioxidantiengehalte der erkrankten Hunde positiv mit den Blutzuckerspiegeln. Der Anstieg der Plasma-Antioxidantiengehalte ist vor allem auf das hier quantitativ wichtigste Antioxidans, das Vitamin C, zurückzuführen. Der Glukose-abhängige Anstieg wird durch Stimulierung der Askorbat-Synthese aus Glukose erklärt, ein Syntheseweg, der bei Primaten nicht möglich ist.

Dieser Befund könnte die unterschiedliche Ausprägung der klinischen Symptomatik bei Mensch und Hund erklären, da letzterer vor der auch dort intravasal ablaufenden Radikalbildung durch die endogen stimulierte Antioxidantiensynthese besser geschützt ist.

Keywords: diabetes mellitus, dog, pathogenesis, therapy,
antioxidative.

Summary
Diabetes mellitus (DM) is one of the most frequent metabolic disorders in humans and also in small animals like dogs and cats. Clinical symptoms in humans are marked by vascular alterations due to intravascular radical generation derived from degradation of glycosilated plasmaproteins. As a result plasma antioxidant levels decrease such that supplementation of antioxidants became a standard in the treatment of DM.

The aim of the present study was to analyse plasma antioxidant levels in order to evaluate the pathogenetic role of intravascular radical formation and the utility of antioxidant supplementation in dogs.

We examined 48 dogs of various breeds, which were divided in the healthy control group, untreated, and insulin treated diabetic dogs. The diagnosis was confirmed by the determination of blood glucose levels and HbA1c values. In addition, the general state of health was examined including the clinical interpretation of typical blood markers of pancreas, liver and kidney. The plasma level of antioxidants was determined by means of a photochemiluminescence method.

We found that in contrast to human diabetic patients blood glucose levels in dogs correlated positively with plasma contents of antioxidants. Since ascorbic acid is quantitatively the main antioxidant in blood it was concluded that high glucose levels give rise to ascorbate synthesis from glucose, a biochemical pathway not existent in humans.

This unexpected result may be a rationale for the understanding of the clearly marked differences on clinical symptomatologies characterising DM in humans and dogs. Though high glucose levels give also rise to intravascular radical generating glycosilation products, in dogs the raising ascorbate levels protect from vascular derived disorders.

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Aus der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, Veterinärmedizinische Untersuchungen Innsbruck1, dem Institut für Hygiene und Sozialmedizin der Universität Innsbruck2und der tierärztlichen Praxis Schwaz3

Tuberkulose-Endemie bei freilebendem Rotwild (Cervus elaphus hippelaphus) in den nördlichen Kalkalpen

W. GLAWISCHNIG1, F. ALLERBERGER2, C. MESSNER3, M. SCHÖNBAUER1 und W. M. PRODINGER2
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 38 - 44

Schlüsselwörter: Tuberkulose, Rotwild, Mycobacterium
bovissubsp. caprae, DNA-Fingerprinting, Epidemiologie.

Zusammenfassung
In den Jahren 1999 bis 2001 wurden in der nunmehrigen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), Veterinärmedizinische Untersuchungen Innsbruck in insgesamt 7 Fällen Tuberkulose bei Rotwild aus freier Wildbahn nachgewiesen. Ein adultes weibliches und 5 adulte männliche Tiere, die geographisch alle aus einem Jagdrevier stammten, waren betroffen. In einem weiteren Fall handelte es sich um ein 8 Monate altes Hirschkalb, das ca. 110 km von dem Jagdgebiet entfernt erlegt wurde. Tuberkulöse Veränderungen wurden in Lymphknoten und verschiedenen Organsystemen gefunden. Besonders auffallend waren bei einzelnen erkrankten Tieren die zum Teil hochgradig vergrößerten und vereiterten Lymphknoten vorwiegend im Kopf- und Halsbereich. Histologisch wurden in dem granulomatösen Entzündungsgewebe neben Epitheloid- und mehrkernigen Riesenzellen auch neutrophile und einzelne eosinophile Granulozyten festgestellt.

Die bakteriologische und molekulargenetische Erregertypisierung ergab in allen 7 Fällen Mycobacterium bovis, und zwar den auf Pyrazinamid empfindlichen Subtyp des Erregers der Rindertuberkulose, der als M. bovis subsp. caprae bezeichnet wird. Zur Abklärung epidemiologischer Zusammenhänge wurden die isolierten M. bovis-Stämme der Rotwildstücke mittels DNA-Fingerprinting (Spoligotyping sowie IS 6110Restriktionsanalyse) untersucht. Dabei wurde eine weitgehende Übereinstimmung, jedoch keine völlige Identität der Isolate der adulten Tiere festgestellt, was auf eine im Jagdgebiet für längere Zeit endemische Erregerpopulation hinweisen könnte. Das Isolat des jungen Hirschkalbes unterschied sich deutlich von dem der Adulten und zeigte Übereinstimmung mit Isolaten von tuberkulose-positiven Rindern aus einem ca. 20 km entfernten Milchbetrieb.

Keywords: tuberculosis, red deer, Mycobacterium bovis subsp. caprae, DNA-fingerprinting, epidemiology.

Summary
From 1999 to 2001, tuberculosis has been found among seven free-living red deer in northern alpine regions. The first case was an eight months old red deer fawn, the other six were five stags and one hind. The latter were shot or found 110 km away from the place, where the fawn had been shot. All deer showed gross lesions specific for tuberculosis and Mycobacterium bovis (M. bovis)was cultured from these sites. Remarkable pathologic findings were enlarged lymph nodes especially in the head and neck regions filled with pus. The histological examination revealed epitheloid cells, giant cells, neutrophils and few eosinophils.

The causative agent in all seven cases was determined by molecular genetical techniques to be Mycobacterium bovis subsp. caprae, a naturally pyrazinamide susceptible subtype of the bovine tubercle bacillus. To investigate possible epidemiological relationships, the isolates obtained from red deer were subjected to DNA-fingerprinting (i.e., spoligotyping and IS 6110RFLP). Fingerprinting showed a high level of homology, but not identity, among the strains isolated from adult red deer. The fawn isolate was notably different, being of the same fingerprint type as isolates from cattle kept on a dairy farm located 20 km apart.

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Aus dem Institut für Anatomie der Veterinärmedizinischen Universität Wien1 und dem Institut für Anatomie der Universität
Wien2

Plastinierte Körperfeinschnitte als neues Hilfsmittel zur Darstellung der Schnittanatomie am Beispiel der Brusthöhle des Hundes

M. POLGAR1, A. PROBST1, M.-C. SORA2 und H.E. KÖNIG1
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 90 (2003), 45 - 52

Schlüsselwörter: Scheibenplastination, Schnittanatomie, Computertomographie, Hund, Brusthöhle.

Zusammenfassung
Transparente Scheibenplastinate der Brusthöhle des Hundes wurden mit herkömmlichen Schnittpräparaten und korrespondierenden Computertomogrammen verglichen. Von 3 Beagles im Alter von 7 Monaten wurden 4 mm dicke E12-plastinierte Serienschnitte in den 3 Raumebenen angefertigt. Der Bereich des Thorax wurde sowohl makroskopisch als auch bei Lupenvergrößerung untersucht; es wurden Übersichts- und Lupenaufnahmen angefertigt. Im Vergleich mit den Serienschnitten herkömmlicher Präparate boten die Scheibenplastinate den Vorteil, durchscheinend, hart, trocken, geruchlos, widerstandsfähig und unbegrenzt haltbar zu sein. Das ausgezeichnete Farberhaltungsvermögen kombiniert mit der Transparenz der Präparate erleichtert wesentlich die Identifizierung der Organe. Die Reihung der Scheiben ermöglicht das Verfolgen von Nerven und Gefäßen. Die Körperschnitte liefern eine wichtige Grundlage zur Bestimmung von anatomischen Strukturen auf CT-Bildern.

Keywords: sheet plastination, cross-sectional anatomy, computed tomography, dog, thorax.

Summary
Plastic-embedded, transparent serially sectioned slices from the canine thorax were compared with cross-sections, made with the commonly used techniques and computed tomograms.

Three Beagles, at the age of seven months, were cut into 4 mm thick slices and plastinated with the epoxy resin Biodur E12. The area of the thorax was examined macroscopically and scrutinized closely. Survey and magnification photographs were taken. Compared with the commonly used prepared sections the E12-slices proved to be transparent, hard, dry, odourless, resistant and show unlimited durability. Good colour maintenance of the specimens makes differentiation of the organs easy. The leading of the blood vessels, nerves and other conductions of the thoracal cavity can be followed from section to section. The colourful images help to interpret CT and MRI and provide good learning aids for clinicians and students.

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