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INHALT WTM 01/2002

R. Chizzola und P. Janda:
Vergiftung von Schafen durch Herbstzeitlose im Heu: ein Fallbericht
Intoxication of sheep by autumn crocus in the hay

J. Baumgartner, W. Wudy, B. Jozefowski-Cizek, M. Prinz und J. Troxler:
Wie kommt das Wissen über Verhalten, Haltung und Schutz von Nutztieren zum österreichischen Landwirt?
How is the knowledge on behaviour, husbandry and welfare of the livestock transferred to the Austrian farmers?

H. Simhofer, K. Zetner und D. Malleczek:
Bilaterale Polyodontie der zweiten Oberkieferprämolaren bei einer Traberstute: computertomographisch unterstützte Diagnostik und Therapie
Bilateral polyodontia of the second maxillary premolares in a Standardbred mare: computed axial tomography-assisted diagnosis and therapy

C. König:
Prinzipien der klassischen Konditionierung und ihre Bedeutung in der täglichen Praxis
Principles of classical conditioning and their practical relevance


Aus dem Institut für Angewandte Botanik1 und dem Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin2 der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Vergiftung von Schafen durch Herbstzeitlose im Heu: ein Fallbericht

R. CHIZZOLA und P. JANDA
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 4 - 7

Schlüsselwörter: Schaf, Vergiftung, Giftpflanzen, Colchicum autumnale, mikroskopischer Nachweis.

Zusammenfassung
Nach Umstellung auf eine andere Heucharge kam es in einem Bestand mit ca. 40 Schafen zur tödlichen Vergiftung von 5 Tieren durch Herbstzeitlosenreste (Colchicum autumnale L.) im Heu. Bei der Sektion zweier Schafe fiel ein hochgradig seröser Dünndarminhalt auf. Im histologischen Bild des Dünndarmepithels waren auffallend viele Mitosen sichtbar. 2 Proben aus dem verfütterten Heu enthielten 3,8% bzw. 0,82% Herbstzeitlose. Die Reste der Herbstzeitlosen konnten im Panseninhalt aufgrund von mikroskopischen Merkmalen identifiziert werden. In der Panseninhaltsprobe des einen verendeten Tieres ließ sich ein Anteil von 1,3% an Herbstzeitlosensamen ermitteln.

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Aus dem Institut für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Büro für transdisziplinäres Wissenschaftsmanagement, Wien

Wie kommt das Wissen über Verhalten, Haltung und Schutz von Nutztieren zum österreichischen Landwirt?

J. BAUMGARTNER, W. WUDY, B. JOZEFOWSKI-CIZEK, M. PRINZ und J. TROXLER
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 8 - 16

Schlüsselwörter: Wissenstransfer, angewandte Nutztierethologie, Nutztierhaltung, Tierschutz, Tierarzt, Ausbildung, Fortbildung, Österreich.

Zusammenfassung
Tierhaltende Betriebe stehen unter großem ökonomischen Druck und sind zunehmend mit Forderungen der Öffentlichkeit nach mehr Tierschutz konfrontiert. Für die notwendige Anpassung der Tierhaltung sind die Betriebs-leiter auf Erkenntnisse der Nutztierethologie angewiesen. Es gibt jedoch Hinweise, daß der Wissenstransfer ungenügend ist. Gegenstand der Untersuchung ist daher das "ethologische Wissenssystem" in Österreich. 317 tierhaltende Landwirte wurden telefonisch, 135 Tierärzte, 56 Lehrer an landwirtschaftlichen Schulen, 72 Offizialberater und 22 Außendienstmitarbeiter von Stallbaufirmen wurden mittels standardisierter Fragebögen über Wissen, Einstellung, Ausbildung, Informationsquellen und Kontakte bezüglich Verhalten, Haltung und Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere befragt.
Bei der Auswahl eines Haltungssystems haben Verhaltensansprüche der Tiere für Landwirte eine untergeordnete Bedeutung, primär wird nach ökonomischen, arbeitswirtschaftlichen und hygienischen Kriterien entschieden. Rund 40 % der Landwirte kennen die Tierschutznormen weniger gut bis gar nicht. Neben anderen Landwirten sind Tierärzte und Offizialberater die wichtigsten Informationsquellen über Verhalten und Haltung. Die Offizialberatung ist der wichtigste Vermittler von Tierschutznormen.
Bei Tierärzten, Offizialberatern, Lehrern und Mitarbeitern von Stallbaufirmen bestehen Wissensdefizite sowohl über Verhalten und Haltung als auch über Nutztierschutznormen. Die Ausbildung und das aktuelle Informationsangebot werden von allen befragten Wissensträgergruppen in hohem Maß als nicht ausreichend beurteilt. Die Anzahl an einschlägigen Publikationen in den relevanten Fachzeitschriften ist gering. Tierärzteschaft und landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungswesen benutzen weitge-hend getrennte Informationswege. Stallbaufirmen sind kaum in das Wissenssystem integriert. Von allen Gruppen wird der ungenügende Wissensaustausch mit Forschungseinrichtungen beklagt. Der Informationsfluß wird von mehr als 75 % der Befragten als ineffizient beurteilt. Ursachen sind der Mangel an kompetenten Ansprechpartnern und suboptimale strukturelle Rahmenbedingungen des Wissenssystems. Daneben gibt es Interessenskollisionen, die einem effizienten Wissenstransfer im Wege stehen.
Tierärzte haben in Österreich eine zentrale Bedeutung bei der Vermittlung von Wissen über Verhalten, Haltung und Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere zwischen der Wissenschaft und den Tierhaltern. Diese Aufgabe kann zur Zeit nur ungenügend wahrgenommen werden. Zur Verbesserung des Wissenstransfers müssen Fort- und Weiterbildung intensiviert und das Informationsangebot in den relevanten Zeitschriften vergrößert werden. Auch sind neue Formen des Informationsaustausches und der Kooperation insbesondere zwischen Tierärzten und Offizialberatung zu entwickeln.

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Aus der Universitätsklinik für Chirurgie und Augenheilkunde und der Universitätsklinik für Röntgenologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Bilaterale Polyodontie der zweiten Oberkieferprämolaren bei einer Traberstute: computertomographisch unterstützte Diagnostik und Therapie


H. SIMHOFER, K. ZETNER und D. MALLECZEK
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 17 - 20

Schlüsselwörter: Pferd, Zähne, Polyodontie, Computertomographie, Zahnextraktion.

Zusammenfassung
Bei einer 4-jährigen Traberstute, die sich der Zügeleinwirkung linksseitig widersetzte, wurde eine bilaterale Polyodontie des 2. Prämolaren im Oberkiefer beidseitig (Triadan-Nomenklatur: 106, 206) diagnostiziert. Mittels einer computertomographischen Untersuchung konnten die Lageverhältnisse der Zahnkörper und -wurzeln der Prämolaren dargestellt und ein chirurgischer Eingriff geplant werden. Der die klinischen Probleme verursachende, überzählige Prämolare der linken Oberkieferhälfte wurde extrahiert und die Alveole mit Dentalsilikon temporär verschlossen. Die Heilung verlief komplikationslos, und das Tier war wieder voll im Rennsport einsetzbar.

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Aus der tierärztlichen Praxis für Verhaltenstherapie Breitenfurt (Dr. C. König)

Prinzipien der klassischen Konditionierung und ihre Bedeutung in der täglichen Praxis

C. KÖNIG
Vet. med. Austria/Wien. Tierärztl. Mschr. 89 (2002), 21 - 26

Schlüsselwörter: klassische Konditionierung, Lerntheorie, Hund.

Zusammenfassung
Klassische Konditionierung umfaßt nach moderner Auffassung von Verhaltensbiologen ein sehr viel umfangreicheres Feld als die ursprünglich von Pawlow beschriebenen reflektorischen Reaktionen auf erlernte Assoziationen von konditionierten und unkonditionierten Reizen.
Das Ziel dieser Arbeit ist, an Hand von einigen praxisbezogenen Beispielen für den Hund Grundprinzipien der klassischen Konditionierung zu erläutern. Dabei wird auf klassische Konditionierung, klassische Konditionierung zweiter Ordnung, latente Hemmung, klassische Konditionierung von Geschmacksaversionen, Gegenkonditionierung, Blocken, Überschattung, sensorische Präkonditionierung und konditionierte Unterdrückung eingegangen.

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