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INHALT WTM 02/2002

B. Marihart und H. Weissenböck:
Immunhistochemische Charakterisierung des Entzündungsmusters der Frühsommer-Meningoenzephalitis beim Hund
Immunohistochemical characterization of the inflammatory reaction in tick-borne encephalitis of dogs

G. Schlerka, H.P. Pichler, W. Scholz und W. Baumgartner:
Über die Wirksamkeit einer Vakzination mit RINGVAC® Bovis LTF-130 gegenüber Trichophytie bei Maststieren
The effect of the vaccine RINGVAC® Bovis LTF-130 against ringworm in beef bulls

F. Schmoll, T. Opriessnig, F. Schilcher, B. Leeb, B. Bauder und M. Schuh:
Erstmalige Beschreibung des Postweaning multisystemic wasting syndrome (PMWS) in einem österreichischen Schweinebetrieb
First description of postweaning multisystemic wasting syndrome (PMWS) in Austria


Aus dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Immunhistochemische Charakterisierung des Entzündungsmusters der Frühsommer-Meningoenzephalitis beim Hund

B. MARIHART und
H.WEISSENBÖCK
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 29 - 40

Schlüsselwörter: Frühsommer-Meningoenzephalitis, Immunhistochemie, Immunphänotypisierung, Hund, Entzündung.

Zusammenfassung
Das Entzündungsmuster von 9 Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) beim Hund wurde immunhistochemisch charakterisiert. An formalinfixierten Paraffinschnitten des Gehirns wurden Entzündungszellen, Mikroglia, Astrozyten, IgG und MHC-II-Expression mit spezifischen Antikörpern gegen CD3, BLA36, Lysozym, GFAP, dog-IgG und HLA-DR bzw. mit dem Lektin RCA-I dargestellt.

Über die Phänotypisierung des gesamten Entzündungsbildes der FSME liegen bisher keine Studien vor, sodaß die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung neue Erkenntnisse über die Pathogenese dieser Krankheit liefern: Im Anschluß an virusinduzierten neuronalen Zelltod kam es zur Proliferation und Transformation von Mikrogliazellen, die in Großhirn und Stammhirn besonders zahlreich waren. Diese Zellen waren mit Antikörpern gegen Lysozym und dem Lektin RCA-I darstellbar. Gleichzeitig fand eine massive MHC-II-Expression der genannten Zellen und von Lymphozyten statt. Die antigenpräsentierenden MHC-II-positiven Zellen waren für das Einwandern von Lymphozyten verantwortlich. Die lymphozytäre Reaktion in perivaskulären Infiltraten (PVI) und Meningen war T-Zell-dominiert, während im Neuropil zahlreicher vorhandene B-Zellen zu Plasmazellen differenzierten, die eine ausgeprägte intrathekale IgG Synthese bewirkten.

Die Charakteristika reaktive, MHC-II-positive Mikroglia, T-Zell-Dominanz in PVI und hoher IgG-Spiegel im Neuropil? lassen FSME von anderen nicht eitrigen Enzephalitiden des Hundes abgrenzen und einige Merkmale der Pathogenese dieser Krankheit erkennen.

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Aus der II. Medizinischen Universitätsklinik für Klauentiere der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Fa. Richter Pharma AG Wels und der ARGE Häuteverbesserung der Wirtschaftskammer Österreichs

Über die Wirksamkeit einer Vakzination mit RINGVAC® Bovis LTF-130 gegenüber Trichophytie bei Maststieren

G. SCHLERKA, H. P. PICHLER, W. SCHOLZ und W. BAUMGARTNER
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 42 - 49

Schlüsselwörter: Trichophytie, Dermatomykose, Trichophytie-Impfstoff RINGVAC® Bovis LTF-130, Lederschäden, Maststiere.

Zusammenfassung
In einer Feldstudie wurde im Zeitraum von September 1998 bis September 2000 in 5 niederösterreichischen Stiermastbetrieben der Trichophytie-Impfstoff RINGVAC® Bovis LTF-130 (Hersteller Alpharma AS, Overhalla, Norwegen; Vertrieb Richter Pharma, A-4600 Wels) auf seine Wirksamkeit überprüft. In regelmäßigen Zeitabständen wurden die 1,5 bis 3 Monate alten, neu eingestellten Kälber in 2 gleich große Gruppen geteilt, wobei die eine Hälfte zweimal im Abstand von 10 Tagen mit RINGVAC® Bovis LTF-130 vakziniert wurde, während die andere Hälfte der Kälber unbehandelt blieb. Insgesamt wurden 143 Tiere vakziniert, 142 Tiere fungierten als Kontrolle. Von diesen 285 Mastkälbern wiesen bereits 11,2 % anläßlich der Erstuntersuchung am 7. Tag nach der Einstellung klinisch Trichopyhtie auf. Als Erreger konnte Trichophyton (T.) verrucosum isoliert werden, wobei nur bei einem Kalb eine Infektion durch Microsporum canis vorlag. Einige Tage nach der 1. Impfung erkrankten 8 weitere im Inkubationsstadium befindliche, geimpfte Kälber an Trichophytie. Bei den Versuchstieren belief sich die Befallsrate an Trichophytie auf 10,5 %, dagegen in der Kontrollgruppe auf 12 %. Der erste positive Effekt der zweimaligen Impfung mit RINGVAC® Bovis LTF-130 bestand in der um 4 Wochen früheren Abheilung der Trichophytie gegenüber den Kontrolltieren. Die Vakzination mit RINGVAC® Bovis LTF-130 führte dagegen zu keiner statistisch signifikanten Verbesserung der Tagesgewichtszunahmen im Vergleich zu den Kontrolltieren. Wirtschaftliche Einbußen durch das Vorliegen der Trichophytie waren daher in keinem der 5 Betriebe für den Tierbesitzer erkennbar. In erster Linie lag der positive Effekt der Vakzination in der Verbesserung der Lederqualität. Von den Häuten der Versuchstiere wiesen nur 14,7 % Trichophytieschäden am Leder auf, während die Häute der Kontrolltiere einen statistisch signifikant höheren Prozentsatz von 33,9 % an Trichophytieschäden hatten. Unverträglichkeiten von Seiten des Impfstoffes konnten in keiner Weise beobachtet werden.

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Aus der II. Medizinischen Universitätsklinik für Klauentiere und dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Erstmalige Beschreibung des "Postweaning multisystemic wasting syndrome" (PMWS) in einem österreichischen Schweinebetrieb

F. SCHMOLL, T. OPRIESSNIG, F. SCHILCHER, B. LEEB, B. BAUDER und M. SCHUH
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 50 - 56

Schlüsselwörter: Circovirus, PMWS, Schwein, Österreich.

Zusammenfassung
In einem von 78 untersuchten österreichischen Betrieben wurde das Postweaning multisystemic wasting syndrome (PMWS) nachgewiesen. Bei 9 Tieren wurde die Diagnose PMWS gestellt. In diesem Betrieb beginnen die Tiere 2 bis 3 Wochen nach dem Absetzen zu kümmern und zeigen Symptome einer respiratorischen Erkrankung. Die Mortalität beträgt 10 bis 15 %. Pathomorphologisch zeigten die Tiere eine ausgeprägte Lymphadenopathie sowie interstitielle Pneumonie, Hepatitis und Nephritis. Bei allen PMWS- positiven Tieren wurde eine deutliche Urämie und Granulozytose diagnostiziert. Pathohistologisch wurden Riesenzellen sowie intrazytoplasmatische Einschlußkörperchen und PCV-2-Nukleinsäuren in den Veränderungen mittels In-situ-Hybridisierung nachgewiesen. Elektronenmikroskopisch wurden in den Einschlußkörperchen Aggregate von unbehüllten, ikosaedrischen Virionen dargestellt.

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